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Mehr als 100 Millionen Euro möglich! Die potenziellen BVB-Abgänge im Check

Martin Bytomski
Zwei Spieler, die den BVB verlassen könnten: Manuel Akanji (l) und Emre Can
Zwei Spieler, die den BVB verlassen könnten: Manuel Akanji (l) und Emre Can / LARS BARON/GettyImages
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Die große Shoppingtour dürfte zunächst beendet sein. Borussia Dortmund hat für Karim Adeyemi und Nico Schlotterbeck zusammen rund 50 Millionen Euro ausgegeben und dürfte somit die Haaland-Millionen in etwa reinvestiert haben. Niklas Süle kommt zwar ablösefrei vom FC Bayern München, dürfte aber mit Blick auf das Gehalt im Spitzendrittel liegen. Sicher werden Noch-Sportdirektor Michael Zorc und sein Nachfolger Sebastian Kehl die Augen und Ohren für weitere Verstärkungen offenhalten, doch im Fokus dürfte jetzt das Verkaufen von Spielern stehen. Wir werfen einen Blick auf den Kader und schätzen ein, wie viel Geld potenzielle Verkaufskandidaten in die Dortmunder Kassen spülen könnten.


Manuel Akanji

Das attraktivste Angebot im BVB-Portfolio ist Manuel Akanji. Der Schweizer möchte wohl den BVB verlassen, dank der Verpflichtungen von Schlotterbeck und Süle sind die Schwarzgelben auf der Innenverteidigerposition mit Akanji überbesetzt. Laut Medienberichten haben Manchester United und Juventus große Lust auf den Schweizer. Der geschätzte Marktwert liegt nach einer über weite Strecken starken Saison bei 30 Millionen Euro. Das dürfte in etwa auch die Summe sein, die am Ende auf das Dortmunder Konto fließt. Bei einem Wettbieten um die Dienste des smarten Schweizers könnte der Preis aber noch in die Höhe schnellen.

Raphael Guerreiro

Dass der Portugiese ein hochwertiger Kicker ist, steht außer Frage. Doch Raphael Guerreiro hat in seinem sechsten Jahr bei der Borussia seine schwächste Saison gespielt. Zwar war der Portugiese noch nie ein Zweikampfmonster und defensiver Anker, doch seine Spielfreude und Technik kaschierten die Makel in der Rückwärtsbewegung. Davon war in den vergangenen Monaten nicht viel zu sehen, jedoch machten Guerreiro auch viele muskuläre Probleme zu schaffen, seinen Rhythmus fand er nie. Sollten die BVB-Verantwortlichen entscheiden, dass ein Verkauf die sinnvollste Option ist, müsste ein neuer Verein mit Blick auf den Marktwert rund 35 Millionen Euro auf den Tisch legen. Nach der schwachen Saison, mit Blick auf sein fortgeschrittenes Alter (28) und den im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag ist diese Summer aber recht unrealistisch und dürfte eher bei 25 Millionen Euro liegen.

Nico Schulz

Sportlich ist die Leistung von Nico Schulz seit seiner Vertragsunterzeichnung vor drei Jahren eine große Enttäuschung. Sein kolportiertes Gehalt im hohen einstelligen Millionenbereich dürfte bei Schulz trotz der sportlichen Nebenrolle kein gesteigertes Wechselinteresse hervorrufen. Sollte dennoch ein Verein die Idee haben, dass ein Transfer von Nico Schulz sinnvoll sei, dürfte der Vizemeister kaum auf eine erkleckliche Ablösesumme hoffen. Möglich ist auch ein niedriger Preis (etwa 5 Millionen Euro) als gesichtswahrende Lösung für Schulz und eine Teilübernahme seines Lohnes seitens des BVB.

Emre Can

Als Spieler mit einer großen Vita kam Emre Can zu Borussia Dortmund: Mehrere Jahre bei Liverpool und Juventus sowie sein Status als Nationalspieler machten eine Verpflichtung schmackhaft. Und Can macht den Mund auf, feuert seine Mitspieler und setzt Zeichen. Doch immer wieder gesellen sich zu starken Aktionen teils haarsträubende Fehler im Aufbauspiel. Can tut der jungen Mannschaft in guter Form gut, doch vollends überzeugt sind die Verantwortlichen in Dortmund wohl nicht. Sollte ein Verein sich mit dem Mentalitätsspieler verstärken wollen, wären wohl 15-20 Millionen Euro ein realistisches Einnahmeszenario.

Julian Brandt

Das in Julian Brandt ganz viel fußballerisches Können schlummert, ist offensichtlich. Beim jüngsten 3:1-Auswärtssieg beim Schlusslicht Greuther Fürth glänzte der 37-malige Nationalspieler mit einem Doppelpack und strich von Trainer Marco Rose ein Lob ein: "Er hat viele Tore gemacht und vorbereitet. Deswegen hat er ein hohes Standing bei mir als Trainer und auch im Verein." Das klingt nicht nach einem forcierten Abschied. Sollten aber dennoch alle Parteien der Meinung sein, ein Neustart abseits des Ruhrgebietes wäre sinnvoll, wäre eine Ablösesumme von rund 25 Millionen Euro realistisch. Mit 26 Jahren ist Brandt im besten Fußballeralter und sein Arbeitspapier ist noch bis zum Sommer 2024 gültig.

Thorgan Hazard

Er ist technisch gut, hat den Blick für seine Mitspieler und schließt passabel ab. Thorgan Hazard ist als Kaderspieler durchaus von Bedeutung. Doch sein mangelndes Tempo mit der bisweilen fehlenden Zielstrebigkeit haben Zweifel an dem Flügelspieler laut werden lassen. Dennoch: War er fit, kam er in jedem (!) Bundesligaspiel zum Einsatz. Somit dürfte das Interesse, Hazard zu verkaufen, nicht übersteigert sein. Zumal kaum ein Verein deutlich mehr als 15 Millionen Euro für den bereits 29-Jährigen auf den Tisch legen sollte.

Sollten alle Wackelkandidaten für die von uns veranschlagten Summen wechseln, würden 115 Millionen Euro auf das Dortmunder Konto fließen. Dass aber tatsächlich alle sechs Profis die Borussia verlassen, ist äußerst unwahrscheinlich.


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