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Eintracht Frankfurts Hinteregger: Bloße Medienschelte wegen Kostic oder Affront gegen den Klub?

Yannik Möller
Martin Hinteregger steht mit seinen Aussagen wieder im Fokus
Martin Hinteregger steht mit seinen Aussagen wieder im Fokus / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Das Kostic-Thema ist bei Eintracht Frankfurt noch nicht ganz verdaut. Angesichts seines "Comebacks" teilte Martin Hinteregger am Sonntag ordentlich gegen "viele Medien", wie er es nannte, aus. Mit seiner Kritik trifft er zumindest indirekt aber auch die eigenen Verantwortlichen.


Der Beinahe-Abgang von Filip Kostic mitsamt seines Training-Streiks ist bei der SGE noch nicht ganz abgehakt. Vor dem Spieltag wollte man das Thema nach der Aussprache mitsamt Geldstrafe ad acta legen. Durch seine Einwechslung und seinen Treffer beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart wurden die Umstände jedoch nochmals in den Fokus gerückt.

Allerdings weder von Kostic selbst, der nach seiner Einwechslung für ordentlich Schwung sorgte. Noch von Trainer Oliver Glasner, der den Bankplatz zu Beginn vernünftig mit der Rückkehr von der Nationalmannschaft erklären konnte.

Hinteregger mit verallgemeinernder Medienschelte - diese trifft aber auch Trainer und Sportvorstand

Mal wieder war es Aushilfs-Kapitän Martin Hinteregger, der mit seinen deutlichen Aussagen für Aufmerksamkeit sorgte. "Für uns war es nie ein Thema und wird nie ein Thema werden", eröffnete er noch verständlich (via kicker).

Danach legte er mit einem Rundumschlag los: "Das Traurige ist, dass viele Medien einfach nur Schwachsinn geschrieben haben. Immer nur Halbwahrheiten. Die haben viele Frankfurter gegen Filip aufgebracht, was natürlich absoluter Schwachsinn ist. Wenn sie die Wahrheit kennen würden, wäre das ganz, ganz anders. Heute gab es nur wenige Pfiffe - das zeigt, das nicht viele den Journalisten Glauben schenken."

Filip Kostic
Schon vor dem Spiel zeigte sich Filip Kostic gegenüber den Fans / Alex Grimm/Getty Images

Harter Tobak, achtet man alleine schon auf die Verallgemeinerungen von "viele Medien", über "die" und "sie", bis hin zu "den Journalisten". Es mag durchaus sein, dass in manchen der Exklusiv-Berichte zum Kostic-Thema nicht alle Informationen enthalten waren. Diese Medienschelte jedoch ist mindestens ebenso oberflächlich, wie laut Hinteregger angeblich der geschriebene "Schwachsinn".

Außerdem trifft er mit seinen Aussagen auch Trainer Glasner und Sportvorstand Markus Krösche - zumindest indirekt. Schließlich drehten sich die allermeisten Kommentare und Einordnungen zu den Vorfällen um Kritik an Kostic. Dadurch stand ein Großteil der Beobachter an der Seite des Vereins und dementsprechend an der Seite von Glasner und Krösche.

Sie waren es doch, die diese Suppe intern auslöffeln mussten. Auch sie werden ihren Außenspieler kritisiert haben. Sonst wäre wohl kaum eine Aussprache und eine Geldstrafe notwendig gewesen.

Dass sich ein Kapitän für einen Spieler seiner Mannschaft einsetzt - geschenkt und normal. Dass gleichzeitig versucht wird, Gegenseiten á la "die Journalisten" gegen "die Fans" aufzubauen, um vom Geschehen abzulenken, ist dann doch zu billig.

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