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Eintracht Frankfurt

Eintrachts Shortlist nach der Rangnick-Absage - Wirbel um angebliche Silva-Klausel

Simon Zimmermann
Hat André Silva eine Ausstiegsklausel oder nicht? Ralf Rangnick interessiert es nicht mehr
Hat André Silva eine Ausstiegsklausel oder nicht? Ralf Rangnick interessiert es nicht mehr
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Die Suche bei Eintracht Frankfurt nach Nachfolgern für Adi Hütter und Fredi Bobic geht weiter. Ralf Rangnick wird es nicht! Vier Kandidaten scheinen aktuell auf der Shortlist für den Posten als Sportvorstand zu stehen. Viel Wirbel gibt es aktuell aber auch um André Silva. Hat der Torjäger eine Ausstiegsklausel im Sommer oder nicht?


Rangnick kein Thema mehr: Vier Kandidaten bei der Sportvorstand-Suche

Ralf Rangnick wird nicht die große Lösung bei Eintracht Frankfurt. Die SGE-Verantwortlichen hatten sich in dieser Woche mit dem 62-Jährigen zum Gespräch getroffen, um auszuloten, ob sich beide Seiten eine Zusammenarbeit vorstellen können. Rangnick hätte dann wohl als Trainer und Sportchef in Personalunion agiert. Die Nachfolge von Adi Hütter und Fredi Bobic wäre mit einem Schlag geklärt gwesen.

Doch dazu wird es nicht kommen. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, haben beide Seiten kein ernsthaftes Interesse mehr. Die SGE-Verantwortlichen sollen zu große Vorbehalte haben, dass Rangnick zu viel Machtfülle fordere. Wie die Bild berichtet, habe Rangnick bei einem informellen Treffen am Mittwoch gegenüber Aufsichtsrats-Chef Philip Holzer und Hauptausschuss-Mitglied Stephen Orenstein zu hohe Forderungen an die finanzielle Ausstattung gestellt. Im Anschluss sei Rangnicks eigenes Gehalt gar kein Thema mehr gewesen - beide Seiten sollen sich darauf geeinigt haben, dass eine Zusammenarbeit keinen Sinn ergibt.

Die Suche in Frankfurt muss also weitergehen. Zunächst soll der Posten des Sportvorstandes besetzt werden. Vier Kandidaten stehen dabei offenbar auf der Shortlist. Mehrere Medien berichten über großes Interesse an Lazio-Sportdirektor Igli Tare, Hendrik Almstadt (Assistent der Geschäftsführung bei AC Mailand) und Markus Krösche (Sportdirektor bei RB Leipzig). Die Bild bringt mit Erik Stoffelshaus einen weiteren Kandidaten ins Spiel. Der 50-Jährige arbeitete zuletzt erfolgreich als Sportdirektor bei Lokomotiv Moskau.

André Silva: Ausstiegsklausel oder nicht?

Neben der Suche nach neuen sportlichen Führungskräften beschäftigen die Eintracht weitere Personalien. Insbesondere die Zukunft von Torjäger André Silva scheint offen. Der 25-jährige Portugiese kam 2019 per Leihe im Tausch mit Ante Rebic von Milan zur SGE. Im September 2020 verpflichtete die Eintracht Silva fest.

Sein Vertrag in Frankfurt ist bis 2023 gültig. Mit 23 Saisontoren und sieben Torvorlagen hat sich der 38-fache Nationalspieler aber längst wieder auf die Zettel der absoluten Topklubs geballert. Manchester United, Atletico Madrid und der FC Barcelona sollen unter den Interessenten sein. Und auch in Dortmund wird man die Situation um den Portugiesen sicherlich ganz genau im Blick haben.

Sport1 berichtete am Freitagvormittag, dass Silva dank einer Ausstiegsklausel im Sommer für schlappe 30 Millionen Euro gehen kann! Bei einem Marktwert von 42 Millionen Euro und angesichts der aktuellen Leistungen und dem weiter vorhandenen Entwicklungspotenzial ein echtes Schnäppchen.

Allerdings herrscht Verwirrung um die angebliche Klausel. Die Bild hält entgegen, dass diese gar nicht existiere! Demnach bleibt es bei der SGE-Forderung von 40 Millionen Euro. Wie das Boulevard-Blatt argumentiert, würden nur noch die Berater "ab einem bestimmten Betrag kassieren" und seien deshalb an einer Ablöse deutlich über 30 Millionen Euro interessiert. Grund dafür sei die Tausch-Vereinbarung zwischen Rebic und Silva, bei der die Berater kaum mitverdienen konnten. Deshalb sei ein Verkauf im Sommer sehr wahrscheinlich.

Dem entgegnet Sport1 erneut, behauptet nun aber, eine tatsächlich im Vertrag verankerte Ausstiegsklausel gebe es zwar nicht. Allerdings existiere eine Vereinbarung mit der Silva-Seite, wonach der Portugiese Frankfurt für 30 Millionen Euro verlassen darf.

Es bleibt eine Berichterstattung, die Fragen aufwirft: Warum sollte die Eintracht Silva so viel wie möglich fordern, wenn am Ende ohnehin nur ein gewisser Betrag hängen bleibt und der Rest von den Beratern abgeschöpft wird? Zumal es schon etwas merkwürdig anmutet, dass eine solche Vereinbarung überhaupt existieren soll.

Folgt man der Bild-Argumentation, wären die Berater an einer Vereinbarung (Ausstiegsklausel light) überhaupt nicht interessiert. Weil die eigenen Einnahmen entsprechend der Ablöse steigen würden. Was wiederum gegen die Sport1-Infos spräche.

Egal wie es tatsächlich ist. Um Silva zu bekommen, wird der scheidende Sportvorstand Fredi Bobic mit Sicherheit einige Zugeständnisse gemacht haben müssen. Ein Transfer in diesem Sommer scheint durchaus wahrscheinlich zu sein. Ob für 30, 35 oder 40 Millionen Euro. Angesichts von Silvas Leistungen scheint selbst zehn Millionen Euro mehr noch fast ein Schnäppchen zu sein. Corona-Krise hin oder her...

UPDATE: Gegenüber Spox bestätigt Silvas Berater-Agentur Gestifute, dass in dem Vertrag des Angreifers keine Klausel verankert ist.

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