Eintracht Frankfurt

Die Transferpläne der Eintracht: Zwischen Schnäppchen, Nischen und Verkaufsdruck

Simon Zimmermann
Markus Krösche muss Einnahmen generieren
Markus Krösche muss Einnahmen generieren / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Markus Krösche hat in Frankfurt keine leichte Aufgabe übernommen. Der neue SGE-Sportchef soll die Mannschaft verstärken, gleichzeitig aber für weitere Transfer-Einnahmen sorgen. Die Pläne der Eintracht auf dem Transfermarkt.


Mit André Silva hat Eintracht Frankfurt den Top-Torjäger der vergangenen Saison verloren. Aufgrund von Vertragsklauseln kassiert die Eintracht für den Portugiesen weit unter Marktwert (45 Millionen Euro). Nicht mehr als 23 Millionen Euro fließen auf das SGE-Konto.

Rund zehn Millionen Euro hat die Eintracht auch für Trainer Adi Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic eingenommen. Das Geld soll zum Großteil die Verluste auffangen. Mit rund 45 Millionen Euro Minus rechnet man in Frankfurt für das Geschäftsjahr 2021, berichtet die Bild. Dazu kommen Kredite für das neue Vereinszentrum, das 35 Millionen Euro gekostet haben soll.

Krösche muss Transfer-Einnahmen generieren

Alles in allem kann die SGE auf dem Transfermarkt finanziell keine großen Sprünge machen. Im Gegenteil: Der neue Sportchef Markus Krösche soll bis 2023 bis zu 40 Millionen Euro erwirtschaften. Heißt auch, dass die Eintracht weiter offen sein muss für Spielerverkäufe. Ganz oben auf der Liste steht dabei nach wie vor Filip Kostic, für den die Eintracht 30 Millionen Euro fordert, der unter diesem Betrag aber nicht verkauft werden soll.

"Wir müssen weiterhin kreativ sein in der Kaderplanung."

Markus Krösche, Bild

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Für Krösche ein echter Drahtseilakt. Die eigenen Neuzugänge kamen bislang alle ablösefrei (Lenz, Blanco, Borré). Weitere sollen folgen, Krösche muss dabei aber auf den Geldbeutel achten. Nantes-Stürmer Kolo Muani bleibt ein Kandidat, ebenso wie der Norweger Jens Petter Hauge von Milan. Beim 22-jährigen Muani ist eine Ablöse von fünf Millionen Euro angedacht, beim 21-jährigen Hauge will die SGE nicht über zehn Millionen Euro (plus Boni) bezahlen. Milan fordert für den Linksaußen aber bis zu 15 Millionen Euro.

Kolo Muani könnte den SGE-Sturm noch verstärken
Kolo Muani könnte den SGE-Sturm noch verstärken / SEBASTIEN SALOM-GOMIS/Getty Images

Kreative Kaderplanung bei der SGE gefragt

Wie sehr man in Frankfurt aufs Geld schaut, zeigt das Interesse an Josh Sargent. Als Werder über zehn Millionen Euro forderte, verabschiedete man sich direkt wieder aus dem Rennen um den US-Angreifer. Im Fokus bleiben weiterhin Spieler, die es bei Topklubs noch nicht in die Stammelf geschafft haben und so günstig zu haben sein könnten. Ebenso blickt man auf Nischen-Länder, wie bei Brändbys Jesper Lindström. Beim 21-jährigen Dänen bahnt sich ein Transfer an.

Jesper Lindstrom
Jesper Lindström soll aus Dänemark kommen / Matthew Ashton - AMA/Getty Images

"Wir müssen weiterhin kreativ sein in der Kaderplanung. Es gibt genug Spieler, die uns weiterhelfen werden. Es muss keinem Fan angst und bange werden", bestätigte Krösche gegenüber der Bild auf der einen Seite die Pläne, auf der anderen Seite beruhigte er aber.

Denn es winken auch Mehr-Einnahmen in der neuen Saison. Die Europa League könnte bis zu 20 Millionen Euro bringen, dazu baut die SGE 1.000 neue VIP-Plätze im Stadion, die zusätzliches Geld generieren. Diese Einnahmen sind in der Budget-Planung noch nicht einberechnet, geben Krösche aber zumindest einen gewissen Spielraum.

"Für mich ist immer das Kollektiv entscheidend, denn dadurch kann vieles aufgefangen werden", erklärte der 40-Jährige. Selbst wenn auch noch Kostic gehen würde und Daichi Kamada den Abflug macht, sieht sich die Eintracht sportlich weiterhin gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren hat man zumindest gezeigt, dass man prominente Abgänge adäquat auffangen kann.

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