Frauen-EM

"Positive Arroganz": Popp will bei EM selbstbewusst auftreten

Helene Altgelt
Alexandra Popp nach dem DFB-Pokalfinale
Alexandra Popp nach dem DFB-Pokalfinale / Alex Grimm/GettyImages
facebooktwitterreddit

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft tritt diesen Sommer bei der EM in England an und zählt dabei zum Favoritenkreis, ist aber nicht erster Anwärter auf den Titel. Alexandra Popp will bei dem Turnier selbstbewusst auftreten, wie sie bei der Pressekonferenz im Rahmen der Vorbereitung erklärte.


Deutschland braucht breite Brust für das Turnier

Als Seriensieger bei der Frauen-EM war Deutschland lange Zeit Angstgegner vieler Teams. In den letzten Jahren waren die Leistungen aber "nicht auf einem optimalen Niveau", wie Popp einräumt. Bei der EM soll sich das wieder ändern: Mit einer gewissen "positiven Arroganz" solle Deutschland diesen Sommer wieder auf den Platz treten. Die anderen Teams, so Popp, sollten wieder denken: "Oh Gott, wir müssen jetzt gegen Deutschland spielen."

Dass Deutschland den Status als dominantes Team im Frauenfußball verloren hat, liegt vor allem daran, dass die Spitze enger zusammengerückt ist. Popp nennt besonders England, Frankreich, Spanien und Schweden als Favoriten, sieht aber kein einzelnes Team mehr vorne. Der Kreis der Topteams sei sehr groß geworden: "Wenn ich alle Favoritinnen aufzählen würde, sitzen wir hier noch morgen", scherzte sie. Auch Deutschlands Kader sieht sie aber auf einem sehr hohen Niveau.

Noch ein Testspiel bis zur EM - Neuendorf zu Besuch

Bis zur EM hat Deutschland nur ein Testspiel geplant: Am 24. Juni spielt das Team um 17 Uhr gegen die Schweiz. Popp hofft auf ein gut gefülltes Stadion in Erfurt und betont, dass der DFB noch mehr dafür werben könnte: "Es kann noch einiges getan werden, damit wir im Optimalfall ein volles Stadion haben."

Auf den neuen DFB-Präsidenten können sie sich dabei laut Popp verlassen: Bernd Neuendorf war für das Mittagessen zu Gast. "Es ist sehr wichtig für uns, dass er präsent war, um seine Wertschätzung mitzuteilen", erklärte Popp. Neuendorf sei sehr offen für Vorschläge und Diskussionsbedarf gewesen. Besonders freut Popp, dass er auch mit nach England kommen wird, um beim ersten Gruppenspiel dabei zu sein.

Volle Stadien erwartet - Vor- und Nachteil zugleich

Neuendorf wird dabei wahrscheinlich ein sehr gut gefülltes Stadion sehen. Für Popp ist der erwartete Zuschauerandrang Vor- und Nachteil zugleich: "Ich hoffe, dass es die Mannschaft positiv aufnehmen kann und die Atmosphäre in eine gute Leistung ummünzen kann", sagte die Allrounderin.

Andererseits habe sie auch mit Wolfsburg im ausverkauften Camp Nou bei der 1:5-Niederlage gegen Barcelona gemerkt, dass die Lautstärke ein Nachteil sein kann: "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in der Kommunikation schwieriger werden kann, wenn man sich nicht mehr hört." Auf die Situation bereitet sich das DFB-Team aber vor: Mithilfe von Übungseinheiten, bei denen nur mit Körpersprache kommuniziert wird, soll die Vorbereitung auf diese Situation gelingen.

Wo Popp bei dem Auftaktspiel gegen Dänemark spielen wird, ist noch nicht ganz klar. Sie würde hauptsächlich für die Mittelstürmer-Position trainieren, sei aber weiterhin flexibel einsetzbar, so die 31-Jährige: "Ich habe so lange Sechs und Acht gespielt, das kann ich inzwischen im Schlaf."

Die Frauen-Nationalmannschaft bereitet sich noch bis Sonntag in Frankfurt vor, anschließend folgt ein Trainingslager in Herzogenaurach. 90min berichtet ausführlich über die Vorbereitung für die EM - alle Artikel und die Zusammenfassungen der bisherigen Pressekonferenzen findet ihr hier.


Folge 90min auf Instagram, Twitter und YouTube:

Instagram: @90min_de
Twitter: @90min_DE
YouTube: 90min DE

Alle News zum Frauenfußball bei 90min:

Alle Frauenfußball-News
Alle DFB-News
Alle Frauen-Bundesliga-News

facebooktwitterreddit