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DFB-Team

Update: UEFA stellt Ermittlungen wegen Regenbogen-Kapitänsbinde ein

Stefan Janssen
Manuel Neuer.
Manuel Neuer. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Die UEFA hat die Ermittlungen gegen den DFB wegen der Regenbogen-Kapitänsbinde, die Manuel Neuer als Zeichen für Diversität und Offenheit in den vergangenen Spielen getragen hat, eingestellt. Wie der DFB mitteilte, habe die UEFA die Binde als "Zeichen der Mannschaft für Vielfalt" und damit als guten Zweck eingestuft.

Zuvor hatte die UEFA Ermittlungen gegen Neuer und den DFB aufgenommen, weil sie die Kapitänsbinde als politisches Zeichen werte, was während eines Spiels verboten ist. Im schlimmsten Fall drohte dem DFB wohl eine Geldstrafe. Zunächst berichtete ntv.de.

DFB-Pressesprecher Jens Grittner hatte daraufhin die Ermittlungen bestätigt: "Es stimmt, dass die Kapitänsbinde überprüft wird. Dazu werden wir uns auch mit der UEFA besprechen. Die Regularien besagen, dass die offiziell von der UEFA bereitgestellte Binde getragen werden muss. Der Juni steht auch im Sport im Zeichen von „Pride“, um sich für mehr Vielfalt stark zu machen. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der DFB mit verschiedenen Aktionen. Manuel Neuer trägt bereits seit dem Testspiel am 7. Juni gegen Lettland die Regenbogenbinde. Als Zeichen und klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: wir sind bunt!

Gegenüber ntv.de sagte Christian Rudolph, Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands: "Das ist nicht hinnehmbar. Die UEFA muss auch daran denken, wen sie vertritt. Wie sollen die Sportler nun darüber denken? Wir bemühen uns um einen offenen Fußball. Und wir wollen in diesem Monat auch ein Signal an all die Sportler aus der LGBTI-Community setzen. Uns war es wichtig, dass Neuer den kompletten Monat mit der Regenbogen-Kapitänsbinde auflaufen kann. Das sind mittlerweile auch die Werte, die der DFB vertritt."

Eine zweite Aktion in Bezug auf Regenbogenfarben ist noch geplant: Die Stadt München will bei der UEFA beantragen, dass die Allianz Arena beim kommenden Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten soll, um die LGBTI-Community in Ungarn zu unterstützen, "die unter der aktuell verschärften homo- und transphoben Gesetzgebung der ungarischen Regierung zu leiden hat", wie es dort heißt (via SZ).

Bei den bisherigen Heimspielen der Ungarn gegen Portugal und Frankreich waren die Fans durch homophobe und rassistische Beleidigungen gegen Spieler aufgefallen. Auch hier ermittelt die UEFA.

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