Bundesliga

Nagelsmann kritisiert den SC Freiburg: "Ich persönlich hätte es nicht getan"

Dominik Hager
Julian Nagelsmann kann den Protest der Freiburger nicht verstehen
Julian Nagelsmann kann den Protest der Freiburger nicht verstehen / Matthias Hangst/GettyImages
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Der FC Bayern müsste eigentlich den totalen Fokus auf den FC Villarreal und die Champions League richten. Dies ist jedoch aufgrund der Ereignisse vom letzten Samstag gar nicht so leicht. Der SC Freiburg hat Protest gegen den 4:1-Erfolg der Münchner eingelegt, weil die Münchner für 18 Sekunden irrtümlicherweise einen Spieler zu viel auf dem Platz hatten. Julian Nagelsmann hat die Breisgauer dafür nun kritisiert.


Nur noch fünf Minuten waren regulär zu gehen, als der FC Bayern beim Stande von 3:1 kurzzeitig einen Spieler zu viel auf dem Platz hatte. Erst nach Hinweis von Nico Schlotterbeck konnte der Fehler korrigiert werden. Zu spät aus Sicht der Bayern? Den Münchnern könnten tatsächlich die drei Punkte abhanden kommen. Trainer Julian Nagelsmann zeigte auf der PK vor dem Villarreal nur wenig Verständnis für den Protest der Breisgauer.

"Aus persönlicher Sicht kann ich es nicht verstehen. Ich glaube nicht, dass sie in den 18 Sekunden zwei Tore geschossen hätten. Ich persönlich hätte es nicht getan, weil sie einen Fehler eines Dritten ausnutzen, um Punkte zu bekommen", kritisierte Nagelsmann den SC Freiburg.

Nagelsmann wettert gegen Freiburg: "Weiß nicht, ob du dir so auf die Schultern klopfen kannst"

Der Bayern-Coach legte dabei den Finger ziemlich auf die Wunde und sprach genau das aus, was den Freiburgern auch ein wenig Magenkrummeln bereiten dürfte und schlichtweg auch nicht von der Hand zu weisen ist.

"Ich weiß nicht, ob du dir im November bei der Jahreshauptversammlung mit den Sponsoren auf die Schultern klopfen kannst, solltest du international spielen aufgrund dieser drei Punkte, die du sportlich de facto nicht gewonnen hast", redete er den Breisgauern ins Gewissen.

Sollte Freiburg die drei Punkte am Grünen Tisch erhalten, wäre der Klub wieder punktgleich mit dem derzeit Tabellen-Vierten aus Leipzig. Am Ende könnten also die drei Zähler tatsächlich einen enormen Unterschied ausmachen und die Freiburger erstmals in der Vereins-Geschichte in die Champions League bringen.

"Ich wäre da nicht so glücklich darüber. Deswegen hätte ich dem Verein klar kommuniziert, dass wir keinen Einspruch einlegen", stellte Nagelsmann seine Sichtweise klar. Natürlich kann man jetzt aber auch sagen, dass ein Trainer der erfolgsverwöhnten Bayern die Dinge natürlich anders betrachtet, als es andere tun.

Nagelsmann hofft auf positives Urteil: "Kann in meinen Augen nur ein eine Richtung gehen"

Beim SC wird sicherlich auch ein wenig die Annahme mitgespielt haben, dass wahrscheinlich 80 bis 90 Prozent der anderen Klubs ebenfalls Protest eingelegt hätten. Denken wir nur an den Protest der Bochumer, nachdem ein eigener Anhänger mit einem Flaschenwurf auf den Linienrichter einen Spielabbruch ausgelöst hatte.

"Ich bin ehrlich gesagt nicht überrascht", gab der Bayern-Coach zu. "Genauso entspannt wie der Vorstandsvorsitzende" (Oliver Kahn) sei der Coach aber nicht, da es immerhin um ein Verfahren gehe, "das beim Sportgericht liegt". Wie dieses Gericht entscheidet liegt selbstredend nicht in der Hand des FC Bayern.

"Das Urteil fälle ich nicht, ich bin nicht der Richter, aber es kann in meinen Augen nur in eine Richtung gehen", findet Nagelsmann. Damit meint der Bayern-Coach mit ziemlicher Sicherheit, dass dem Protest nicht standgegeben wird. Genau das könnte jedoch durchaus passieren.


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