Frankreich gegen Argentinien im Head-to-Head-Vergleich

Dominik Hager
Welcher Superstar hat heute das bessere Ende für sich?
Welcher Superstar hat heute das bessere Ende für sich? / John Berry/GettyImages
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Die Fußball-Welt wartet auf das WM-Finale. Am Sonntag treffen Argentinien und Frankreich aufeinander und greifen nach einem langen und schweren Turnier um den Pott. Wir sehen uns an, welches der beiden Teams auf dem Papier stärker besetzt ist.

1. Emiliano Martinez - Hugo Lloris

Hugo Lloris
Hugo Lloris / Robert Cianflone/GettyImages

Beiden Torhütern kann man anrechnen, dass sie bislang ein starkes Turnier spielen. Dies ist aber nicht sonderlich überraschend, wenn ihre Nationen im Finale stehen. Martinez hatte mit der Last-Minute-Parade gegen Australien und den beiden gehaltenen Elfmetern gegen die Elftal die entscheidenderen Szenen im Turnierverlauf. Doch auch Hugo Lloris strahlt eine gewaltige Ruhe aus und war da, wenn er mal gefordert wurde. Der Franzose ist auf Top-Match-Ebene und in Finalspielen erfahrener. Der Punkt geht knapp an Lloris.

Punkt für Frankreich: 0:1

2. Nahuel Molina - Jules Koundé

Nahuel Molina
Nahuel Molina / Eurasia Sport Images/GettyImages

Beide Rechtsverteidiger zu vergleichen ist schwierig, da sie grundverschieden sind. Koundé ist eigentlich ein Innenverteidiger, macht sich in seiner ungewohnter Rolle aber nicht schlecht. Der Barca-Star ist vor allem in der Defensivarbeit konsequent und sicher. Auf dem Weg nach vorne ist Molina jedoch derjenige, der ein wenig mehr Ertrag hervorbringt. Der Atlético-Profi hat gegen Polen ein Tor vorbereitet und gegen die Niederlande selbst einen Treffer erzielt. In Summe ist Koundé zwar der bessere Spieler, jedoch liegen die Akteure auf der Rechtsverteidiger-Position wohl in etwa gleichauf.

Punkt für beide: 1:2

3. Christian Romero - Raphael Varane

Raphael Varane
Raphael Varane / Visionhaus/GettyImages

Blickt man auf die Leistungen der beiden Spieler in der Premier League, so ist Romero der etwas bessere und stabilere Kandidat. Der Argentinier hat eigentlich alles, was ein Innenverteidiger braucht und steht auch im WM-Verlauf recht stabil. Varane ist bei den Les Bleus allerdings auch schon seit vielen Jahren eine Bank. Beide sind absolut Final-tauglich.

Punkt für beide 2:3

4. Nicolas Otamendi - Dayot Upamecano

Dayot Upamecano
Dayot Upamecano / Soccrates Images/GettyImages

Otamendi hat seinen Zenit ein wenig überschritten, wenngleich er bei den Gauchos noch immer zu den Führungsspielern und Leistungsträgern zählt. Seine eher geringe Geschwindigkeit könnte gegen Mbappé aber durchaus zum Problem werden. Upamecano muss sich zwar gegen Messi warm anziehen, jedoch gibt es keinen Verteidiger, der das nicht muss. Der Bayern-Star spielt eine starke Saison und war auch bei der WM bislang bis auf ein, zwei Ausnahmen sehr gut. Upamecano ist - insofern er im Finale mit dabei sein kann - der bessere Verteidiger.

Punkt für Frankreich: 2:4

5. Marcos Acuna - Théo Hernández

France v Morocco: Semi Final - FIFA World Cup Qatar 2022
Théo Hernández / Sebastian Frej/MB Media/GettyImages

Marcos Acuna muss sich zwar nicht verstecken, ist im Vergleich zur Abwehr-Rakete Hernández aber doch eher der "menschliche" Außenverteidiger. Acuna hat keine komplett herausragenden Fähigkeiten, ist aber technisch gut, kann Flanken schlagen und auch in der Rückwärtsbewegung gut verteidigen. Hernández ist mit seinem Tempo normalerweise kaum zu stoppen und war auch im Turnierverlauf bereits an mehreren Treffern beteiligt. Sein wichtigstes Tor war der Führungstreffer gegen Marokko. Der Milan-Star hat offensiv einen derartigen Impcat, dass er den Vergleich nur gewinnen kann.

Punkt für Frankreich: 2:5

6. Leandro Paredes - Adrien Rabiot

Leandro Paredes
Leandro Paredes / Quality Sport Images/GettyImages

Paredes ist als Typ wie gemacht für Finalspiele. Der Argentinier agiert gerne hart und geht mit großen Emotionen an die Sachen heran. Der ein oder andere Ausraster kann da schon mal dabei sein. Sportlich ist Paredes ein Spieler, der nicht unbedingt glanzvoll agiert, den Gegenern jedoch mit seiner Defensiv-Stärke den Zauber nehmen kann. Rabiot ist derweil ein besserer Techniker und torgefährlicher. Während der WM hat er sich als Leader-Figur etabliert. In Summe nehmen sich beide wenig.

Punkt für beide: 3:6

7. Enzo Fernandez - Aurélien Tchouaméni

Aurelien Tchouameni
Aurélien Tchouaméni / BSR Agency/GettyImages

Tchouameni konnte seinem Ruf als vielleicht stärkstes Sechser-Talent der aktuellen Zeit bislang voll und ganz gerecht werden. Der Real-Star besticht durch seine Physis, Ruhe am Ball, aber auch durch seine Torgefahr. Sein Treffer gegen England gehörte zu den schönsten Buden des Turniers. Enzo Fernandez ist währenddessen eine der Entdeckungen des Turniers. Der 21-Jährige betreibt einen großen Arbeitsaufwand, glänzt mit klugen Pässen und war insbesondere in der Vorrunde mit seinem Treffer gegen Mexiko und seiner Vorlage gegen Polen mitentscheidend. Für den Franzosen spricht jedoch die größere Erfahrung in einer Top-Liga.

Punkt für Frankreich: 3:7

8. Rodrigo de Paul - Ousmane Dembélé

Ousmane Dembele
Ousmane Dembélé / Mohamed Farag/GettyImages

Beide Akteure sind natürlich grundverschiedene Spielertypen. De Paul ist ein verlässlicher und mannschaftsdienlicher Mittelfeldspieler, der Ruhe am Ball ausstrahlt, aber auch Akzente im Angriffsspiel setzen kann. Dembélé ist hingegen deutlich mehr der Typ Unterschiedsspieler. Mit seiner Technik und seiner Geschwindigkeit kann der Barca-Star jede Abwehrreihe durcheinanderwirbeln. Im bisherigen Turnierverlauf fehlt es dem Franzosen ein wenig an Effizienz, dafür ist sein Arbeitseinsatz zu loben. In Summe ist Dembélé natürlich der bessere Kicker.

Punkt für Frankreich: 3:8

9. Alexis Mac Allister - Kylian Mbappé

Kylian Mbappe
Kylian Mbappé / Robert Cianflone/GettyImages

Erneut sind beide Spielertypen nicht zu vergleichen. Allister ist ein mannschaftsdienlicher Spieler mit Zug zum Tor, der aber viel mehr defensive Aufgaben besitzt, als Mbappé. Der Franzose ist hingegen ein nahezu unaufhaltsamer Offensivspieler, der jeder Abwehrreihe Angst einflößen kann. Der PSG-Star gehört zu den gefährlichsten Spielern der Welt und hat dies auch in Katar bereits eindrucksvoll bewiesen. Selbstredend holt er den nächsten Punkt für Frankreich.

Punkt für Frankreich: 3:9

10. Lionel Messi - Antoine Griezmann

Lionel Messi
Lionel Messi / Robert Cianflone/GettyImages

Lionel Messsi spielt bislang ein herausragendes Turnier und setzt alles daran, mit Argentinien endlich Weltmeister zu werden. Man kann fast schon sagen, dass der 35-Jährige bei dieser WM leistungstechnisch über allen anderen steht und an seine Primetime anschließt. Griezmann spielt in seiner neuen Rolle als Ballverteiler und Kreativspieler nach längerer Durststrecke endlich wieder stark auf und ist ein absoluter Schlüsselspieler in der Offensive. An Messi kommt er aber natürlich nicht heran.

Punkt für Argentinien: 4:9

11. Julian Alvarez - Olivier Giroud

Julian Alvarez
Stephen Nadler/ISI Photos/GettyImages

Was der junge Argentinier an Leistungsbereitschaft, Mut und Torgefahr an den Tag legt, ist schon beeindruckend. Der Man-City-Star war insbesondere gegen Kroatien mit zwei Treffern und einem herausgeholten Elfmeter der Held neben Messi, erzielte aber auch schon wichtige Tore gegen Australien und Polen. Damit hat er unter anderem Lautaro Martinez deutlich in die Schranken gewiesen. Olivier Giroud zeigt auch im fortgeschrittenen Alter seine Klasse und ersetzt Benzema sehr gut. Der Rournier traf gegen Polen und England und überzeugt als Ballmagnet- und Verteiler. Die jugendliche Unbekümmertheit von Alvarez, der einfach einen unglaublichen Run hat, erscheint in Hinblick auf das Finale aber als noch vielversprechender.

Punkt für Argentinien: 5:9


The Last Dance in Katar: Die WM-Analyse mit Tobias Escher

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