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Gladbach: So ist Marco Rose nicht mehr zu halten

Stefan Janssen
Marco Rose.
Marco Rose. / Pool/Getty Images
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Gäbe es den Wechsel von Marco Rose zu Borussia Dortmund nicht, würde ihn auch nach der Niederlage gegen Mainz niemand anzweifeln. Weil es ihn aber gibt, muss man es nach dieser erneut sehr schwachen Leistung tun. Kann dieser Trainer bei all der Unruhe noch erfolgreich arbeiten?

Das 1:2 gegen den FSV Mainz 05 war das nächste in einer Liste von zahlreichen schwachen Bundesligaspielen von Borussia Mönchengladbach in dieser Saison. Abgesehen von den Heimsiegen gegen die Bayern und den BVB überzeugten die Fohlen nämlich äußerst selten, ja sogar die Siege wie im Januar gegen Bielefeld oder vor allem Bremen, wo die Gäste sich selbst schlugen, waren nicht schön anzusehen.

Vor allem die Auftritte gegen vermeintlich schwächere Gegner im heimischen Borussia-Park machen sorgen - und das ist längst nicht erst der Fall, seit es die Gerüchte um Marco Roses Abgang gibt. Schon das allererste Heimspiel der Saison gegen Union Berlin war ähnlich wie das am Samstag gegen Mainz: Mit dem Ball einfach langsam, langweilig, uninspiriert, ohne fußballerische Lösungen gegen defensiv agierende Teams. Dazu mischen sich dann gerne grobe Schnitzer in der Abwehr, die dann die Punktverluste zur Folge haben.

"Ich nehme diese Niederlage auf meine Kappe. Im Zusammenhang mit meiner Person gab es in dieser Woche eine Menge Unruhe. "

Marco Rose (via borussia.de)

Dass es sportlich in der Bundesliga in dieser Saison nicht läuft wie gewünscht, hat also nicht unbedingt etwas mit dem Wechsel von Rose zum BVB zu tun. Und würde es diesen Wechsel nicht geben, würde auch niemand den Trainer anzweifeln. Es gibt ihn aber. Und aus diesem Grund gibt es durchaus auch Argumente, um eine sofortige Trennung Roses in Betracht zu ziehen.

Die sportlichen Ziele sind gefährdet

"Wir waren gut vorbereitet auf das Spiel, aber das Ergebnis hilft uns natürlich gar nicht und bedeutet, dass es womöglich im Umfeld noch unruhiger wird", sagte Rose nach der Mainz-Niederlage auf der Pressekonferenz. Damit hat er natürlich recht. Es war die zweite Heimniederlage, die der Trainer jetzt ganz offen auf seine Kappe nimmt. Sie schmerzt genauso wie das 1:2 im Derby, bei dem die Mannschaft ebenfalls einfach schlecht spielte.

Die Unruhe, die schon längst da ist und jetzt nicht weniger wird, ist das Eine. Das Andere ist aber die Sache, dass die sportlichen Ziele durch die erwähnten vielen grausamen Auftritte gefährdet sind. Gladbach droht das internationale Geschäft zu verpassen und das liegt momentan einzig und allein am Team selbst, weil es sein Potenzial nicht ausschöpft. Und dann muss man über den Trainer reden, vor allem wenn klar ist, dass er am am Saisonende sowieso geht.

Es braucht auch einen geeigneten Nachfolger

Die Frage dabei ist natürlich: Hat Max Eberl einen Kandidaten in der Hinterhand, der dann übernehmen könnte bis Saisonende? Oder könnte er bereits den dauerhaften Nachfolger holen? Es bringt auch nichts, Rose freizustellen, wenn man keine bessere Alternative hat. Zumal es jetzt Schlag auf Schlag geht mit Champions League und DFB-Pokal. Man darf nicht vergessen, dass Rose diese Mannschaft weiterentwickelt hat und wenn man ehrlich ist, wird er jetzt nicht absichtlich schlechte Arbeit leisten.

Leider ist von dem aktuellen Fußball, der Gladbach bis in die Champions League führte, jedoch wenig zu sehen. Und das sorgt für immer mehr Unruhe, die natürlich auch die Mannschaft erreicht. Ob sie am Ende trotzdem in dieser Konstellation erfolgreich sein kann? Das muss Max Eberl bewerten. Aber mit weiteren Auftritten wie gegen Mainz ist Rose nicht mehr zu halten.

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