Nations League

Nach Remis gegen junges italienisches Team: Deutsche Presse geht mit DFB-Team hart ins Gericht

Dominik Hager
Deutschland kommt nicht über ein 1:1 gegen Italien hinaus
Deutschland kommt nicht über ein 1:1 gegen Italien hinaus / Anadolu Agency/GettyImages
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Die deutsche Nationalmannschaft musste sich beim Nations-League-Auftakt mit einem 1:1-Unentschieden gegen den kriselnden Europameister Italien zufrieden gaben. Damit bleibt die Elf unter Flick zwar ungeschlagen, hat es aber wie schon gegen Holland verpasst, auch mal wieder einen Großen zu schlagen. Dementsprechend mittelmäßig fällt demnach auch das Urteil der Presse aus. Italien sieht man hingegen eine hoffnungsvolle Entwicklung. Wir werfen einen Blick auf die Pressestimmen beider Länder.


Kicker:
"Kimmichs schnelle Antwort: Deutschland spielt beim Nations-League-Auftakt 1:1 in Italien. Die zunächst dominante DFB-Auswahl geriet im zweiten Durchgang in Rückstand, fand aber die schnelle Antwort."

Bild:
"Auch Flick schlägt die Großen noch nicht! Deutschland wird mit der Nations League einfach nicht warm! Zum Start der neuen Saison gibt es bei 28 Grad in Bologna ein 1:1 gegen Italien. Nach den mageren Ausbeuten 2018/19 (zwei Punkte aus vier Spielen) und 2020/21 (zwei Siege aus sechs Partien) also wieder kein Sieg zum Auftakt."

Spiegel online:
"Flicks kleiner FC Bayern läuft noch nicht rund. Bundestrainer Hansi Flick sucht nach der richtigen Mischung für die Nationalelf, doch der Bayern-Block, auf den Flick setzt, birgt Risiken. Joshua Kimmich ist fast überall – und fehlt an einer Position womöglich doch."

Süddeutsche Zeitung:
"Nochmal gut gegangen. Im zweiten echten Härtetest spielt das Team von Hansi Flick erneut 1:1. Joshua Kimmich gelingt gegen Italien noch der Ausgleich und verhindert so die erste Niederlage unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick.

Spiegel:
Die DFB-Elf bleibt unter ihrem Bundestrainer zwar weiter ungeschlagen, trotzdem war keiner glücklich über das 1:1 gegen Italien. Wenig von dem, was eingespielt werden sollte, hat funktioniert. Hansi Flick wirkt beunruhigt.

TZ München:
Im Länderspiel-Klassiker bei Europameister Italien muss sich die DFB-Elf mit einem 1:1 begnügen. Es bleibt noch Arbeit für Bundestrainer Hansi Flick - auch mit Blick auf die WM.

F.A.Z.:
"Deutschland noch nicht in WM-Form. Die neu formierte Squadra Azzurra liefert dem DFB-Team einen echten Härtestest. Nach Rückstand findet die deutsche Mannschaft zwar die richtige Antwort - leistet sich jedoch insgesamt zu viele Fehler."

Das Urteil für das DFB-Team ist also durchaus hart: Anhand der Tatsache, dass die Nationalmannschaft mit der Elf angetreten ist, die wohl auch für Katar vorgesehen ist, kann man durchaus auch enttäuscht über das Resultat sein. Letztlich bleibt die Offensive ein Problem. Wie so oft ist es schon erstaunlich, wie wenig Gefahr entsteht, wenngleich vorne zahlreiche Münchner wirbeln. Da sieht man mal wieder, dass der Lewandowsk-Faktor größer ist, als sich manche einreden wollen. Letztlich musste Mittelfeld-Spieler Kimmich den Punkt retten, der eigentlich andere Aufgaben hat.

Nach EM-Aus und Finalissima-Pleite: Italien schöpft wieder Hoffnung

Deutlich positiver als in Deutschland fällt die Reaktion der italienischen Presse aus. Nach dem Verpassen der WM-Endrunde in Katar lautet die Devise derzeit „Umbruch vorantreiben“. Im Finalissima gegen Argeninien sah die Squadra Azzura mit einer 0:3-Pleite noch gar nicht gut aus. Dadurch kann man das Unentschieden gegen Deutschland definitiv als positives Zeichen sehen.

Gazzetta dello Sport:
"Gnonto mit Traumdebüt: Mancini findet Italien wieder, aber Kimmich rettet die Deutschen. Es gibt kein offizielles Spiel, in dem Deutschland Italien schlagen kann. Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, jetzt die Nations League. Wir sind ihr Fluch. Das war auch nötig nach dem Rückschlag in Wembley. Ein 1:1, das Mancini eine Atempause verschafft und den Horizont aufhellt. Nichts Besonderes, die Probleme bleiben alle bestehen, vielleicht haben die Deutschen den Einsatz etwas unterschätzt, vielleicht hat Argentinien sie getäuscht: aber am Ende hat Italien besser gespielt und mehr verdient."

Corriere dello Sport:
"1:1 - Kimmich antwortet auf Pellegrini, Mancini startet neu durch. Die neu zusammengesetzte Squadra Azzurra beginnt mit einem überzeugenden Unentschieden. Entscheidend waren die Paraden von Donnarumma und die Vitalität von Debütant Gnonto, der das Tor zur Führung vorbereitete."

Il Messaggero:
"Pellegrini inspiriert junges Italien: Unentschieden gegen Deutschland, was für ein Debüt von Gnonto. Mit jugendlichem Mut begegnete Italien einem Deutschland, das bei seinem "Wiederaufbau" sicher einen Schritt weiter ist, und vermied es, anders als am Mittwoch in London gegen Argentinien, erneut ein hässliche Gesicht zu zeigen."

La Stampa: "Das neue Lebenselexier und Mancinis Lächeln. Im Fußball geht alles schnell. Innerhalb von drei Tagen von der Pracht im Wembley-Stadion von London zu einer Squadra Azzurra mit Debütanten. Mit Ausnahme von Donnarumma wurden zehn von zehn Spieler ausgewechselt. Doch die Azzurri machten, auch dank eines mittelmäßigen Deutschlands, eine gute Figur. Und aus dem Herzblut des Debütanten Gnonto schöpften sie auch Zukunftsperspektiven."


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