Experten legen Plan für stufenweise Rückkehr der Fans vor

Will keiner mehr sehen: leere Stadien (wie hier in London beim letztjährigen FA-Cup-Finale)
Will keiner mehr sehen: leere Stadien (wie hier in London beim letztjährigen FA-Cup-Finale) / Catherine Ivill/Getty Images
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Abgesehen von dem kurzen Intermezzo zum Ende des Sommers, als zumindest teilweise wieder Zuschauer in die Stadien durften, sind die Fans aus den Arenen des Profi-Fußballs seit dem März vergangenen Jahres ausgesperrt. Jetzt hat sich eine 20-köpfige Expertengruppe daran gemacht, ein Konzept für eine stufenweise Rückkehr der Fans vorzulegen.

Bundesweite Unterstützung erfährt das Team, das aus Experten und Wissenschaftlern verschiedener Fachbereiche besteht, durch ein breites Bündnis von mehr als 40 Einrichtungen und Organisationen aus den Bereichen Sport und Kultur, darunter auch die DFL selbst.

Grob eingeteilt ist der Plan in sportliche Events, die im Freien (outdoor) und solche, die innerhalb eines geschlossenen Gebäudes (indoor) stattfinden.

AHA-Regeln, personalisierte Tickets, Alkoholverbot und geregelte An-und Abreise der Zuschauer

Bei den Indoor-Veranstaltungen bilden die Erstellung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes, eine maximale Gesamtauslastung von 25 bis 30 Prozent, personenbezogene Tickets zur besseren Kontaktnachverfolgung, eine permanente Maskenpflicht, das Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern sowie ein detailliertes An-und Abreisekonzept der Zuschauer die Eckpfeiler.

Ähnlich sehen die Grundlagen der Pläne für Freiluftveranstaltungen aus. Hier jedoch sieht die angedachte Maximalkapazität an zugelassenen Zuschauern eine Auslastung von 35 bis 40 Prozent vor.

Auch der Amateur- und Breitensport wurde berücksichtigt

Auch der Amateur- und Breitensport hat seine Berücksichtigung gefunden. Die Verfasser des Plans schlagen eine sogenannte "Bagatelluntergrenze" vor, die für Veranstaltungen mit genügend vorhandener Fläche Sonderregelungen vorsieht.

"Bei Einhaltung der Maskenpflicht und eines erweiterten Abstands sowie Kontaktmanagement durch technische Lösungen wie Apps könnten personenbezogene Tickets in diesem Bereich damit überflüssig werden", schreibt die DFL auf ihrer eigenen Homepage.

Für beide Blöcke (indoor wie outdoor) sieht das Konzept zudem bestimmte Sitzplatzschemata vor, um so die Einhaltung der erforderlichen Mindestabstände zwischen den einzelnen Zuschauern zu gewährleisten.

Dieses Grundkonzept könne, so die DFL, "mit vertretbarem Aufwand und mit begrenzten finanziellen Ressourcen von jeder Spielstätte bei der Entwicklung eines Hygienekonzeptes umgesetzt werden".

Ziel ist die stufenweise Rückkehr zur Vollauslastung

Somit soll auch gerade kleineren Sport-und Kultureinrichtungen ein pragmatischer Weg zurück in einen geregelten Vorstellungs- und Spielbetrieb ermöglicht werden.

In größeren Indoor-Einrichtungen mit modernen Lüftungssystemen, sowie auch bei Outdoor-Veranstaltungen sei - über das Basiskonzept hinaus - auch eine größere Kapazität machbar. Dafür empfehlen die Experten ein fachärztliches Hygienekonzept als einheitlichen Standard.

Endziel des Plans ist es, irgendwann auch wieder zu einer Vollauslastung bei Sport- und Kulturereignissen zu gelangen. Dafür könnten neue Diagnostikmethoden (wie z.B. am Veranstaltungsort angebotene Antigen-Tests oder digitale Kontaktnachverfolgungssysteme) zum Einsatz kommen.