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Bayern München

Roca hofft auf Nagelsmann und liefert Kampfansage: "Ich bleibe und kämpfe"

Dominik Hager
Marc Roca hofft auf eine neue Chance unter Julian Nagelsmann.
Marc Roca hofft auf eine neue Chance unter Julian Nagelsmann. / Eurasia Sport Images/Getty Images
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Marc Roca erhofft sich in der kommenden Saison eine deutlich größere Rolle, als das noch in der abgelaufenen Runde der Fall war. Für den jungen Spanier spricht, dass mit Julian Nagelsmann ein neuer Trainer da ist, der den 24-Jährigen bereits nach Leipzig holen wollte. Der Spieler ist bereit, Vollgas zu geben und hat sogar seine Teilnahme an den Olympischen Spielen abgesagt, um sich voll auf den FC Bayern und die Vorbereitung konzentrieren zu können. Im Interview mit Sport1 hat der Spanier eine klare Kampfansage hinterlassen.


Trotz seiner unbefriedigenden Premieren-Saison bei den Bayern und der fast gänzlichen Nichtbeachtung von Hansi Flick, denkt Marc Roca gar nicht daran, den Bayern den Rücken zu kehren.

"Ich bleibe, kämpfe und will diesen Verein nicht verlassen."

Marc Roca, Sport 1

"Ich will definitiv beim FC Bayern bleiben und mich hier durchsetzen. Ich bin erst im vergangenen Oktober nach München gewechselt und habe noch große Ziele in diesem Klub. Es war klar, dass ich in einem neuen Land, in einer neuen Stadt und in diesem großen Verein Anlaufzeit brauche", untermauerte der Spanier. "Ich habe jeden Tag das Gefühl, dass ich hierbleiben und kämpfen muss. Denn ich fühle mich pudelwohl, mein Deutsch wird jeden Tag besser und ich verstehe immer mehr. Das ist wichtig. Also nochmal: Ich bleibe, kämpfe und will diesen Verein nicht verlassen."

Marc Roca setzt auf die Karte Julian Nagelsmann

Recht viel deutlicher hätte er seine Ambitionen kaum unterstreichen können. Vieles hat wohl auch damit zu tun, dass Hansi Flick, der gar nicht auf ihn setzte, weg ist und Julian Nagelsmann das Zepter übernommen hat. Dieser gilt als Fan des passstarken Mittelfeldspielers und wollte ihn sogar vor einem Jahr nach Leipzig holen.

"Es war tatsächlich so, dass mich mein Berater im vergangenen Sommer darüber informiert hat, dass sich RB Leipzig und Julian Nagelsmann für mich interessieren. Ich hoffe, dass er immer noch eine positive Meinung über mich hat", bestätigt Roca die Geschichte.

Julian Nagelsmann
Setzt Nagelsmann auf Roca? / Maja Hitij/Getty Images

Der einstige U21-Europameister freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Bayern-Coach und ist sich sicher, dass der 33-Jährige in München Großes leisten wird: "Er wird ein sehr guter Trainer für den FC Bayern sein. Er hat in Hoffenheim und zuletzt in Leipzig hervorragende Arbeit geleistet und seine Spieler verbessert. Wir werden viel von ihm lernen können und wollen mit ihm Titel gewinnen."

Seine Entscheidung, im Vorjahr nicht nach Leipzig, sondern nach München gewechselt zu sein, hat der Mittelfeldspieler trotz de vielen Probleme nicht bereut.

"Ich wollte immer zum FC Bayern wechseln. Unter unserem neuen Trainer Julian Nagelsmann werde ich eine neue Chance erhalten. In meinem ersten Jahr beim FC Bayern wollte ich lernen. Jetzt werde ich bereit sein, um durchzustarten. Ich bin schon hochmotiviert für die kommende Saison", blickt er euphorisch in die Zukunft.

Mehr Power für den Erfolg: "Die Physis ist in der Bundesliga sehr wichtig"

Roca setzt jedoch nicht nur auf den neuen Trainer und seine gewonnen Erfahrungen, sondern auch auf die Saisonvorbereitung. Während einige Münchner während und nach der EM noch fehlen werden, kann sich der Spanier gleich ins Training stürzen. "Ich freue mich auch darauf, dass ich in dieser Saison von Tag eins an in der Vorbereitung dabei sein werde. Wie Sie wissen, bin ich im vergangenen Sommer erst kurz vor dem Ende des Transferfensters nach München gewechselt. Dadurch habe ich die wichtige Sommervorbereitung verpasst. Jetzt lege ich direkt los. Das wird sich positiv für mich auswirken", ist er sich sicher.

Zuletzt zeigte sich der Mittelfeldspieler seinen Fans beim Training in der Kraftkammer. Gerade im körperlichen Bereich offenbarte Roca in der vergangenen Saison schließlich noch Defizite. Doch damit soll von jetzt an Schluss sein.

"Ja, denn die Physis ist in der Bundesliga sehr wichtig. Viel wichtiger als in Spanien. Hier in Deutschland brauche ich Power und Muskeln", schildert der ehemalige Spieler von Espanyol Barcelona die Unterschiede.

Roca schwärmt von Konkurrent Kimmich: "Ein großartiger Anführer"

Ob es für Roca dann für eine größere Rolle oder gar einen Stammplatz reicht, bleibt abzuwarten. Mit Leon Goretzka und Joshua Kimmich agieren schließlich zwei Topspieler im Mittelfeld. Während Roca Goretzka, zumindest was das Krafttraining betrifft, nacheifert, schwärmt er insbesondere von Joshua Kimmich, der ihn im ersten Bayern-Jahr extrem unterstützt hat.

"Es waren viele Spieler, die mir geholfen haben. Einer meiner größten Unterstützer ist Joshua Kimmich. Er spielt zwar auf der gleichen Position wie ich, ist aber immer für mich da. Als ich zum FC Bayern kam, hat er mich direkt beiseite genommen und mir erklärt, was in diesem Verein erwartet wird und was ich leisten muss. Joshua ist ein großartiger Anführer in unserer Mannschaft. Für mich ist er einer der besten Spieler auf der Welt", erklärt er.

Verzichten muss er von nun an jedoch auf die tag-tägliche Unterstützung seines Landsmannes Javi Martínez. Allerdings weiß Roca auch, dass sein Vorgänger nicht aus der Welt ist und noch immer Tipps liefern kann.

"Javi ist ein großartiger Mensch, er war ein toller Mitspieler. Ich bin mit ihm Kontakt und werde mich schon bald wieder mit ihm treffen. Ich weiß auch, dass ich ihn jederzeit anrufen und um Hilfe bitten kann. Er wird immer für mich da sein", ist er sich sicher.

Nun will Roca auch sportlich in die Fußstapfen der Bayern-Legende treten. Die Voraussetzungen dazu scheinen zumindest schon mal besser zu sein, als noch im Vorjahr.

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