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Hertha entlässt Korkut! Acht potenzielle Nachfolger im Check

Dominik Hager
Tayfun Korkut muss die Hertha wohl verlassen
Tayfun Korkut muss die Hertha wohl verlassen / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Hertha-Coach Tayfun Korkut wurde nach der Pleite gegen Gladbach freigestellt. Die Berliner rangieren nur noch auf Rang 17 der Bundesliga und werden sich nun nach einem "Feuerwehrmann" umsehen müssen. Diese acht Kandidaten könnten für diesen schwierigen Job in Frage kommen.


1. Niko Kovač

Niko Kovac
Eurasia Sport Images/GettyImages

Der ehemalige Bayern-Coach ist selbstredend ein Name, über den diskutiert werden könnte. Dies ist alleine aufgrund seiner Vergangenheit naheliegend. Kovač hat als aktiver Spieler 148 Matches für die Hertha bestritten und ist demzufolge natürlich mit der Stadt und dem Verein verbunden. Auch Sportvorstand Fredi Bobic kennt Kovač noch bestens.

Zwar lief es für den Kroaten in München und Monaco nicht so ganz rund, jedoch dürfte sich der Coach mit Teams in unteren Tabellenregionen leichter tun. Kovač kann seinen Teams durchaus eine solide Grundordnung und defensive Stabilität einflößen. Dies dürfte nach der Gegentorflut der jüngsten Wochen ein hohes Gut sein. Dass der 50-Jährige kein schlechter Trainer ist, hat er zumindest in Frankfurt absolut bewiesen.

Trotzdem: Kovač scheint kein ernsthafter Kandidat zu sein. Zuletzt schloss er ein zeitnahes Engagement in der Bundesliga zumindest eher aus.

2. Friedhelm Funkel

Friedhelm Funkel
Frederic Scheidemann/GettyImages

Eigentlich befindet sich Friedhelm Funkel seit seinem Engagement in Köln in Trainerrente. Dies muss jedoch nicht in Stein gemeißelt sein. Einmal mehr könnte dem 68-Jährigen seine Berufung als Feuerwehrmann dazwischen kommen.

Es gibt wohl kaum einen Coach, dem es schneller gelingt, eine angeschlagene und leblose Truppe wieder auf die Beine zu bringen. Funkel ist kein Trainer, der über besonders innovative Ideen oder ausgefallene Konzepte verfügt, jedoch ist dies bei abstiegsgefährdenden Klubs ohnehin nicht hilfreich. Funkel besinnt sich taktisch auf die wichtigen Dinge und stellt den Zusammenhalt im Team in den Vordergrund. Die Hertha könnte genau das brauchen.

3. David Wagner

David Wagner
BSR Agency/GettyImages

Ein wenig unverhofft hätte David Wagner gerade viel Zeit, sich um die Hertha zu kümmern. Der 50-Jährige wurde erst kürzlich von den Young Boys Bern vor die Tür gesetzt. Wagner übernahm erst im Sommer den Job von Meister-Coach Gerardo Seoane, hinkte in der Liga aber weit hinter Zürich her.

Wagner ist aber auch ein Coach, dem es eher liegt, aus mittelmäßigem Personal viel zu machen. Nicht umsonst erlebte er seine beste Zeit als Coach beim englischen Underdog-Klub Huddersfield. Rückblickend muss man auch sagen, dass sein Engagement in Schalke womöglich gar nicht so schlecht war, wenn man es in Relation zu seinen Nachfolgern setzt.

Angaben der Sportbild zufolge war Wagner bereits nach der Dardai-Entlassung ein Thema, jedoch trainierte er zu diesem Zeitpunkt noch die Young Boys.

4. Lucien Favre

Lucien Favre
Lars Baron/GettyImages

Kehrt Lucien Favre zur Hertha zurück? Der Schweizer trainierte die Berliner zwischen 2007 und 2009, ehe Stationen in Gladbach und Dortmund folgten.

Dagegen spricht die Tatsache, dass die Trennung damals eher unschön lief, nachdem sich Favre abfällig über die Transfer-Politik des Vereins geäußert hatte. Ob Favre der Hertha wirklich helfen könnte ist ohnehin zweifelhaft, da dieser zwar als guter Taktiker gilt, jedoch eher ruhig und emotionslos agiert und eine Mannschaft nur schwer mitreißen kann.

Im Abstiegskampf geht es jedoch um Leidenschaft und Hingabe pur. Ob Favre die letzten Prozent aus der Hertha rausholen kann, erscheint zweifelhaft.

5. Mark van Bommel

Mark van Bommel
Stuart Franklin/GettyImages

Der Holländer hat beim VfL Wolfsburg wohl mit die merkwürdigste Amtszeit in der Bundesliga-Geschichte erlebt. Van Bommel startete furios und führte die Wölfe mit vier Siegen zum Auftakt auf Rang eins. Es folgten unglücklicherweise aber vier Bundesliga-Pleiten in Serie und schlechte internationale Auftritte, weswegen der Coach nur kurz darauf vor die Tür gesetzt wurde.

Wirklich geholfen hat die Entlassung dem VfL allerdings nicht, was durchaus dafür spricht, dass er eine gewisse Qualität mitbringt. Diese hat er auch in Eindhoven gezeigt. Ob der ehemalige Bayern-Spieler ein heißer Kandidat ist, wird sich zeigen, jedoch wäre er durchaus eine grundsolide Lösung.

6. Markus Gisdol

Markus Gisdol, Marlus Gisdol
Lars Baron/GettyImages

Markus Gisdol hat angesichts der Ereignisse um den Ukraine-Krieg sofort die Reißleine gezogen und sich von Lok Moskau getrennt. Die wenigen Monate als Coach in Russland liefen in Summe aber ohnehin nur mäßig erfolgreich.

Dennoch ist Gisdol natürlich ein erfahrener Bundesliga-Coach, zumal er bereits die TSG Hoffenheim, den Hamburger SV und den 1. FC Köln trainiert hat. Insgesamt verliefen seine Trainerstationen eher mittelmäßig, jedoch kann er als emotionaler Typ und leidenschaftlicher Trainer seinen Teams durchaus Erfolg bringen, der jedoch oft nicht allzu lange andauert.

In der aktuellen Situation zählen bei der Hertha aber eh nur die nächsten Wochen. Gisdol wäre nicht die schlechteste Lösung, hat er sich als Feuerwehrmann doch wahrlich bewährt.

7. Mirko Slomka

Mirko Slomka
Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Mirko Slomka ist natürlich auch der Inbegriff eines erfahrenen Bundesliga-Trainers. Gegen ihn spricht jedoch die Tatsache, dass seine Erfolge praktisch von Station zu Station eher abnahmen. Wirkliche Ausrufezeichen hat der Coach eigentlich seit zehn Jahren nicht setzen können. Seine letzten Amtszeiten in Karlsruhe und in Hannover liefen nicht wirklich gut.

Ob Slomka also nun die Chance bekommt, die Hertha auf ihrer Rettungsmission zu begleiten, ist fraglich. Verfügbar wäre Slomka aber immerhin.

8. Achim Beierlorzer

Achim Beierlorzer
Maja Hitij/GettyImages

Achim Beierlorzer hat als Trainer in dieser Saison einen Punkteschnitt von 3,00 vorzuweisen, was aber mehr daran liegt, dass der ehemalige Leipziger Assistenztrainer nur ein Spiel als Interimscoach bestritten hatte.

Seit seinem Abschied aus Leipzig ist der Coach ohne Job. Beierlorzer erlebte seine beste Zeit bei Jahn Regensburg und hatte anschließend in Köln überhaupt keinen und in Mainz nur zu Beginn Erfolg.

Fachwissen ist bei Beierlorzer sicherlich vorhanden, aber seine Erfolge sprechen nicht unbedingt für eine Einstellung bei der Hertha. Das hatten sie bei Korkut allerdings auch schon nicht.


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