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Vom BVB zum Effzeh: Deshalb ist der Tigges-Wechsel für alle Seiten sinnvoll

Martin Bytomski
Kickt wohl bald ebenfalls im roten Kölner Trikot: BVB-Angreifer Steffen Tigges
Kickt wohl bald ebenfalls im roten Kölner Trikot: BVB-Angreifer Steffen Tigges / INA FASSBENDER/GettyImages
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Steffen Tigges wechselt von Borussia Dortmund zum 1. FC Köln. Mittlerweile ist die offizielle Bestätigung der Klubs da. Wir verraten euch, warum der Transfer für alle Seiten Sinn macht.


Die Sicht des BVB

Es ist zumindest auf den ersten Blick gar nicht mal so einleuchtend, warum ein Verkauf von Steffen Tigges Sinn für den BVB ergibt. Denn schließlich ist er nach dem Abgang von Erling Haaland zu Manchester City der einzig noch verbliebene Stoßstürmer mit großer physischer Präsenz. Außerdem sind drei Treffer bei neun Kurzeinsätzen in der jüngst abgelaufenen Saison eine durchaus respektable Quote.

Und dennoch: Die Chance, die Nummer eins im Angriffszentrum bei der Borussia zu werden, tendiert gegen Null. Trotz des Haaland-Wechsels stehen aktuell mit Donyell Malen und Karim Adeyemi zwei flinke Angreifer im Kader, die auch in vorderster Front agieren können. Dazu scharrt Supertalent Youssoufa Moukoko mit den Hufen und drängt auf Einsatzzeiten. Zusätzlich wird aktuell noch nach einer "echten Neun" gefahndet, Saša Kalajdžić und Sebastien Haller sind die wohl heißesten Namen. Aus Sicht des BVB würde Tigges also ein (wenn auch im Vergleich sicher schmales) Gehalt kosten, keine Ablöse bringen und böte keine hochwertige Alternative. Deshalb macht der Verkauf Sinn.

Die Sicht der Kölner

Auf dem Papier ist die Sache gar nicht mal so eindeutig: Immerhin verfügt FC-Trainer Steffen Baumgart mit Anthony Modeste und Sebastian Andersson bereits über zwei kantige Stoßstürmer. Außerdem steht mit Mark Uth ein weiterer spielstarker Angreifer unter Vertrag. Doch bei genauerer Betrachtung ergibt eine Tigges-Verpflichtung Sinn: Andersson kam in der vergangenen Saison nicht in Fahrt (26 Bundesligaspiele/drei Tore) und wird den Effzeh wohl spätestens bei seinem Vertragsende im kommenden Sommer verlassen.

Die Kölner "Lebensversicherung" Modeste ist zwar ähnlich kantig wie Tigges, kann aber mehr aus der Tiefe kommen und das Spiel mitgestalten. Außerdem ranken sich um den bereits 34-Jährigen ständig Gerüchte um einen Wechselwunsch. Auch spieltaktisch macht eine Tigges-Verpflichtung Sinn: Die Kölner sind die Flankenmeister der Liga und hätten so zwei abschlussstarke Neuner als dankbare Abnehmer für die Hereingaben.

Zu guter Letzt steigt die Belastung in der kommenden Saison durch die Teilnahme an der Conference League. Eine Alternative mehr für Steffen Baumgart ist da sehr hilfreich.

Die Sicht von Tigges

Für Stefen Tigges bliebe bei Borussia Dortmund die gleiche ergänzende Rolle wie in der vergangenen Saison. Die Möglichkeit, bei einem ambitionierten Bundesligisten ein wichtiger Baustein im Angriff zu werden, ist für den 23-Jährigen herausragend. Das war vor einigen Jahren noch nicht ansatzweise absehbar: Denn bei seinem langjährigen Ex-Verein VfL Osnabrück liest sich zumindest die Torquote des damals noch jungen Angreifers nicht gerade wie eine Bewerbung für höhere Aufgaben: Gerade einmal sechs Tore in 88 Einsätzen stehen zu Buche.

Doch, dass der 1,93 Meter große Sturmtank mittlerweile der 3. Liga entwachsen ist, verdeutlichen seine 35 Treffer und 25 Vorlagen in 64 Spielen für die Dortmunder U23. Die Richtung stimmt also und ab Juli kann Tigges in Köln den nächsten logischen Schritt gehen.


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