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Werder Bremen

Josh Sargent wird von mehreren Klubs umworben - doch warum überhaupt?

Christian Gaul
Josh Sargent ist in diesem Sommer heiß begehrt
Josh Sargent ist in diesem Sommer heiß begehrt / Oliver Hardt/Getty Images
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Kaum ein anderer Bundesliga-Stürmer wird derzeit mit so vielen Klubs in Verbindung gebracht, wie Josh Sargent vom Absteiger Werder Bremen. Neben einigen deutschen Vereinen soll auch die Premier League hinter dem US-Amerikaner her sein - doch warum überhaupt?


Nach dem Abstieg der Werderaner in die 2.Bundesliga war klar, dass sich die Konkurrenz um einige Spieler der Hanseaten bemühen wird. Doch während es derzeit um Akteure wie Maximilian Eggestein, Jiri Pavlenka oder Ludwig Augustinsson erstaunlich still ist, meldet sich fast täglich ein neuer Interessent für den 21-jährigen Angreifer Josh Sargent.

Dabei hat der US-Amerikaner, der im Januar 2018 aus St. Louis an die Weser kam, weder eine überragende Quote bei Werder, noch konnte er in der abgelaufenen Saison zeigen, dass es am wenigsten an ihm lag, dass die Bremer den Gang ins Unterhaus antreten mussten.

Warum also steht der Stürmer aktuell so dermaßen im Fokus des Interesses?

Günstig und mit Potenzial - blüht Sargent woanders auf?

Insgesamt absolvierte Sargent bereits 81 Partien für die Bremer Profis, in denen er 13 Tore und neun Vorlagen vorweisen kann. In der Abstiegssaison 2020/21 war er mit sieben Treffern in 37 Partien zwar kein Kandidat für die Torjägerkanone, doch stellte er damit den besten Torschützen des Teams.

Aktuell sollen Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart intensiv um den Stürmer werben, Borussia Mönchengladbach soll hingegen aus dem Rennen ausgestiegen sein. Dafür meldeten sich scheinbar einige Vereine aus der Premier League an, Sargent verpflichten zu wollen.

Nun kann man nicht wirklich davon sprechen, dass all diese Klubs in Sargent den nächsten Messi sehen. Vielmehr passt bei dem schnellen Stürmer das Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn sich Werder diesbezüglich noch quer stellt.

Josh Sargent
Josh Sargent wird seine Chance nutzen wollen / Cathrin Mueller/Getty Images

Sargent ist jung und entwicklungsfähig, hat dennoch bereits 70 Bundesligaspiele vorzuweisen. Für die A-Nationalmannschaft der USA bestritt er immerhin schon 16 Länderspiele, in denen er fünfmal traf.

In Bremen geriet seine Karriere zuletzt ins Stocken, was aber eher an der sportlich schwierigen Situation der Hanseaten lag, als an Sargent selbst. Kein einziger Werder-Spieler konnte in den vergangenen zwei Jahren seine eigentlich vorhandene Qualität abrufen, demnach wirkte auch Sargent mehr als blass.

Dass er es besser kann, bewies er besonders in der U17 der USA, wo er von 2015 bis 2017 in 48 Partien satte 30 Treffer markierte - der Grund, warum Werder ihn verpflichtete. Nach dem Abstieg ist klar, dass Sargent eine neue Herausforderung suchen wird. Auch Werder selbst will einen Transfer des Angreifers nutzen, um die klamme Kasse aufzubessern.

Denn einerseits steht Sargent nur noch bis zum Sommer 2022 in Bremen unter Vertrag. Andererseits ist bekannt, dass die Werderaner aktuell insgesamt einen Transferüberschuss von 20 oder sogar 30 Millionen Euro erwirtschaften wollen.

Dementsprechend liebäugelt man an der Weser im Hinblick auf Sargent eher mit einem Vertreter der zahlungswilligen Premier League, um einen großen Teil dieser Summe generieren zu können. Auch deshalb liegen Bremen und Frankfurt aktuell noch weit auseinander.

Denn die Eintracht bietet um die fünf Millionen Euro für Sargent, Werder will mindestens das Doppelte. Allerdings weiß man auch in Hessen um die wirtschaftliche Angespanntheit in Bremen und zudem ist klar, dass Sargent den Verein verlassen muss.

Insofern wird sich Werder am Ende wohl mit einer Summe im höheren einstelligen Millionen-Bereich abfinden müssen, denn auch die englischen Klubs werden die Bremer Forderungen nicht erfüllen wollen. Dies wiederum macht deutlich, worum es beim Interesse um Sargent geht.

In erster Linie ist hier ein junger und Bundesliga-erfahrener Nationalspieler für einen sehr schmalen Taler zu bekommen. Sargent verbindet dabei Schnelligkeit, Vielseitigkeit und Athletik mit einer sicher noch ausbaufähigen Torgefährlichkeit.

Schlägt Sargent bei seinem künftigen Klub ein, wird dieser einen enormen Gewinn einfahren können.
Sollte Sargent hingegen "lediglich" sein Niveau halten, dann holt man sich einen Stürmer ins Boot, bei dem Aufwand und Ertrag in einem gesunden Verhältnis stehen und das Risiko einer Fehl-Investition quasi nicht existiert. Gerade in Zeiten der Pandemie ist dies ein Hauptaugenmerk der Vereine - Risiko-Minimierung.

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