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Deutschland oder die Legionäre: Wer würde ein Bundesliga-Duell gewinnen?

Dominik Hager
Wer würde ein Bundesliga-Duell Deutschland - Legionäre gewinnen? Die Entscheidung ist hauchdünn.
Wer würde ein Bundesliga-Duell Deutschland - Legionäre gewinnen? Die Entscheidung ist hauchdünn. / Lars Baron/Getty Images
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Die oberste deutsche Spielklasse ist nicht erst seit gestern eine sehr internationale Liga. Derzeit sind zahlreiche Legionäre, vor allem aus Frankreich, Österreich, Holland und Spanien in Deutschland aktiv. Unter den 56 Prozent ausländischer Spieler befinden sich einige Stars, was alleine die Tatsache zeigt, dass in der Aufstellung von RB Leipzig im Pokal-Halbfinale ausschließlich Legionäre zu finden waren. Wir möchten uns sehen, ob eine komplett deutsche Bundesliga-Mannschaft überhaupt noch eine Chance im direkten Vergleich hätte.

Manuel Neuer - Péter Gulácsi

Die Entwicklung von Gulácsi in den letzten Jahren war zwar herausragend, gegen Neuer zieht der Ungar jedoch noch immer den Kürzeren. Der deutsche Nationaltorwart ist dank seiner Strafraumbeherrschung und fußballerischen Fähigkeiten der komplettere Torwart. Demnach geht der erste Punkt relativ klar an den Bayern-Keeper.

Punkt für Deutschland: 1:0

Lukas Klostermann - Nordi Mukiele

Im rein Leipziger Duell hat wie im Klub Nordi Mukiele die Nase vorne. Der Franzose ist in puncto Technik, Passspiel und Zweikampfführung der bessere Spieler. Lukas Klostermann lebt extrem von seiner Geschwindigkeit. Alleine einer der schnellsten Akteure der Liga zu sein, macht ihn jedoch noch nicht zu einem der besten Fußballer.

Punkt für die Legionäre: 1:1

Jerome Boateng - Dayot Upamecano

Das Duell zwischen Boateng und seinem Bayern-Nachfolger Upamecano ist gar nicht so leicht zu bewerten. Upamecano ist definitiv der Mann der Zukunft, hat jedoch auch noch Böcke in seinem Spiel. Diese treten unglücklicherweise gerade in wichtigen Spielen häufiger zum Vorschein, wie beispielsweise im Pokal-Spiel gegen Bremen. Der 32-jährige Boateng ist derweil natürlich nicht mehr der fitteste, zeigte in dieser Saison allerdings trotz der Gegentorflut gute Leistungen. Derzeit kommen wir bei diesem Duell also auf ein Unentschieden.

Punkt für beide: 2:2

Mats Hummels - David Alaba

Mats Hummels gehört noch immer zur obersten Kategorie, wenngleich seine Geschwindigkeitsdefizite durchaus ins Gewicht fallen. David Alaba spielte im Gegensatz zum Vorjahr nicht mehr ganz so souverän und leistete sich mehrere Fehler. Als gelernter Linksfuß hat er wiederum einen kleinen Vorteil auf der Position des linken Innenverteidigers. Alleine deswegen gewinnt der Österreicher das Duell um Haaresbreite.

Punkt für die Legionäre: 2:3

Marcel Halstenberg - Alphonso Davies

Auf der linken Abwehrseite sehen wir ein relativ eindeutiges Duell. Nach seinem spektakulären Vorjahr lieferte Alphonso Davies eine etwas schwächere Saison ab. Diese war jedoch immer noch gut genug, um zu den besten Außenverteidigern der Liga zu gehören. Wie wir alle wissen, hat Deutschland ein größeres Problem auf der linken Abwehrseite. Der stärkste deutsche Linksverteidiger der Liga ist wohl Marcel Halstenberg. Dieser hat jedoch seinen Stammplatz verloren und kann selbstredend auch gegen Davies nicht punkten.

Punkt für die Legionäre: 2:4

Joshua Kimmich - Kevin Kampl

Kommen wir von der Schwachstelle im deutschen Team zum Luxusproblem. Joshua Kimmich gehört inzwischen zu den stärksten Mittelfeldspielern der Welt, zumal er Kampfgeist, Führungsqualitäten und fußballerische Klasse vereint. Kevin Kampl hat selbstredend keine Chance, in diesem Vergleich mitzuhalten. Statt Kampl hätte man hierbei auch Aranguiz oder Schlager in das Duell schicken können. Am Ergebnis hätte es wenig geändert.

Punkt für Deutschland: 3:4

Leon Goretzka - Marcel Sabitzer

Marcel Sabitzer ist wohl der einzige Mittelfeldspieler der Liga, der Goretzka und Kimmich ansatzweise das Wasser reichen kann. Gerade der Vergleich mit Goretzka ist keineswegs eindeutig. Wie wichtig der Ex-Schalker aber wirklich ist, war gerade dann zu sehen, als er nicht auf dem Platz stand. Der FC Bayern kommt ohne den 26-Jährigen kaum noch aus. Sabitzer verfügt über mehr spielerische Klasse, ist vom Gesamtpaket aber einen Ticken unter Goretzka anzusiedeln.

Punkt für Deutschland: 4:4

Leroy Sané - Jadon Sancho

Weder Sané, noch Sancho konnten in dieser Saison überzeugen. Wenn Sancho jedoch fit war, zeigte er abgesehen vom Saisonanfang starke Leistungen. Bayern-Flügelspieler Leroy Sané hatte dagegen eher nur ein kleines Zwischenhoch in den Monaten Februar und März. Zu häufig präsentierte sich Sané lustlos oder glückslos, weshalb er im Duell nicht punkten kann.

Punkte für die Legionäre: 4:5

Serge Gnabry - Kingsley Coman

Das Duell auf dem linken Flügel ist ebenfalls nicht gerade einfach zu bewerten. In der Hinrunde war Kingsley Coman klar der bessere Spieler, wohingegen Gnabry in der Rückrunde trotz Verletzungspech besser in Fahrt kam. Allgemein trennt die beiden leistungstechnisch nicht viel. Fasst man die letzten Jahre zusammen, ist jedoch Gnabry der etwas effektivere Spieler.

Punkt für Deutschland: 5:5

Thomas Müller - Erling Haaland

Thomas Müller spielte eine sehr starke Saison, selbst wenn er in den letzten Spielen etwas nachließ. Auf seine Art und Weise ist er einer der stärksten Offensivspieler der Liga und nicht umsonst der beste Vorlagengeber. Erling Haaland ist hingegen deutlich torgefährlicher als Müller und schon jetzt einer der besten Stürmer der Welt. Aufgrund der Tatsache, dass Haaland und Lewandowski nicht unbedingt für einen Doppelsturm gemacht sind, kann der Norweger das Duell jedoch nicht gewinnen.

Punkt für beide: 6:6

Max Kruse-Robert Lewandowski

Eigentlich wäre es schön gewesen, beim Stand von 6:6 einem besonders packenden Duell die Entscheidung zu überlassen. Davon kann bei Lewandowski gegen Kruse aber nicht die Rede sein. Ohne Kruses Fähigkeiten abwerten zu wollen, hat er gegen den Weltfußballer nicht den Hauch einer Chance. Auf der Mittelstürmerposition dominieren die Legionäre haushoch.

Punkt für die Legionäre: 6:7

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