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DFB-Team

Deutschland enttäuscht gegen Dänemark: 5 Sachen, die auffielen

Jan Kupitz
Mit dem Auftritt gegen Dänemark kann Jogi nur bedingt zufrieden sein
Mit dem Auftritt gegen Dänemark kann Jogi nur bedingt zufrieden sein / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Im ersten Test vor der EM 2020 hat sich die deutsche Nationalmannschaft mit einem 1:1 gegen die dänische Auswahl begnügen müssen. Zwar war das DFB-Team über weite Strecken tonangebend und verzeichnete wie zu erwarten den meisten Ballbesitz, doch im letzten Drittel fehlten mal wieder die Ideen. Hinten leistete man sich eine Unaufmerksamkeit, die sofort zum Gegentor führte.

Das Spiel in der Nachbetrachtung:

1. Abschlüsse weiter schwach

Serge Gnabry
Gnabry und Co. haben noch nicht das nötige Zielwasser / Alexander Hassenstein/Getty Images

Mit den Bayern-Stars Müller, Sané und Gnabry bot Löw in der Offensive drei Spieler auf, die oft genug ihre Torjägerqualitäten gezeigt haben. Doch die Abschlüsse des DFB-Teams bleiben weiterhin schwach - ein Problem, das unsere Nationalmannschaft mittlerweile seit Jahren begleitet.

"Dass wir uns viele Chancen herausspielen, uns aber nicht belohnen. Darüber haben wir gesprochen, daran werden wir arbeiten", erklärte Löw (via Sportbuzzer) nach dem Abpfiff des Dänemark-Spiels. Eine Aussage, die er gefühlt nach den letzten 20 Länderspielen ebenfalls getroffen hat.

Der Bundestrainer führte aus, dass sein Fokus in den ersten Tagen des Trainingslagers auf der Defensive und Standardsituationen lag. "In den nächsten Tagen werden wir uns intensiv mit der Offensive und den Abschlüssen beschäftigen", so Löw. Ob's hilft?

2. Bessere Kommunikation - auch dank der Rückkehrer

Thomas Müller
Müller gab wie gewohnt den Ton an / Alexander Hassenstein/Getty Images

Ein Aspekt, den man gegen die Dänen lobend hervorheben muss, ist die Kommunikation untereinander. Die Spieler sprachen viel miteinander, gaben Kommandos, stimmten ihre Abläufe ab - was natürlich auch der Rückkehr von Hummels und Müller zu verdanken war, mit denen Löw insgesamt sehr zufrieden war.

"Beide haben ein gutes Spiel gemacht. Was verbessert war insgesamt, war die Kommunikation, die Kommandos auf dem Platz. Das war sehr positiv", lobte Bundes-Jogi, der bemerkte, dass es auf dem Platz nicht mehr so ruhig zuging, "wie es schon mal war".

3. Angeschlagene Spieler

Beim Test gegen die Dänen hatte Löw auf einige Akteure verzichten müssen. Neben den Champions-League-Finalisten, die erst verspätet angereist waren, fielen auch Kroos (nach Covid-Infektion), Goretzka (Muskelfaserriss) und Can (Adduktorenprobleme) aus. Zudem machten Hummels Probleme an der Patellasehne zu schaffen - der BVB-Star spielte dennoch über die vollen 90 Minuten durch.

"Er hatte am Anfang des Trainingslagers Probleme mit der Patellasehne im Knie, das behindert ihn manchmal in Sprintduellen. Es ist aber nicht weiter tragisch, er hat das in der zweiten Halbzeit ein bisschen gespürt", erklärte Löw, der zudem weiterhin Geduld bei Goretzka und Can benötigt. Auch am Freitag wird das Duo noch nicht mit dem Team trainieren können. Damit wird die Zeit bis zum ersten Gruppenspiel gegen Weltmeister Frankreich immer enger.

4. Fünferkette nicht die Lösung

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Da muss Löw noch ein wenig tüfteln / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Am Mittwochabend holte Löw mal wieder die Fünferkette aus der Schublade - ein Mittel, das er in den vergangenen Monaten immer mal wieder (ohne große Erfolge) getestet hatte. Auch gegen Dänemark fiel das Fazit nicht wirklich vielversprechend aus.

Da Löw offensichtlich auf einen sehr starken Bayern-Block in der Startelf setzt (bestenfalls haben sieben Münchener einen Stammplatz), sollte er auch das beim FC Bayern praktizierte 4-2-3-1 verwenden. Das scheint auf das Spielermaterial am ehesten zugeschnitten zu sein.

5. Gladbach-Duo weiß zu gefallen

Florian Neuhaus
Neuhaus bejubelt seinen Treffer / Alexander Hassenstein/Getty Images

Zwei Akteure gab es am Mittwochabend, die besonders zu überzeugen wussten: Die beiden Gladbacher Neuhaus und Ginter.

Insbesondere der Torschütze verdiente sich gegen die Dänen ein Extralob und zeigte nach schwachen Leistungen im Verein endlich mal wieder einen starken Auftritt. Das Zusammenspiel mit Kimmich funktionierte grandios!

Sein Pech ist nur, dass er trotz des ansprechenden Auftritts im Normalfall keine Chance auf Einsätze haben wird. Dafür ist die Mittelfeldzentrale mit Kimmich, Goretzka, Kroos und Gündogan zu prominent besetzt.

Auch Ginter konnte mächtig Eigenwerbung betreiben und im Kampf um die Plätze im Abwehrzentrum Boden gutmachen. Sollte Hummels seine Patellasehnenprobleme nicht überwinden, könnte die Stunde des Gladbachers schlagen! Rüdiger scheint nach Löws jüngsten Lobeshymnen jedenfalls unangefochten gesetzt, dahinter ist vieles offen.

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