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Aufstieg ist perfekt! BVB-Frauen nach 4:0 gegen Brechten II in der Bezirksliga

Oscar Nolte
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BVB / Christof Koepsel/GettyImages
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Seit Sommer wurde für das Ziel trainiert, geschwitzt und gearbeitet – jetzt ist es perfekt: Die Frauen von Borussia Dortmund steigen nach dem 4:0 (3:0) im Aufstiegsspiel gegen den TV Brechten II in die Bezirksliga auf! Damit gelingt in der ersten Saison seit der Gründung im vergangenen Jahr gleich der Sprung in die nächsthöhere Klasse.


Entsprechend ausgelassen war die Party nach dem Abpfiff: Ein schwarz-gelber Jubelchor brüllte "Aufsteiger", es wurde getanzt und gefeiert. "Ich bin überglücklich, dass wir das Spiel auch in der Höhe verdient gewonnen haben. Die Partie hatte alles: verletzungsbedingte Auswechslungen, Rote Karten und einige Tore. Davon hätten wir durchaus noch mehr erzielen können. Insgesamt ein verdienter Sieg und ein verdienter Aufstieg", so das Fazit von biernassen und strahlenden Aufstiegstrainer Thomas Sulewski.

Matchwinnerin Vanessa Heim, die zwei Treffer beisteuerte, ergänzte: "Das Spiel war sehr aufreibend, nach der Roten Karten hatte ich kurz Bedenken. Am Ende war der Sieg aber total verdient. Und die Saison war grandios, wir haben eine geile Mannschaft!"

Vor rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Bezirkssportanlage in Dortmund-Nette, darunter Geschäftsführer Carsten Cramer und die Ex-Profis Teddy de Beer und Patrick Owomoyela, begannen die Borussinnen dominant. Sie diktierten das Geschehen auf dem Platz, fanden anfangs jedoch kein Mittel gegen die tiefstehenden Brechtener Abwehrketten. Dazu gesellten sich zu viele Ungenauigkeiten im Angriffsspiel – die Nervosität war den Schwarzgelben beim Aufstiegsspiel durchaus anzumerken.

Es passte, dass eine Standardsituation für den Dosenöffner zuständig war: Luisa Bergmann zirkelte den Ball in den Strafraum, der Ball landete nach Vorlage von Marina Jung bei Vanessa Heim (18.), die trocken ins linke Eck zum 1:0 vollendete. Doch nach dem Jubel folgte die kalte Dusche: Nach einem zu kurz geratenen Pass von BVB-Schlussfrau Sandra Schröer spritze TVB-Spielerin Jessica Meyer dazwischen. Jung erwischte beim Klärungsversuch Meyer, war die letzte Spielerin und sah wegen der Notbremse die Rote Karte. Sulewski reagierte und nahm Angreiferin Carolin Kaul für Innenverteidigerin Lilli Prinzen vom Feld.

Doch von Schockstarre war nichts zu sehen – im Gegenteil: Heim verpasste nur kurze Zeit später denkbar knapp. Auch Ann-Katrin Lau hätte um ein Haar per Flachschuss 2:0 erhöht. Annika Billig hätte die Führung ausbauen müssen, schob den Ball aber freistehend über das Tor. Doch Billig haderte nicht lange, krempelte die Ärmel hoch und machte es nur eine Minute später besser: Nach einem herrlichen Ball über den halben Platz von Glänzer behielt Billig frei vor Brechtens Torhüterin Kimberley Chukwu die Nerven und schob locker ein – 2:0 für den BVB! In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs nahm Lau aus 18 Metern Maß, doch Chukwu war zur Stelle und wehrte das Leder mit einer sehenswerten Parade ab. Nichts zu halten gab es dann beim Schuss von Heim, die nach einer Bergmann-Ecke das 3:0 erzielte – dann war Pause. Auch in Unterzahl waren die Borussinnen klar überlegen und hätten durchaus noch höher führen können.

Brechten startete durchaus schwungvoll in den zweiten Abschnitt, der Dortmunder Verteidigungsbund stand aber sicher. Lau hatte sechs Minuten nach Wiederanpfiff erneut per Flachschuss den vierten BVB-Treffer auf dem Schlappen, verzog aber wieder denkbar knapp. Glück für den BVB, dass kurz darauf Leonie Haarmann völlig frei vor Schröer den Ball ans Lattenkreuz hämmerte. Auf personelle Gleichzahl stellte Schiedsrichter Tobias Eckert in der 67. Minute: Nach einer griechisch-römischen Einlage von Jennifer Meyer sah die bereits gelbvorgewarnte Brechtenerin die Gelb-Rote Karte. Mit der deutlichen Führung im Rücken war Dortmund die bessere Mannschaft, die letzte Konsequenz im Angriffsspiel fehlte aber. Heim und Billig hatten jeweils das 4:0 auf dem Schlappen, scheiterten aber an der hervorragend reagierenden Chukwu. Acht Minuten vor dem Ende wurde die eingewechselte Annika Fälker im TVB-Strafraum von den Beinen geholt – Strafstoß für den BVB! Lau (82.) ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte lässig ins rechte Eck.


BVB: Schröer – Schneider (28. Fälker), Glänzer, Jung, Klemann – Zabell, Bergmann (60. Becker) – Lau, Billig (80. Rogge-Herper), Heim – Kaul (23. Prinzen)

Tore: 1:0 Heim (18.), 2:0 Billig (34.), 3:0 Heim (45.+2), 4:0 Lau (82.)

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Jung (20.) wegen Notbremse, Gelb-Rote Karte Meyer (67.) wegen wiederholten Foulspiels

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