Frauen-Bundesliga TOTW: Die Topelf des 4. Spieltags

Die 90min-Topelf des vierten Spieltags
Die 90min-Topelf des vierten Spieltags /
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Mit zwei klaren 4:0-Siegen empfahlen sich besonders der FC Bayern und Eintracht Frankfurt für die Topelf des 4. Spieltags. Je zwei Akteurinnen der beiden Top-Mannschaften schafften es ins 90min-Aufgebot, in dem diesmal fast alle Klubs vertreten sind. Lediglich die Rheinländer aus Köln und Leverkusen sowie die SGS Essen verpassten eine Nominierung.


Die Topelf im Überblick

1. Tor & Abwehr

Jil Frehse
Die junge Potsdamer Torfrau Jil Frehse hielt ihre Farben gegen den VfL Wolfsburg lange im Spiel / Matthias Kern/GettyImages

TW: Jil Frehse (Turbine Potsdam) - Die erst 18-jährige Jill Frehse sorgte beim 0:2 gegen Tabellenführer Wolfsburg dafür, dass die Begegnung bis kurz vor Schluss offen blieb. Bei den Gegentreffern machtlos, brachte sie die Wölfinnen mit zahlreichen vorzüglichen Paraden, etwa gegen Jill Roord (14.), Alexandra Popp (27.), Jule Brand (43.) oder Ewa Pajor (82.), an den Rand der Verzweiflung und empfahl sich für weitere Einsätze. Gut möglich, dass Trainer Sebastian Middeke auch nach der Rückkehr von Stammkeeperin Vanessa Fischer (Rotsperre) an Frehse festhält.

RV: Paulina Krumbiegel (TSG Hoffenheim) - Paulina Krumbiegel feierte nach drei Einwechslungen zu Saisonbeginn gegen Freiburg ihr Debüt in der Startformation. Die 21-Jährige, die die gesamte letzte Spielzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses verpasst hatte, gefiel durch kompromisslose Zweikampfführung und hohe Einsatzbereitschaft, schob auf ihrer rechten Seite immer wieder mit an und gehörte im badischen Derby zu den besten Akteurinnen auf dem Platz. Nach diesem Auftritt spricht wenig dagegen, dass die gelernte Mittelfeldspielerin auch zukünftig die Rechtsverteidiger-Position bekleidet.

IV: Tainara (Bayern München) - Der brasilianischen Neuverpflichtung, die schon im Eröffnungsspiel bei Eintracht Frankfurt eine Glanzleistung abgeliefert hatte, gelang gegen den 1. FC Köln ihr erstes Pflichtspieltor für den FC Bayern. Doch nicht allein deswegen verdiente sich die 23-Jährige die Berufung in die Topelf. Tainara agierte defensiv ohne Fehl und Tadel, war stets zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde und übernahm im Spielaufbau eine zentrale Rolle.

LV: Camilla Küver (Eintracht Frankfurt) - Erst in der Saisonvorbereitung kam Camilla Küver von einem Kreuzbandriss zurück. Die Verletzung hatte sie im November 2021 erwischt, als sie sich als 18-Jährige gerade als Stammspielerin bei Eintracht Frankfurt etabliert hatte. In der aktuellen Saison kam Küver bei den vorherigen Spielen nicht an Verena Hanshaw vorbei, nutzte gegen Essen aber jetzt ihre Chance. Küver besorgte per Kopf das wichtige 1:0, die frühe Führung im Rücken gab Frankfurt Sicherheit gegen ein mutiges Essen. Auch in der weiteren Partie zeigte sich Küver aufmerksam und solide. Sie verlor wenige Bälle, aber schaltete sich auch mehrmals vorne mit ein und unterstützte auf dem Flügel. Nach hinten war sie ebenfalls immer zur Stelle und gewann einige Bälle zurück.

2. Mittelfeld

Linda Dallmann
Immer wieder Dallmann: Die Mittelfeldspielerin befindet sich seit Wochen in herausragender Verfassung / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

DM: Lina Hausicke (Werder Bremen) - Hausicke ist im Bremer Mittelfeld für das Abräumen vor der Abwehr verantwortlich und scheut sich nicht, sich die Finger schmutzig zu machen. Das zeigte sie auch schon letzte Saison, als sie zur Folge auch die meisten gelben Karten kassierte. In der ein oder anderen Szene hätte sie dort etwas cleverer agieren können, war mit ihrer Zweikampfstärke aber trotzdem ein Garant für Stabilität in der Mitte. Hausicke trug damit einen großen Teil dazu bei, dass Bremens Abwehr als ein schwer zu knackendes Bollwerk bekannt wurde. Auch gegen Duisburg sicherte sie ihre Verteidigung wieder sehr gut ab und war gewohnt fleißig und zweikampfstark. Sie machte gut die Räume zu und riss dafür viele Kilometer ab. In der 51. Minute stellte sie auch ihre Tackling-Qualitäten mit einer wichtigen Grätsche unter Beweis und verhinderte so eine gute Torchance.

ZM: Svenja Huth (VfL Wolfsburg) - Huth ist fast immer eine der wichtigsten Spielerinnen von Wolfsburg – selbst, wenn sie nicht ihren allerbesten Tag hat. Das sagt viel aus über die Qualitäten der 31-Jährigen, die für den VfL unersetzlich ist. Huth spielt unberechenbar und ist für die gegnerische Verteidigung schwer zu fassen. Das war auch gegen Potsdam der Fall, wo sie immer wieder die Halbräume fand und mit Tempoläufen das Wolfsburger Spiel beschleunigte. Das Manko war am Samstag ihre Genauigkeit, womit sie sich selbst mehrmals um die Früchte ihrer Aktionen brachte. Huth steigerte sich in der zweiten Hälfte dann aber und spielte die Pässe noch einen Tacken genauer.

ZM: Lisa Josten (SV Meppen) - Bayer Leverkusen gab nach dem 1:6-Debakel gegen Wolfsburg auch gegen Meppen keine gute Figur ab. Das lag aber auch an einem spielfreudigen Gegner, der es ihnen nicht leicht machte. Meppen hatte auch in den ersten Spielen schon gute Ansätze gezeigt, konnte sich aber nicht belohnen und blieb so punktlos. Gegen Bayer gelangen den Emsländerinnen dann Big Points im Kampf gegen den Abstieg, indem sie giftig spielten und Leverkusen mit einigen Kombinationen unter Druck setzen. Der entscheidende Elfmeter resultierte zwar aus einer umstrittenen Szene, aber auch aus dem Spiel heraus kam Meppen zu Chancen. Mittelfeldspielerin Lisa Josten tat sich mit ihrer Dynamik und Spielintelligenz besonders hervor. Sie spielte mehrere Pässe in die Schnittstellen von Leverkusens Abwehr und setzte sich auch im 1-gegen-1 gut durch. So kreierte sie einige gute Chancen und war eine der auffälligsten Akteurinnen auf dem Platz.

OM: Linda Dallmann (FC Bayern) - Linda Dallmann ist nicht nur die Bundesliga-Spielerin mit dem wohl spektakulärsten Bizeps, gegenwärtig kann ihr auch auf dem Platz kaum jemand das Wasser reichen. Seit Wochen macht die flinke Dribblerin nicht nur die Kraft-, sondern auch die gegnerischen Strafräume unsicher, schießt Tor um Tor und lässt selbst die schwierigsten Dinge kinderleicht aussehen. Beim 4:0 gegen den 1. FC Köln war die 28-Jährige mit der engen Ballführung erneut die beste Spielerin auf dem Platz, kurbelte die bayerischen Angriffe Mal um Mal an und eröffnete den Münchner Torreigen in bester Torjägermanier mit einem schlichten, aber umso wichtigeren Abstauber.

3. Sturm

Shekiera Martinez
Frankfurts Shekiera Martinez schnürte gegen die SGS Essen einen Doppelpack / Sebastian Widmann/GettyImages

RA: Alissa Andres (MSV Duisburg) - Abgesehen von einem 3:0 gegen Turbine Potsdam hat der MSV Duisburg diese Saison noch nicht die ganz große Torgefahr ausgestrahlt. Dem Gegner am Sonntag, Werder Bremen, geht es ebenso – weshalb das Ergebnis, ein torloses Unentschieden, auch nicht ganz überraschend kam. Duisburg tat sich auch auf dem Bremer "Platz 11" schwer, sich klare Torchancen herauszuspielen. Dennoch kamen sie einige Male in Werders Strafraum, was auch an Alissa Andres lag, die auf dem rechten Flügel immer wieder für Alarm bei Bremen sorgte. Die 20-Jährige war sehr agil und konnte sich immer wieder durchsetzen. Dazu ackerte sie viel und half auch im Mittelfeld oder noch weiter hinten aus. Auch ihre Hereingaben waren in den meisten Fällen präzise – an ihr lag es nicht, dass Duisburg weiterhin nur drei Tore auf dem Konto hat.

MS: Shekiera Martinez (Eintracht Frankfurt) - Die junge Shekiera Martinez wäre wohl bei fast jedem anderen Bundesligisten klare Stammspielerin, angesichts der großen Konkurrenz muss sich die 21-Jährige in Frankfurt mit wenigen Einwechselminuten zufrieden geben. Dass die Jokerrolle nicht vor Toren schützt, bewies Martinez beim 4:0 gegen die SGS Essen eindrucksvoll. Sekunden nach ihrer Hereinnahme erzielte sie auf Vorlage von Lara Prasnikar das 3:0, wenig später drückte sie eine Flanke von Leticia Santos mit dem Bauch zum 4:0-Endstand über die Linie. Da die Stürmerin schon am zweiten Spieltag gegen Freiburg getroffen hatte, steht sie nun bereits bei drei Saisontreffern - wohlgemerkt in insgesamt nur 87 Einsatzminuten.

LA: Lisa Kolb (SC Freiburg) - Freiburgs Lisa Kolb markierte beim 2:3 im Baden-Derby gegen die TSG Hoffenheim den zwischenzeitlichen Führungstreffer zum 2:1, als sie nach einem abgewehrten Schuss von Hasret Kayikci gut nachsetzte und TSG-Torfrau Tufekovic mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel bezwang. Die junge Österreicherin sorgte auf ihrer linken Außenbahn mehrfach für Gefahr und bestätigte ihre gute Form aus den vergangenen drei Spielen. Insgesamt stehen für Kolb nun bereits fünf Scorerpunkte (Zwei Tore, drei Assists) zu Buche.


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