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FC Arsenal

Ultimatum für Arteta: 6 Spiele für die Wende

Stefan Janssen
Mikel Arteta.
Mikel Arteta. / Steve Welsh/Getty Images
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Der Saisonstart des FC Arsenal ging gründlich daneben. Längst fordern Fans den Rauswurf von Trainer Mikel Arteta. Der bekam nun offenbar ein Ultimatum der Bosse.


Mitte Juli war gerade einmal das erste Testspiel des FC Arsenal absolviert, da trendete auf Twitter bereits der Hashtag "Arteta out". Die Gunners hatten gegen den schottischen Klub Hibernian Edinburgh mit 1:2 verloren und der Frust der Fans kam sogleich wieder zum Vorschein. Er entlud sich wie so oft am Trainer.

Der Frust bezieht sich wohl darauf, dass Arsenal mehr und mehr ins Mittelmaß der Premier League zu rutschen droht. Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten spielt der Klub in dieser Saison nicht international, eine Meisterschaft in England ist aktuell so weit entfernt wie eine Fan-Freundschaft mit Tottenham.

Arsenal-Fans stellen Arteta zur Rede

Hauptverantwortlicher aktuell: Trainer Mikel Arteta. Klar, schließlich wurden neben diversen Tests auch die ersten beiden Spiele der neuen Premier-League-Saison verloren: 0:2 beim Aufsteiger Brentford, dann 0:2 gegen Chelsea. Nach der Pleite gegen die Blues wurde Arteta in seinem Wagen von wütenden Fans umzingelt und zum Rücktritt aufgefordert. "Tu dir selbst einen gefallen", sagt einer in dem Video.

Laut transfermarkt.de hat Arsenal in diesem Transfersommer 147 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben. Damit sollten die großen der Liga wieder angegriffen werden, das internationale Geschäft ist das mindeste Ziel. Doch ist das realistisch? Denn mal im Ernst: Die ganz großen Namen kamen nicht nach London, lediglich Martin Ödegaard versprüht ein wenig Glanz. Die anderen waren zwar teuer, müssen sich aber erstmal beweisen.

Arsenals Kader hat längst nicht mehr das Niveau vergangener Tage und wurde in Sachen Marktwert von Tottenham abgehängt und droht hinter Leicester City zurückzufallen. Von der spielerischen Schönheit vergangener Tage ist schon lange nichts mehr übrig geblieben. Womit wir wieder bei Arteta wären, der, seit er im Dezember 2019 auf Unai Emery folgte, zwar 2020 den FA-Cup gewann, unter dem Strich aber wenig verbessern konnte.

Die aktuelle Situation sieht der Trainer in den zahlreichen Ausfällen begründet und verspricht Besserung, sobald das Team einmal vollständig ist. Man müsse derzeit mit einer Mannschaft spielen, die "beispiellos" sei in der Geschichte des Klubs, "aber das ist, was wir haben" (via arsenal.com). "Wir danken den Jungs dafür, wie sie es versuchen (...) und einige von ihnen tun es wirklich auf einem guten Niveau, aber im Moment reicht es nicht, um Fußballspiele zu gewinnen."

Ultimatum bis zur Länderspielpause im Oktober

Nun hat der Spanier einem Bericht des Telegraph zufolge nicht mehr viel Zeit, um das Schiff wieder auf Kurs zu bekommen. Genau genommen soll er noch sechs Spiele haben, nach dem Ligapokalspiel in West Bromwich kommenden Mittwoch noch fünf in der Premier League. Am siebten Spieltag tritt Arsenal bei Brighton & Hove Albion an, danach geht es in die nächste Länderspielpause. Gibt es bis hierhin keine signifikante Verbesserung, soll Artetas Stellung gewaltig wackeln.


Arsenals nächste sechs Pflichtspiele

  • 25. August: West Bromwich - Arsenal (Ligapokal)
  • 28. August: Manchester City - Arsenal (3. Spieltag)
  • 11. September: Arsenal - Norwich City (4. Spieltag)
  • 18. September: FC Burnley - Arsenal (5. Spieltag)
  • 26. September: Arsenal - Tottenham (6. Spieltag)
  • 2. Oktober: Brighton & Hove Albion - Arsenal (7. Spieltag)

Einen Nachfolger haben die Arsenal-Bosse auch schon im Auge, heißt es: Antonio Conte, im Sommer noch Meistertrainer bei Inter Mailand und aktuell vereinslos, soll erste Wahl als möglicher Arteta-Nachfolger sein.

Arsenal wird nochmal auf dem Transfermarkt aktiv

Dass die Bosse nach den Investitionen nun Erfolge sehen wollen, ist verständlich. Bis zum 31. August soll sich der Kader ohnehin noch weiter verändern: Ein rechter Verteidiger könnte noch kommen, vor allem, wenn Hector Bellerin geht. Kieran Trippier soll trotz Tottenham-Vergangenheit ein Kandidat sein. Zudem gibt es eine lange Streichliste.

Die Gunners wollen ihren Kader also weiter optimieren, um wieder nach oben zu kommen. Ein Ultimatum für Arteta wäre deshalb nachvollziehbar, zumindest wenn man der Meinung ist, dass der Kader zu den besten fünf oder sechs der Liga gehört. Aber tut er das - oder widerfährt Arteta Unrecht? So oder so: Der 39-Jährige muss jetzt liefern.

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