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BVB: 5 Gründe, warum die Haller-Ablöse nicht zu hoch ist

Jan Kupitz
Sebastien Haller
Sebastien Haller / BSR Agency/GettyImages
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Sebastien Haller ist ein Borusse! Der BVB gab nun auch offiziell die Verpflichtung des Angreifers bekannt, der die Nachfolge von Erling Haaland antritt.

Die Ablöse beträgt laut übereinstimmenden Medienberichten 35 Millionen Euro (inkl. Boni), wodurch der ivorische Nationalspieler zum Rekordeinkauf der Schwarz-Gelben aufsteigt. Viel Geld für einen Spieler, der bereits 28 Jahre alt ist und sich bislang bei keinem europäischen Topklub in einer Topliga beweisen konnte.

Dennoch muss man dem BVB zu diesem Transfer gratulieren. Wir zählen Argumente auf, warum die Ablöse für Haller gerechtfertigt ist.

1. Haller passt perfekt zum BVB

Das wichtigste Argument zuerst: Sebastien Haller wird den BVB ohne Zweifel verstärken! Der physisch starke Angreifer wird sich mit den anderen Offensivspielern im Kader sehr gut ergänzen und als wuchtige Anspielstation viele Räume für Adeyemi, Malen und Co. schaffen. Dass er nicht so schnell unterwegs ist wie ein Haaland, ist dadurch zweitrangig. Vielmehr stellt Haller den Typ Mittelstürmer da, den der BVB seit Robert Lewandowski nicht mehr im Kader hatte.

Wer noch mehr dazu lesen möchte: Der BVB und Sebastien Haller: wie Arsch auf Eimer! So könnte die Offensive aussehen.

2. Haller sieht den BVB nicht als Sprungbrett

Ein Problem, das der BVB in den vergangenen Jahren immer wieder hatte: Die vielversprechendsten Transfers sahen die Borussia lediglich als Sprungbrett und waren dadurch relativ schnell wieder weg.

Nicht so bei Haller: Er sieht die Schwarz-Gelben als keine Zwischenstation, sondern als Verein, mit dem er seine größten Erfolge feiern und seine besten Jahre als Fußballer verbringen möchte.

Diese Mentalität und Einstellung könnte in vielen Spielen Gold wert sein.

3. Was waren die Alternativen?

Ein weiterer Punkt, warum es richtig war, für Haller tief in die Tasche zu greifen: Die anderen Alternativen waren schlichtweg nicht überzeugend genug - der Ex-Frankfurter war im Grunde der einzig verfügbare Stürmer in diesem Sommer, der den BVB (auf Anhieb) verstärkt.

Ein Sasa Kalajdzic hat sich beim VfB als verletzungsanfällig herausgestellt und hatte in seiner Karriere erst eine richtig gute Saison. Ein Hugo Ekitike wäre sogar noch teurer als Haller geworden - obwohl er gerade einmal 25 Ligue-1-Spiele auf dem Buckel hat.

Spieler wie Darwin Nunez oder Timo Werner sind (gehalts- und ablösetechnisch) außer Dortmunds Reichweite und Luka Jovic wäre nach Jahren auf Reals Ersatzbank ein einziges großes Fragezeichen gewesen. Von daher war die Haller-Verpflichtung nahezu alternativlos.

4. Klubs wissen um Haaland-Einnahmen

Was man auch nicht außer Acht lassen darf: Die anderen Klubs haben natürlich mitbekommen, dass der BVB durch den Verkauf von Erling Haaland hübsche Einnahmen zu verbuchen hatte. Daher versucht man als abgebender Verein natürlich, so weit wie möglich von Dortmunds finanziellen Möglichkeiten zu partizipieren.

Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass der BVB einen neuen Mittelstürmer verpflichten musste, kommt man wohl nicht umhin, ein paar Millionen mehr als geplant auszugeben.

5. Steigende Ablösen als normale Entwicklung

Die Folgen der Coronapandemie sind weitgehend überwunden - so scheint es zumindest. Hatten sich die Klubs in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der unsicheren Lage auf dem Transfermarkt zurückgehalten, so sprudelt nun das Geld wieder aus allen Ecken. Die Zuschauer sind zurück, die TV-Gelder kommen wie gewohnt an und die Sponsoren sind bereit, wieder ordentlich zu buttern.

Folglich steigen auch die Ablösen - so wie in den Jahren vor Corona - immer weiter an. Ein Darwin Nunez geht für 100 Millionen Euro über die Ladentheke, Aurelien Tchouameni kostet 80 Millionen Euro. Es ist der Lauf der Zeit, dass die Spieler immer teurer werden.

Da wäre es einfach utopisch, einen Spieler wie Haller für 20-25 Millionen Euro zu bekommen.


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