Hertha BSC

Wofür Hertha die Windhorst-Millionen ausgegeben hat

Daniel Holfelder
Hertha-Investor Lars Windhorst
Hertha-Investor Lars Windhorst / Tristar Media/GettyImages
facebooktwitterreddit

Seit seinem Einstieg im Sommer 2019 hat Lars Windhorst rund 375 Millionen Euro in den Hauptstadtklub gesteckt. Was ist mit dem Geld passiert?


Am vergangenen Sonntag hatte Windhorst bei Bild TV nicht nur den Sturz von Präsident Werner Gegenbauer gefordert, sondern auch mit einer anderen Aussage für Verwunderung gesorgt.

Auf die Frage, was die Berliner mit seinem Investment angestellt haben, antwortete der Unternehmer: "Wir haben der Finanzführung eine Reihe von Fragen gestellt, um genau zu verstehen, was mit dem Geld passiert ist. Bisher haben wir keine ausreichenden Antworten bekommen. Wir würden es selber gerne verstehen.“

Angeblich weiß Windhorst also selbst nicht, was mit seinen Millionen passiert ist. Glücklicherweise ist die Bild-Zeitung besser informiert.

Finanzberichte geben Aufschluss

So sind zum einen alle grundlegenden Ausgaben mit Windhorst bei dessen Einstieg im Juni 2019 besprochen worden. Zum anderen saß der 45-Jährige lange Zeit im Hertha-Beirat, in dem alle wesentlichen Investitionen durchgegangenen werden.

Allerdings soll Windhorst bei den halbjährlich stattfinden Beiratssitzungen bereits fünf Mal gefehlt haben. Da wundert es nicht, dass der Investor am Sonntag seinen Rückzug aus dem Gremium ankündigte.

Zusätzlich zu den Informationen, die der Beirat erhält, werden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats der KGaA (Bei den Berlinern ist die Lizenzspielerabteilung sowie die A-Jugend in eine Kommanditgesellschaft auf Aktion ausgegliedert) regelmäßige Finanzberichte zur Verfügung gestellt.

Neben den vier Mitgliedern, die Windhorst in den Aufsichtsrat beruft, werden die Finanzreports auch dem Investor selbst vorgelegt.

Die Bild hat offenbar Einblick in diese Dokumente und listet alle Ausgaben, die mit den Windhorst-Millionen getätigt wurden, fein säuberlich auf. Demnach gaben die Berliner das Geld folgendermaßen aus:

1. Tilgung von Altschulden: 100 Millionen

Auf Wunsch von Windhorst selbst wurden alte Anteilseigner, etwa der amerikanische Finanzinvestor KKR, ausbezahlt.

2. Transferperiode 2019/20: 130 Millionen

In der Saison 2019/2020 hat die Alte Dame rund 130 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Die Summe setzt sich aus Ablösesummen, Gehältern und Provisionen zusammen. Konkret handelt es sich um die damaligen Neuzugänge Lukebakio, Ascacibar, Cunha, Tousart und Piatek. Vier der Verpflichtungen wurden vom Windhorst-Vertrauten und ehemaligem Trainer Jürgen Klinsmann sowie Ex-Manager Michael Preetz getätigt.

3. Corona-Verlust: 100 Millionen

Wie viele andere Klubs hat die Coronapandemie auch die Hertha finanziell hart getroffen. Finanz-Chef Ingo Schiller gab auf der Mitgliederversammlung im Januar bekannt, dass ein Verlust von etwa 100 Millionen gegenfinanziert werden musste.

4. Infrastruktur: 1-9 Millionen

Auch in eine verbesserte Infrastruktur hat die Hertha Geld investiert. Um welchen Betrag es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Die Summe soll sich jedoch im einstelligen Millionenbereich bewegen.

5. Eigenkapital: 107,5 Millionen

Auf der Mitgliederversammlung erklärte Schiller außerdem, dass das Eigenkapital der Hertha dank Windhorst von 36 auf 107,5 Millionen gestiegen sei.


Alle News zur Hertha bei 90min:

Alle Hertha-News
Alle Bundesliga-News
Alle Frauenfußball-News

facebooktwitterreddit