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Ibrahimovic äußert sich nach Attacke auf Azpilicueta: "Ich würde es wieder tun"

Dominik Hager
Ein Mann der Extreme: Zlatan Ibrahimovic sorgt wieder einmal für Gesprächsbedarf
Ein Mann der Extreme: Zlatan Ibrahimovic sorgt wieder einmal für Gesprächsbedarf / CPS Images/GettyImages
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Trotz seiner inzwischen 40 Jahre ist Zlatan Ibrahimovic noch immer mitten drin im Fußball-Business. Der Stürmer von der AC Mailand fabriziert Tore am Fließband und polarisiert mit seinen ehrlichen und selbstgefälligen Aussagen. Zuletzt sorgte "Ibra" mit seinem groben Foul an Cesar Azpilicueta im Rahmen der WM-Qualifikation für Aufsehen.


Recht viel unnötiger geht es nicht mehr, sollte man zumindest meinen. Schwedens Superstar hat sich im Qualifikations-Match gegen Spanien eine Gelbsperre abgeholt, weil er seinem Gegenspieler,
Cesar Azpilicueta, die linke Schulter brutal in den Rücken gerammt hatte.

Während 99 Prozent der Spieler sich jetzt schuldig fühlen würden, weil sie ihrem Land in einem unglaublich wichtigen Spiel völlig unnötigerweise fehlen, zeigt Ibrahimovic keinerlei Reue. "Ich würde es wieder tun. 100-prozentig. Das bin ich", erklärte er großspurig.

Ibrahimovic bereut Foul gegen Azpilicueta nicht: "Habe es absichtlich gemacht"

Doch wie kam es eigentlich zu der besagten Szene? "Ich habe es absichtlich gemacht, und schäme mich nicht, das zu sagen. Denn er hat etwas Dummes gegenüber einem meiner Mitspieler gemacht", erläuterte der Schwede im Gespräch mit der englischen Zeitung The Guardian. Azpilicueta habe demnach gegenüber einem Teamkollegen "den großen Mann gespielt".

Der Milan-Star sah zwar ein, dass seine Aktion, die auch mit Rot hätte bestraft werden können "dumm" war, liefert uns aber dennoch eine schlüssige Erklärung in "Ibrahimovic-Logik".
"Ich habe es trotzdem getan, um ihm klar zu machen: 'Das machst du verdammt noch mal nicht. Du hast nicht die Eier, es mir gegenüber zu machen. Ich werde dir zeigen, was passiert, wenn du das machst.' Darum habe ich es getan", stellte er klar.

Bei Ibrahimovic hört es sich ganz so an, als hätte er sich mit seiner Aktion einer größeren Sache geopfert, wohingegen die Sperre als völlig irrelevant anzusehen ist.

"Darum geht es nicht. Es geht darum, dem Typen klar zu machen, dass man sich über niemanden lustig macht, der am Boden liegt. Du greifst keinen Hund an, der nicht redet. Greife den an, der in der Lage ist, etwas zu tun. Es ist zu einfach, meine Mitspieler zu schikanieren, die 20 sind und sehr nett. Ich hoffe, das versteht er jetzt", so das eindeutige Statement des Angreifers.

Ibrahimovic denkt noch nicht an das Ende: "Werde so lange weitermachen wie ich kann"

Genau dafür liebt man die Sturm-Legende aber auch. Selbst mit seinen 40 Jahren brennt der Schwede noch für das, was er tut und ist als Charakter ebenso streitbar wie einmalig. Solche Typen gibt es im Fußball leider viel zu wenige. Ibrahimovic selbst wird uns jedoch erhalten bleiben, solange das Feuer noch in ihm brennt.

"Es ist nicht einfach. Jeden Tag wache ich auf und habe überall Schmerzen. Aber solange ich Ziele habe, solange ich das Adrenalin spüre, mache ich weiter. Ich werde so lange weitermachen wie ich kann", verspricht er.

Diese Einstellung zeichnete den Schweden schon immer aus, der bereits während seiner Jugend-Zeit in Malmö ordentlich aneckte, seinen Weg aber trotzdem weiterging.

"Ich habe kein Problem damit, zu leiden. Für mich ist das Leiden wie das Frühstück. Aber viele Menschen verstehen das Leiden nicht, weil die neue Generation nur sehr wenig tun muss, um etwas zu erreichen. Ich bin sehr stolz darauf, zu der älteren Generation zu gehören, die viel tun musste, um etwas zu erreichen", erklärte der Stürmer-Star.

Ibrahimovic über seinen Weg aus dem Ghetto zum Star: "Es kommt auf dich an"

Während die meisten Stars von heute in Fußball-Akademien großgeworden sind und alles für die Karriere bereit gestellt bekamen ist Ibrahimovic als Sohn eines bosnischen Hausmeisters und einer kroatischen Reinigungskraft in einem Einwanderungsviertel in Malmö aufgewachsen.

"Ich bin nicht hier, um zu sagen, dass ich cool bin, weil ich aus dem Ghetto komme oder dass du Mitleid mit mir haben solltest, weil ich von dort komme. Du machst das Beste daraus und dann kommt es auf dich an", erklärte er.

Selbst wenn die meisten seiner schwedischen Teamkollegen fußballerisch und gesellschaftlich ganz anders groß geworden sind als er selbst, sieht er sich dennoch als Teil von ihnen und lobt die Mentalität der jungen Truppe.

"Ich bin sehr stolz, weil ich sehe, dass diese jungen Spieler mehr Verantwortung übernehmen und sich die Mentalität ändert. Das ist jetzt mein Glück. Das ist mein Adrenalin. Ich gehe raus und renne genauso viel wie sie", erläuterte er.

Beim ersten Spiel der WM-Play-off-Serie müssen nun aber seine Teamkollegen vor allem für ihn laufen. Nur dann kann es mit einem weiteren großen Turnier klappen, dass die Nationalmannschaftskarriere des Superstars würdig beenden dürfte.

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