DFB-Frauen

Zweikampf, Unbekümmertheit, Antritt: Warum diese drei DFB-Kickerinnen noch ganz wichtig werden können

Daniel Holfelder
Jule Brand
Jule Brand / Robin Jones/GettyImages
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Mit zwei beeindruckenden Siegen und 6:0-Toren hat sich die deutsche Mannschaft bereits vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Finnland den Gruppensieg gesichert. Gegen den Außenseiter hat Martina Voss-Tecklenburg die Möglichkeit, der ein oder anderen Spielerin das Startelf-Mandat zu erteilen, deren Fähigkeiten bislang nicht oder nur teilweise, in der K.o.-Phase aber besonders gefragt sein könnten. 90min hat drei Akteurinnen herausgegriffen.


1. Sophia Kleinherne - Das Zweikampfmonster

Sophia Kleinherne
Sophia Kleinherne (Eintracht Frankfurt) / Alexander Hassenstein/GettyImages

Felicitas Rauch sah gegen Spanien ihre zweite gelbe Karte und wird gegen die Finninnen fehlen. Vertreten wird die Wolfsburgerin aller Voraussicht nach von Sophia Kleinherne, die Rauch bereits in der letzten halben Stunde gegen Spanien ersetzte.

Mit ihrer Leistung gegen die Ibererinnen hat Kleinherne mächtig Eigenwerbung betrieben. Im Gegensatz zu Standardspezialistin Rauch, die nicht nur gegen die dribbelstarken Spanierinnen, sondern bereits gegen Dänemark Schwächen im Zweikampfverhalten offenbarte, ging die 21-Jährige reichlich kompromisslos zu Werke und entschied so gut wie jedes direkte Duell für sich.

Knackpunkt bei Kleinherne, die im Verein bei Eintracht Frankfurt in der Innenverteidigung gesetzt ist, dürfte das Offensivspiel werden. Gegen Spanien war der Aufgabenbereich der gebürtigen Münsterländerin aufgrund des Spielverlaufs auf die Defensivarbeit beschränkt. In der Partie gegen Finnland wird sie auch offensiv einige Impulse setzen müssen.

Wenn Kleinherne das gelingt, stellt sie auch nach Rauchs Rückkehr eine ernsthafte Option für die Startelf dar. Um in der K.o.-Phase eine Führung zu verteidigen, wird sie in den Überlegungen der Bundestrainerin - gerade nach dem Auftritt gegen Spanien - ohnehin eine zentrale Rolle einnehmen.

2. Jule Brand - Die Unbekümmerte

Jule Brand
Jule Brand (TSG Hoffenheim, wechselt zur kommenden Saison zum VfL Wolfsburg) / Visionhaus/GettyImages

Der Shootingstar im deutschen Team kam sowohl gegen Dänemark als auch gegen Spanien als Einwechselspielerin zum Einsatz. Insbesondere gegen die Skandinavierinnen sorgte die 19-Jährige für frischen Wind und war maßgeblich am Treffer zum 4:0 beteiligt.

Mit ihrer Spielfreude und Unbekümmertheit ist die Bald-Wolfsburgerin prädestiniert für die Joker-Rolle und kann im Laufe des Turniers noch zu einem ganz entscheidenden Faktor werden. Um die etablierten Svenja Huth und Klara Bühl für die K.o.-Phase zu schonen, wäre ein Startelf-Einsatz gegen Finnland keine Überraschung.

3. Tabea Waßmuth - Die Sprinterin

Tabea Wassmuth
Tabea Waßmuth / Marc Atkins/GettyImages

Angesichts ihrer enormen Fähigkeiten und Leistungen in der abgelaufenen Saison fliegt Waßmuth im DFB-Team eindeutig unter dem Radar. Die 25-Jährige hat in der vergangenen Spielzeit in 36 Spielen herausragende 33 Scorerpunkte gesammelt. Allein in der Champions League stehen für die Wolfsburgerin zehn Treffer und drei Assists zu Buche.

Waßmuths große Stärke ist ihre Schnelligkeit. Gegen Spanien, als sie in der letzten halben Stunde für Popp in der Sturmspitze ran durfte, war bereits zu erkennen, dass sich das deutsche Team diese Eigenschaft unbedingt zunutze machen muss. Es gibt bei der EM schlicht keine Verteidigerin, die mit dem Antritt der gebürtigen Gießenerin - die, siehe Statistik, noch weitaus mehr Qualität als nur Geschwindigkeit besitzt - mithalten kann.

Gegen Finnland bestünde die Gelegenheit, diese Antrittsstärke gezielt einzusetzen - auch als Blaupause für die K.o.-Runde. Dass Waßmuth sowohl im Sturmzentrum als auch auf der Außenbahn zu Hause ist, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.


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