Bayern München

Stanišić startet mit Rückenwind: Große Ziele mit Bayern und Nationalmannschaft

Dominik Hager
Josip Stanišić möchte beim FC Bayern angreifen: Sein Ziel ist dabei auch ein WM-Stammplatz
Josip Stanišić möchte beim FC Bayern angreifen: Sein Ziel ist dabei auch ein WM-Stammplatz / Matthias Hangst/GettyImages
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Josip Stanišić hat beim FC Bayern einen beachtlichen Weg eingeschlagen. Nur wenige hätten dem Abwehrspieler zugetraut, eines Tages im Profi-Kader der Münchener zu landen. Der 22-Jährige hat in der vergangenen Saison trotz Corona-Erkrankung und Verletzungspause immerhin 17 Partien bestritten und sich in die kroatische Nationalmannschaft gespielt. Zuletzt wurde er bei der Partie gegen Frankreich als "Man of the Match" ausgezeichnet. Ist für den Youngster in München vielleicht sogar mehr als eine Backup-Rolle möglich?


In der vergangenen Saison wurde eines klar: Josip Stanišić hat definitiv Durchhaltevermögen. Für den Kroaten lief es unter Julian Nagelsmann gleich von Beginn an sehr gut. Der Youngster löste Bouna Sarr als Pavard-Backup ab und machte zu Saisonbeginn aufgrund einer Verletzung des Franzosen einige Spiele.

Recht schnell nahm die Saison für den Außenverteidiger eine negative Wende. Nach der Pavard-Rückkehr spielte er zunehmend weniger und fiel dann auch noch monatelang aufgrund eines Muskelbündelrisses und einer Corona-Infektion aus. Der Weg zurück gestaltete sich mehr als steinig. Nagelsmann ließ den verlässlichen Abwehrmann mehr oder weniger außen vor.

Erst gegen Ende der Saison durfte Josip Stanišić wieder häufiger ran und verhinderte am letzten Spieltag mit seinem Treffer gegen Wolfsburg, dass die Münchner die Saison mit einer Niederlage abschlossen. Zuletzt durfte der Kroate eine Halbzeit gegen Dänemark ran und stellte anschließend Kylian Mbappé 90 Minuten kalt. Demnach ist die Bilanz für den Spieler eindeutig. Saisonstart stark, Saisonende noch besser - und das dazwischen vergessen wir einfach schnell.

Stanišić nimmt Kampf an: "Konkurrenz gibt es bei Bayern immer"

Klar ist jedenfalls auch, dass der Spieler mit viel Rückenwind in die Saisonvorbereitung mit dem FC Bayern startet. "Die letzten Spiele waren auf jeden Fall ein Mutmacher und ein Happy End", bestätigte er im kicker-Interview.

In der kommenden Saison hat sich seine Ausgangsposition ein Stück weit verändert. Sein Hauptkonkurrent Benjamin Pavard wird voraussichtlich in die Innenverteidigung rücken, wodurch sich Josip Stanišić nun mit Neuzugang Noussair Mazraoui messen muss. Ob das jetzt ein Vor- oder Nachteil für den Kroaten ist, lässt sich schwer beurteilen, zumal auch Pavard zurück auf rechts rücken könnte, sollte Mazraoui entgegen der Erwartungen gar nicht einschlagen.

Mit einem festen Platz wird es für die Münchner Nachwuchshoffnung also schwierig. Bouna Sarr sollte er jedoch weiterhin im Griff haben. Ein Vorteil des Spielers ist auch seine Flexibilität. Schließlich kann er genauso gut links hinten verteidigen. Dort ist er gegen Alphonso Davies natürlich chancenlos, jedoch könnte er noch vor Omar Richards der erste Backup des Kanadiers werden.

Es ist absolut realistisch, dass Josip Stanišić sowohl links als auch rechts als Nummer zwei in die Saison geht. Dies würde ihm mit Sicherheit einige Minuten garantieren. Der Spieler sieht die Chance dazu jedenfalls gegeben. "Konkurrenz gibt es beim FC Bayern immer, darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich werde mein Bestes geben, auf meine Chance warten und will diese nutzen wenn sie kommt", erklärte er. Zudem sei er sich sicher, "bei diesem Programm auf Spielzeit zu kommen".

Stanišić rechnet mit WM-Teilnahme: "Gehe immer vom Positiven aus"

Spielzeit ist für den Abwehrspieler in den nächsten Monaten besonders wichtig. Die WM steht schließlich vor der Tür und bei dieser möchte der Bayern-Youngster selbstredend dabei sein. "Ich gehe immer vom Positiven aus, glaube also, dass ich dabei sein werde. Die zwei Länderspiele zuletzt haben gezeigt, dass ich dazu gehöre", zeigte er sich optimistisch.

Dem Spieler kommt auch im Nationalteam zugute, dass er sowohl links, als auch rechts hinten spielen kann. Abgesehen von Borna Sosa verfügt Kroatien über keinen erstklassigen Außenverteidiger. Zudem haben einige Spieler wie Atlético-Profi Sime Vrsaljko inzwischen ihren Zenit überschritten.

Als flexibler und wenig fehleranfälliger Spieler ist Josip Stanišić prädestiniert für einen Platz im WM-Kader. Jeder Einsatz, den er von Nagelsmann in der kommenden Hinrunde bekommt, dürfte seine Chancen erhöhen, vielleicht sogar als Stammspieler ins Turnier zu gehen. Für den 22-Jährigen gibt es also allerhand Gründe, in der anstehenden Vorbereitung besonders viel Gas zu geben.


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