Bayern München

Die Hinrunden-Zeugnisse der Bayern-Stars - Teil II

Tal Lior
Dominik Hager
Alexander Hassenstein/GettyImages
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Das Prunkstück des FC Bayern war lange das Mittelfeld, in der Hinrunde dieser Saison hatten Bayerns Zentrumsspieler jedoch keinen leichten Stand. Im zweiten Teil unserer Bewertung der Bayern-Hinserie werfen wir einen Blick auf die Leistungen von Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Co.:


Hier geht es zum ersten Teil


1. Joshua Kimmich

Joshua Kimmich
Alexander Hassenstein/GettyImages

Der Mittelfeld-Leader erlebte wohl die mit Abstand schwierigste Zeit seiner Karriere. Eigentlich fing alles an wie immer: Kimmich agierte als Dreh- und Angelpunkt im Münchner Spiel und zementierte seinen Ruf als einer der besten zentralen Mittelfeldspieler der Welt.

Erst mit dem Start der Impfdebatte wirkte der 26-Jährige auch auf dem Platz ein wenig verunsichert. Inzwischen hat der Münchner Sechser seit mehr als einem Monat kein Spiel mehr bestritten. Quarantäne, COVID-Erkrankung und Nachwirkungen an der Lunge: Kein Wunder, dass Kimmich sich im Nachhinein für eine Impfung entschieden hätte. Allerdings muss man anmerken, dass Kimmich aufgrund seiner Haltung auch selbstverschuldet seinem Team in wichtigen Spielen gefehlt hat.

Bewertung: 7/10

2. Leon Goretzka

Leon Goretzka
Sebastian Widmann/GettyImages

Es gibt zwei Goretzkas: Den einen mit Joshua Kimmich und den anderen ohne Joshua Kimmich. Tatsächlich ist es ein wenig so, als würde es einen Weltklasse Goretzka-Zwilling und einen durchschnittlichen Goretzka-Zwilling geben. Im Verbund mit Kimmich treten die Stärken des Ex-Schalkers in Sachen Dynamik, Zweikampfhärte und Zweikampfstärke hervor.

Ohne Kimmich wirkt der 26-Jährige hingegen gerne mal überfordert und versteht es nicht, ein Spiel aus der Zentrale zu lenken. Enttäuschend ist auch ein wenig, dass für den Box-to-Box-Spieler lediglich zwei Tore heraussprangen. Letztlich war der Spieler über weite Strecken der Saison durchaus wichtig, ließ aber auch noch Luft nach oben.

Bewertung: 7/10

3. Corentin Tolisso

Corentin Tolisso
Sebastian Widmann/GettyImages

Zu Saisonbeginn lief beim Franzosen alles so wie immer. Der Mittelfeldakteur hatte sich mit kleineren Blessuren herumgeschlagen und sah in den Positionskämpfen gegen Kimmich und Goretzka wie erwartet kein Land.

Im November und Dezember profitierte der Akteur jedoch von den Ausfällen von Kimmich und Goretzka. Dabei gelang es dem Mittelfeldspieler endlich mal, eine wichtige Rolle auf dem Platz auszufüllen. Tolisso zeigte als Kimmich-Ersatz seine strategischen Fähigkeiten und sein gutes Passspiel. Vor allem seine langen Diagonalbälle mutierten immer mehr zur Waffe.

Defensiv offenbarte er hingegen hier und da Mängel. Verletzte sich zudem erneut und musste die letzten Spiele vor dem Fernseher verfolgen. Unter dem Strich steht dennoch eine überraschend starke Hinrunde.

Bewertung: 8/10

4. Marcel Sabitzer

Marcel Sabitzer
Alexander Hassenstein/GettyImages

Konnte im Bayern-Trikot noch nicht an seine Leipziger Zeiten anknüpfen. Wirkte zudem häufig nervös, fahrig und fand keine Bindung zum Spiel. Demnach musste er seine Rolle als erster Backup für Kimmich und Goretzka an Tolisso abtreten.

Zu allem Überfluss verletzte sich der Österreicher auch noch und fiel in den Wochen vor Weihnachten mehrere Spiele aus. Jetzt gilt es nur noch, auf ein hoffentlich besseres 2022 zu setzen.

Bewertung: 3/10

5. Marc Roca

Marc Roca
Matthias Hangst/GettyImages

Der Spanier musste sich lange Zeit gedulden, bis er überhaupt mal Spielminuten erhielt. Nach den Ausfällen von Kimmich, Goretzka, Sabitzer und Tolisso kam Trainer Nagelsmann aber irgendwann gar nicht mehr an Roca vorbei. Dieser zeigte dann eindrucksvoll, dass man sich auf ihn durchaus verlassen kann.

Der Mittelfeldspieler konzentrierte sich auf seine Stärken und agierte im Spielaufbau sauber und fehlerfrei. Zudem zeigte er auch in der Defensivbewegung viel Engagement, selbst wenn er nie der große Zweikämpfer werden wird.

Die letzten Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, dass sich Fleiß und Geduld auszahlen können. Der Spieler ist in der Gunst von Nagelsmann definitiv gestiegen.

Bewertung: 7/10

6. Michaël Cuisance

Michaël Cuisance
Alexander Hassenstein/GettyImages

Der Franzose kam noch seltener zum Einsatz als Roca und schaffte es meist gar nicht erst in den Kader. Erst gegen den VfB Stuttgart gab Nagelsmann dem Sorgenkind mal wieder eine Chance für zehn Minuten. Hierbei zeigte Cuisance gleich mehrere schöne Zuspiele. Ob dies als Bewerbungsschreiben für mehr ausreicht, darf jedoch bezweifelt werden. Der Ex-Gladbacher bleibt eine Randfigur und ein Verkaufskandidat.

Ohne Bewertung

7. Jamal Musiala

Jamal Musiala
Alexander Hassenstein/GettyImages

Wenn man die Zwischenmonate der Hinrunde von Jamal Musiala missachtet, kann man seine Hinserie als Weltklasse bezeichnen. Der Youngster begann die Saison fulminant und schloss die Hinrunde mit weiteren grandiosen Leistungen in einer neuen Rolle ab. In der Zeit dazwischen lief es hingegen nicht ganz so rund für den 18-Jährigen.

Der Youngster geriet immer mehr ins Hintertreffen und verlor zeitweise seine Leichtigkeit. Sechs Tore und sechs Vorlagen in 950 Minuten Spielzeit sind letztlich trotzdem schon sehr stark.

Bewertung: 8/10

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