DFB-Frauen

Brand und Dallmann fiebern Spielen gegen die USA entgegen

Alina Ruprecht
Mike Hewitt/GettyImages
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Hinter DFB-Youngster Jule Brand liegt eine turbulente Woche: mit der Nationalmannschaft ging es das erste Mal für sie in die USA. Zuvor wurde sie als "Golden Girl" ausgezeichnet. Die nächste Ehrung in Farben eines Edelmetalls erfolgte kurz darauf am Mittwoch: Brand räumte auch die Fritz-Walter-Medaille in Gold (Jahrgang 2002) ab.


"Da gehört auch immer ein Team dazu", erklärte die Spielerin im Rahmen einer Medienrunde bescheiden. "Ich denke auch, dass wir bei der EM gut abgeschnitten haben. Es ist eine große Ehre und freue mich sehr darüber. Auch auf die zwei nächsten Spiele gegen die USA freue ich mich." Einen großen Dank sprach sie dabei auch der TSG Hoffenheim, sowie dem VfL Wolfsburg aus, zu dem sie vergangenen Sommer wechselte.

Die amtierenden Weltmeisterinnen, mit denen das DFB-Team es in dieser Woche gleich zweimal zu tun bekommt, schätzt Brand als "starke Gegnerinnen" ein. "Ich freu mich sehr auf die Spiele, auch jetzt so Gegner zu haben wie Alex Morgan und Megan Rapinoe, die auch Vorbilder früher waren und die man immer gerne spielen sieht", fügte sie hinzu.

Team-Kollegin Linda Dallmann pflichtet dem aufstrebenden Talent bei: "Ich glaube, dass sich so eine Reise lohnt, dass wir die auf uns nehmen, für solche Spiele und Gegner." Die Begegnungen mit den USA seien natürlich nichts Alltägliches, aber genau das Niveau, auf dem sich die DFB-Frauen messen müssten.

"Ich glaube, dass die USA ja schon den Frauenfußball beherrscht und ein Gegner ist, [der physisch sehr weit, und sehr erfahren ist]", fuhr Dallmann fort, die mit der Nationalmannschaft bereits zum dritten Mal in die USA ist. "Man weiß, dass es hier ja nochmal eine andere Hausnummer ist, vor allem von der Fläche, von den Leuten. Alles drum herum ist einfach schon sehr, sehr groß und ja, so sehen wir auch den Gegner und wir freuen uns natürlich auch auf richtig gute Spiele.“

Linda Dallmann
90min.de kürte Linda Dallmann jüngst zur Spielerin des Monats Oktober / Stuart Franklin/GettyImages

An der Woche in den USA wird jedoch auch viel Kritik geäußert. Die Reise kommt inmitten einer Phase, in der zahlreiche Spielerin fast pausenlos für ihre Vereine auf dem Platz stehen. Besonders der VfL Wolfsburg und FC Bayern München eilen von einer englischen Woche zur anderen. Der Flug an die Ostküste ist mit zusätzlichem Stress verbunden: Zeitumstellung, Jetlag, Aklimatisierung. Wie gehen die Nationalspielerinnen damit um?

"Am wichtigsten ist, dass man relativ schnell in den Rhythmus kommt, dass man die Nacht jetzt vor allem normal, sage ich mal, geschlafen hat, so wie sonst auch", betonte Dallmann. "Das ist natürlich nicht von heute auf morgen wegzustecken, das ist auch klar und ich glaube jeder, der ein Jetlag oder so eine Zeitumstellung mitgemacht hat, der weiß auch, dass es ja schon ein paar Körner kostet."

Dennoch glaubt sie, dass im Umfeld der Nationalmannschaft sehr auf individuelle Belastungssteuerung geachtet würde. So wurde nach der Ankunft in den USA nicht sofort trainiert. Stattdessen fand eine Aktivierung am Strand statt und die Spielerinnen bekamen genug Zeit, sich im sonnigen, aber windigen Miami zu entspannen.

Laura Freigang
Wo steht das Nationalteam nach der EM? Diese Frage sollen die Test-Spiele gegen die USA beantworten / Maja Hitij/GettyImages

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und den USA liegt bereits einige Jahre zurück. 2018 setzte es für das DFB-Team eine knappe 0:1-Niederlage. Auch zuvor gelangen kaum Siege gegen die Weltmeisterinnen. "Seitdem haben wir auch eine Entwicklung genommen, wo es jetzt schwer ist zu sagen, auf welchem Stand wir gerade sind", gibt Dallmann zu bedenken.

"Die USA haben jetzt aber auch in den letzten zwei Spielen auch Probleme mit Spanien und England gehabt, wo man jetzt auch nicht genau sagen kann 'Auf welchem Niveau sind gerade die USA, auf welchem Niveau sind wir?'. Und ich glaube gerade dieses Kräftemessen, jetzt zu diesem Zeitpunkt, nach den Jahren, die jetzt seit dem letzten Spiel vergangen sind, ist es dann ganz, ganz spannend."

2018 liefen beide Teams mit fast komplett anderen Kadern auf. Auch deswegen hält Dallmann die Spiele aus der Vergangenheit nicht mehr für den optimalen Vergleich, aber: "Dann kann man doch wieder bei Null anfangen und sagen: 'Wie es jetzt ist, wissen wir nicht und deshalb ist der Test umso spannender.'"


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