Dortmund bezwingt Augsburg knapp: Der BVB in der Einzelkritik

Dominik Hager
Edith Geuppert - GES Sportfoto/GettyImages
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Borussia Dortmund hat den FC Augsburg nach einem unterhaltsamen und zum Teil vogelwilden Spiel mit 4:3 bezwungen. Gleich dreimal gaben die Schwarz-Gelben einen Vorsprung aus der Hand, behielten dann aber wegen der Joker die Oberhand. Die Dortmunder Treffer erzielten Bellingham, Schlotterbeck, Bynoe-Gittens und Reyna.


1. Gregor Kobel

Kobel war im ersten Durchgang mehr oder weniger beschäftigungslos. Umso bitterer, dass er trotzdem zweimal den Ball aus dem Netz holen musste. Beim 1:1 setzte er Schlotterbeck unnötig unter Druck, wenngleich sich ein Nationalspieler trotzdem behaupten muss. Ansonsten hatte er bei den beiden Gegentreffern in Halbzeit eins keine Abwehrchance. In der 57. Minute leistete sich der Schweizer einen ziemlich unnötigen Fehlpass, jedoch konnte Schlotterbeck die Gefahr im Ansatz bannen. Beim zwischenzeitlichen 3:3 war er dann wider chancenlos. Ein undankbarer Tag für Kobel.

Bewertung: 4/10

2. Julian Ryerson

Der Neuzugang von Union Berlin war von Beginn an gut integriert und kurbelte das Spiel nach vorne fleißig mit an, wenngleich seine Flanken keinen Abnehmer fanden. Defensiv stand er zunächst stabil, hatte jedoch seine Aktien am 2:2. Zwar wäre der Abschluss von Demirovic auch ohne seinem Klärungs-Versuch ins Tor gegangen, jedoch hätte er den Einschlag mit etwas mehr Geschick verhindern können. Im zweiten Durchgang zeigte er sich nicht mehr ganz so aktiv, jedoch machten seine Ansätze Lust auf mehr.

Bewertung: 6/10

3. Mats Hummels

Der Routinier war zu Beginn defensiv kaum gefordert, strahlte aber Ruhe aus. Zudem konnte er sich mit zwei Kopfball-Chancen offensiv in Szene setzen. Beim 2:2 sah er nur die Rücklichter von Demirovic, jedoch hatte er auch Pech, dass Schlotterbeck neben ihm das Abseits aufhob. In der zweiten Hälfte agierte Hummels relativ unauffällig stand jedoch bei der Großchance in der 88. Minute von Demirovic falsch.

Bewertung: 6/10

4. Nico Schlotterbeck

Schlotterbeck absolvierte eine für ihn typische Partie. Der Innenverteidiger zeigte sich zunächst präsent gegen den Ball und im Spielaufbau. Unglücklich war jedoch sein Ballverlust vor dem 1:1. Dafür brachte er den BVB kurz darauf per Kopf wieder in Führung. Beim 2:2 hob der Ex-Freiburger dann das Abseits auf. In der zweiten Hälfte glänzte Schlotterbeck mit vielen starken Diagonalbällen (unter anderem vor dem 4:3), wackelte aber trotzdem vereinzelt böse. Sein Fehlpass vor dem 3:3 hätte durchaus wichtige Punkte kosten können. Im Endeffekt war er an fast jedem Tor - egal welcher Mannschaft - irgendwie beteiligt. Kein Ruhmesblatt für einen Verteidiger.

Bewertung: 3/10

5. Raphael Guerreiro

Der Portzugiese schaltete sich in Halbzeit eins immer wieder mit nach vorne ein und bereitete die Chance von Malen in der 18. Minute vor. Zudem erledigte er seine Defensivaufgaben mit dem nötigen Einsatz und Geschick in den Zweikämpfen. Nach dem Pausenwechsel fehlte beim Linksverteidiger aber mitunter die nötige Intensität. Weder defensiv, noch offensiv konnte er noch großartig Akzente setzen.

Bewertung: 7/10

6. Jude Bellingham

Der Engländer glänzte mit seinen dynamischen Antritten im Mittelfeld und fand auch im Passspiel die richtigen Lösungen, womit er zahlreiche Angriffe einleitete. Ganz stark war vor allem sein Treffer zum 1:0 aus etwa 20 Metern. Ein wenig unglücklich sah hingegen seine unpräzise Kopfballaktion im Vorfeld des 2:2-Ausgleichstreffers aus. In der zweiten Halbzeit lieferte sich Bellingham zahlreiche hitzige Duelle im Zweikampf, blieb aber dennoch auch in der Offensive gefährlich. In der 63. Minute ließ er eine gute Chance liegen, hatte dann aber beim 4:3 von Reyna seinen Kopf entscheidend im Spiel. Kurz vor dem Ende bediente er nach einer technisch ganz feinen Aktion beinahe noch Haller. Der beste Dortmunder!

Bewertung: 9/10

7. Salih Özcan

Der Mittelfeldspieler kam eigentlich ganz gut in die Partie, verblasste dann aber zunehmend im Schatten von Bellingham. Der Ex-Kölner hatte bei beiden Augsburger Treffer in Durchgang eins gewisse Akzien, indem er beide Male einen mitentscheidenden Zweikampf im Vorfeld verlor. Im zweiten Durchgang steigerte sich Özcan ein wenig und entschied mehr Duelle für sich. Fußballerische Glanzstücke, wie bei seinem starken Pass auf Bynoe-Gittens, blieben aber die Ausnahme.

Bewertung: 3/10

8. Karim Adeyemi

Man sah Karum Adeyemi von Beginn an an, dass er es nach einer mäßigen Hinrunde wissen möchte. Der junge Außenstütmer kurbelte mit seinem Tempo einige gute Angriffe an und zeigte sich im Passspiel sauberer und reifer als in den letzten Monaten. Adeyemi bereitete außerdem das 1:0 durch Bellingham vor, wenngleich der Assist nicht sonderlich spektakulär ausfiel. In der zweiten Halbzeit schlichen sich mehr Fehler ins Spiel des Youngsters, jedoch belebte er das Match mit seinem Speed weiterhin und holte einige Freistöße raus. Nach 70 Minuten musste er für Reyna weichen.

Bewertung: 7/10

9. Julian Brandt

Der offensive Mittelfeldspieler knüpfte in Halbzeit eins nahtlos an seine starke Hinrunde an. Nach etwas verhaltenem Beginn, drehte Brandt ab Minute 20 auf und bereitete die Großchancen von Moukoko und Malen in kürzester Zeit vor. Präzision und Geschick legte Brandt auch am ruhenden Ball an den Tag. Der 26-Jährige bereitete das Schlotterbeck-Tor per Freistoß-Flanke vor und bediente kurz darauf Hummels bei dessen Top-Chance auf gleiche Weise. Nach dem Pausenpfiff gelangen ihm nur noch wenige Akzente. Zudem wirkte er im Zweikampfverhalten nicht mehr so konsequent wie in den ersten 45 Minuten. Kurz vor dem Ende wurde er für Süle aus dem Spiel genommen.

Bewertung: 8/10

10. Donyell Malen

Donyell Malen war weniger auffällig als sein Pendant Malen, kam aber dennoch in der 18. und 31. Minute zu ganz guten Abschluss-Szenen, die er aber nicht nutzen konnte. Nach dem Pausenpfiff tauchte der Niederländer fast gänzlich ab und wurde berechtigterweise nach 70 Minuten ausgewechselt.

Bewertung: 4/10

11. Youssoufa Moukoko

Moukoko verzeichnete nur wenige Ballaktionen, tauchte jedoch in der 23. Minute erstmals gefährlich vor dem Augsburger Tor auf. Sein Abschluss nach dem tollen Brandt-Zuspiel, war jedoch eher katastrophal. Ansonsten kam vom Youngster kaum etwas. Lediglich zehnmal berührte er den Ball, ehe er nach gut einer Stunde für Haller Platz machen musste.

Bewertung: 2/10

12. Sébastien Haller (ab 61.)

Der BVB-Stürmer sorgte mit seinem Comeback nach der schweren Erkrankung für einen emotionalen Höhepunkt. Auf Anhieb gelang es ihm, die Bälle festzumachen und geschickt zu verteilen. Einen eigenen Abschluss verzeichnete er nicht, jedoch leitete er das 5:3 mit einem starken langen Ball ein.

Bewertung: 7/10

13. Jamie Bynoe-Gittens (ab 70.)

Der junge Joker erzielte mit einem schönen Distanztor nach sehenswertem Dribbling den wichtigen Treffer zum 3:2. In der 87. Minute tauchte er nochmal vor dem Augsburger Kasten auf, vergab jedoch aus spitzem Winkel.

Bewertung: 8/10

14. Giovanni Reyna (ab 70.)

Kurz nach dem Joker-Tor von Bynoe-Gittens erzielte Reyna einen nicht minder sehenswerten Volley-Treffer zum 4:3. Der US-Amerikaner wirbelte fröhlich weiter und kam noch zu zwei weiteren guten Chancen.

Bewertung: 8/10

15. Niklas Süle (ab 90.)

Süle kam erst in der 90. Minute und fiel nicht mehr sonderlich auf.

Ohne Bewertung


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