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Bayern München

FC Bayern und Nagelsmann: Droht schon vor Beginn der neuen Ära Ärger?

Dominik Hager
Julian Nagelsmann und Niklas Süle kennen sich bereits aus Hoffenheim. Die Zukunft des Abwehrspielers ist jedoch ungewiss.
Julian Nagelsmann und Niklas Süle kennen sich bereits aus Hoffenheim. Die Zukunft des Abwehrspielers ist jedoch ungewiss. / ODD ANDERSEN/Getty Images
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Noch wird es einige Wochen dauern, bis Julian Nagelsmann seinen Job als Bayern-Trainer an der Säbener Straße antritt. Es gibt jedoch eine Angelegenheit, die bereits im Vorfeld für mächtig Krach zwischen den Bayern-Bossen und dem neuen Coach führen könnte. Die Vertragsverlängerung von Niklas Süle befindet sich schließlich weiterhin in der Schwebe. Die Begeisterung von Nagelsmann dürfte jedoch eher gering ausfallen, wenn ihm sein ehemaliger Schützling gleich zu Beginn weggenommen wird.


Mehr als schwammige Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge gab es in den letzten Wochen nicht zu hören, wenn es um die Vertragsverlängerung von Niklas Süle ging. Stand heute ist lediglich bekannt, dass der Vertrag bis 2022 läuft und die Bayern ihn keinesfalls ablösefrei gehen lassen möchten. Seit einigen Monaten wird zudem berichtet, dass der Abwehr-Hüne auf Bewährung spielt und sein Verbleib an finanzielle Aspekte geknüpft ist.

Niklas Süle
Wie geht's für Süle weiter? / Alexander Hassenstein/Getty Images

Dies dürfte bedeuten, dass die Bosse sich eine Verlängerung vorstellen können, Süle jedoch Gehaltseinbußen hinnehmen müsste. Allerdings ist es ganz offensichtlich, dass ein 25-jähriger Spieler weniger Gehalt auch als Zeichen von fehlender Wertschätzung verstehen würde. Üblich ist ein solches Prozedere jedenfalls nicht. Es ist anzunehmen, dass Süle in einem solchen Fall eher die Flucht ergreifen wird, um sich seinen Traum von England zu erfüllen.

Nagelsmann und Süle verbindet eine erfolgreiche Vergangenheit

Julian Nagelsmann dürfte ein solches Szenario jedoch überhaupt nicht schmecken. Niklas Süle ist schließlich ein alter Bekannter aus Hoffenheimer Zeiten. Die beiden trafen bereits im Juniorenbereich aufeinander und erlebten eineinhalb gemeinsame Jahre in der ersten Mannschaft.

Mit Abwehrchef Süle und Trainer Nagelsmann gelang dem Team erst der Klassenerhalt und daraufhin der Sprung auf Rang vier in der Saison 2016/17. Der neue Bayern-Trainer weiß folglich ganz genau, was er am fast zwei Meter großen Abwehrspieler hat.

Steht der erste Krach bevor? FC Bayern müsste im Fall Süle einlenken

Dieses Szenario bringt demnach durchaus Konfliktpotenzial an die Isar. Man denke nur an Jerome Boateng, bei dem der Klub gegen den ausdrücklichen Wunsch von Hansi Flick gehandelt hat. Um einen ähnlichen Krach zu vermeiden, bleibt den Bayern-Bossen eigentlich nur die Möglichkeit, mit Süle zu verlängern. Zumindest müsste es der Klub zwingend mit Nagelsmann absprechen, wenn ein Verkauf des 25-Jährigen angedacht wäre. Sollte sich der Flick-Nachfolger erwartungsgemäß hinter den Abwehrspieler stellen, müsste die Messe allerdings gelesen sein.

Es ergibt schließlich keinen Sinn, den neuen Übungsleiter schon vor den ersten Spielen zu verärgern. Mit der Vertragslaufzeit von fünf Jahren hat der Verein ein Zeichen gesetzt, mit Nagelsmann eine neue Ära prägen zu wollen. Demnach muss schlichtweg das Vertrauen in ihm auch groß genug sein, um ihn bei Personalfragen ein gewichtiges Wort mitreden zu lassen. Ansonsten würde die Zusammenarbeit schon im Vorfeld auf einem wackligen Gerüst stehen. Bleibt zu hoffen, dass die Münchner aus der Vergangenheit gelernt haben.

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