Bundesliga

Die Verlierer-Teams der Hinrunde: Enttäuschte Fohlen, Wölfe & Bullen

Dominik Hager
Leipzig, Wolfsburg und Gladbach haben eine Hinrunde zum Vergessen hinter sich
Leipzig, Wolfsburg und Gladbach haben eine Hinrunde zum Vergessen hinter sich / RONNY HARTMANN/GettyImages
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Im ersten Teil unseres Rankings haben wir uns auf die Gewinner-Klubs der Bundesliga konzentriert. Nun werfen wir einen Blick auf die Teams, die im Vergleich zur Hinrunde der Vorsaison abgebaut haben. Wie das Ergebnis beweist, muss aber nicht jedes Team enttäuscht vom bisherigen Saisonverlauf sein.


Im Vergleich zum Vorjahr: Die Gewinner-Teams der Bundesliga-Hinrunde


1. RB Leipzig (-12 Punkte / +7 Tore)

Jesse Marsch, Angelino, Benjamin Henrichs, Tyler Adams
Sebastian Widmann/GettyImages

Der RB Leipzig konnte weder den Abschied von Coach Julian Nagelsmann, noch von den Leistungsträgern Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer verkraften. Zwar hat man mit André Silva einen dringend benötigten Top-Stürmer geholt, jedoch konnte dieser vor allem in der Bundesliga noch nicht überzeugen. Zudem leistete sich RB auf der Trainerposition einen Fehlgriff. Jesse Marsch konnte nicht zur Mannschaft durchdringen und legte sich nie so wirklich auf eine erste Elf fest.

Im Vorjahr belegten die Leipziger zur Halbzeit mit 35 Punkten den zweiten Platz. Nun steht mit 22 Zählern der zehnte Platz auf dem Tableau. Der eklatante Unterschied spiegelt sich in der Tordifferenz gar nicht so deutlich wieder, was daran festzumachen ist, dass die Leipziger durchaus auch sehr gute Auftritte mit deutlichen Siegen zeigen konnten. Die Konstanz ist jedoch völlig auf der Strecke geblieben. Die Niederlage kurz vor Weihnachten gegen Bielefeld steht sinnbildlich dafür.

2. VfL Wolfsburg (-9 Punkte / -19 Tore)

Wolfsburg
Pool/GettyImages

Der VfL Wolfsburg hat in der Hinrunde eine unnachahmliche Achterbahnfahrt hingelegt. Nachdem die letzten fünf Vorbereitungsspiele sowie das Pokal-Match gegen Preußen Münster allesamt verloren gingen, gelang der Liga-Start mit vier Siegen grandios. Nach einem Unentschieden gingen im Anschluss jedoch vier Spiele in Serie verloren. Florian Kohfeldt übernahm und sorgte direkt für zwei Erfolge, ehe ein Unentschieden und fünf Niederlagen den VfL auf Rang 13 zurückwarf.

Im Vorjahr präsentierten sich die Wölfe hingegen völlig unspektakulär, dafür aber erfolgreich. In der Rückrunde liegt es nun an Kohfeldt, das Team wieder in die Spur zu bringen. Prinzipiell ist der VfL nicht schlechter besetzt als im Vorjahr und könnte die europäischen Plätze durchaus noch attackieren. Dafür braucht es aber wieder die Stabilität aus der Vorsaison.

3. Borussia Mönchengladbach (-9 Punkte / -10 Punkte)

Lars Stindl
Matthias Hangst/GettyImages

Borussia Mönchengladbach hinkt auch mit dem neuen Trainer Adi Hütter den eigenen Ansprüchen hinterher. Der Pokal-Erfolg gegen den FC Bayern hat demonstriert, dass in der Mannschaft unfassbar viel Potenzial steckt, allerdings konnten die Fohlen dieses nicht häufig genug abrufen.

Vor allem im zweiten Teil der Hinrunde fing sich das Team eine herbe Pleite nach der anderen ein. Mit gerade mal 19 Punkten finden sich die Gladbacher auf dem indiskutablen 14. Tabellenplatz wieder. Im Vorjahr konnte man hingegen zumindest die Hinrunde gut absolvieren, ehe der Einbruch folgte. Zusammengefast haben die Borussen im Jahr 2021 gerade mal 40 Punkte geholt. Mit Spielern wie Sommer, Ginter, Hofmann, Neuhaus, Zakaria, Stindl, Thuram oder Pléa ist diese Bilanz fast schon unfassbar.

4. VfB Stuttgart (-5 Punkte / -14 Tore)

Orel Mangala, Daniel Didavi
Alex Grimm/GettyImages

Im Vorjahr machte vor allem die Stuttgarter Offensive, bestehend aus Silas Mvumpa, Nicolas González und Sasa Kalajdzic, viel Freude. Allerdings musste der VfB aus unterschiedlichen Gründen weitgehend auf das Trio verzichten. Die Ablöse aus dem Gonzalez-Verkauf konnte man zudem nicht sinnvoll in Neuzugänge stecken.

Die Leichtigkeit des Vorjahres ist verschwunden und das Verletzungspech erschwert den Liga-Alltag. Einigen Spielern fehlt zudem die nötige Erfahrung, weshalb Rang 16 in der Tabelle nicht überraschend ist.

Punktetechnisch fehlen dem VfB mit 17 Zählern in Summe fünf Punkte auf die Vorjahresleistung. Während man in der letzten Saison noch von Europa träumen durfte, steht die kommende Rückrunde ganz im Zeichen des Abstiegskampfes.

5. Bayer 04 Leverkusen (-4 Punkte / -3 Tore)

Lucas Alario, Moussa Diaby
Lukas Schulze/GettyImages

Ganz ohne "Ups & Downs" kommt Bayer 04 Leverkusen bekanntlich höchst selten über die Runden. Allerdings konnte man die gute Phase in der Vorsaison etwas länger ziehen, wohingegen die Formkurve in dieser Spielzeit ein wenig früher Dellen bekam.

Bayer 04 liegt mit 28 Zählern auf dem vierten Tabellenplatz, was insbesondere den starken Leistungen von Patrik Schick und Florian Wirtz zu verdanken ist. Ein paar Unstimmigkeiten in der Zentrale und der Defensive verhindern jedoch ein noch besseres Abschneiden. In der Vorsaison stand man mit 32 Punkten und Rang drei ein klein wenig besser da. Die Ausgangsposition im Bezug auf einen Champions-League-Platz ist jedoch nicht unbedingt schlechter.

6. Union Berlin (-1 Punkt / -9 Tore)

Max Kruse
Lars Baron/GettyImages

Union Berlin hat es sich insbesondere seiner starken Vorsaison zuzuschreiben, dass man überhaupt in diesem Ranking vorzufinden ist. Union hat in der Vorsaison mit 28 Zählern die Grundlage für das Erreichen der Conference League gelegt. In der aktuellen Saison haben die Berliner 27 Zähler gesammelt, was angesichts der Doppelbelastung beinahe noch beeindruckender ist. Ähnlich wie der SC Freiburg zeichnen sich die Eisernen durch eine geschlossene Mannschaftsstärke aus.

Sollte man nach kleineren Defiziten suchen, sind diese vor allem in der Offensive zu suchen. Mit 23 Toren liegt man doch um neun Treffer hinter der Vorjahres-Bilanz. Dies könnte jedoch auch darin begründet sein, dass Union im vergangenen Jahr noch ein wenig unterschätzt wurde. Taiwo Awoyini und Max Kruse machen vorne prinzipiell einen guten Job.

7. FC Augsburg (-1 Punkt / +-0 Tore)

Reece Oxford, Arne Maier, Andi Zeqiri
Sebastian Widmann/GettyImages

Der FC Augsburg ist trotz vielversprechender Neuzugänge wie Niklas Dorsch und Arne Maier extrem mühsam in die Saison gestartet. Insbesondere die Verletzungen von Niederlechner und Finnbogason machten den Augsburgern das Leben schwer. Allerdings berappelte sich der FCA zunehmend und konnte sogar den FC Bayern bezwingen. Demnach steht man mit 18 Punkten gerade so über dem Strich.

Im Vorjahr hatte man zwar nur einen Zähler mehr auf dem Konto, jedoch war die Ausgangsposition als Zwölftplatzierter doch noch ein gutes Stück besser, zumal der Vorsprung auf Rang 17 nicht zwei, sondern zwölf Punkt betrug. In der Rückrunde kann das Ziel nur Klassenerhalt lauten.

8. Arminia Bielefeld (-1 Punkt / +3 Tore)

Frank Kramer
Joosep Martinson/GettyImages

Wie im Vorjahr war für die Arminia von Beginn an klar, dass es nur darum gehen kann, am Ende über dem Strich zu stehen. Viel geändert hat sich demnach nicht und auch leistungstechnisch bekommt man in etwa das zu sehen, was zu erwarten war. Bielefeld findet sich mit 16 Zählern auf dem 17. Platz wieder, hat jedoch absolut noch Kontakt zum rettenden Ufer.

In der Vorsaison platzierte sich die Arminia nach 17 Spieltagen auf dem 15. Rang. Damals reichte es letztlich für den Klassenerhalt. Selbiges ist auch in diesem Jahr wieder möglich. Letztlich gilt es cool zu bleiben und die wichtigen Duelle zu gewinnen. Wenn dann mal ein Sieg wie zuletzt gegen Leipzig rausspringt, könnten das am Ende die nötigen Big Points werden.

9. Eintracht Frankfurt (+-0 Punkte / - 1 Tor)

Eintracht Frankfurt
Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Eintracht Frankfurt hat sich in der laufenden Hinrunde beinahe selbst kopiert. Die Hessen haben erneut 27 Punkte gesammelt und stehen was die Tordifferenz betrifft gerade mal um ein Tor schlechter da. Dafür steht man in der Tabelle um zwei Ränge besser und hat als Sechster beste Aussichten auf das internationale Geschäft.

Nachdem die Eintracht zu Saisonbeginn Probleme dabei hatte, André Silva zu ersetzen und sich zu viele Punkteteilungen leistete, lief es in den letzten Wochen wirklich gut. Die Frankfurter haben einen breiten und guten Kader, mit dem auch die europäische Zusatzbelastung leicht zu handhaben ist.

Sollten sich die vielen Neuzugänge noch besser eingewöhnen, ist vielleicht sogar ein Champions-League-Platz drin. Der Abstand beträgt lediglich einen Punkt.

Aufsteiger (außer Konkurrenz):

10. Greuther Fürth (-24 Punkte / -46 Tore)

Sebastian Griesbeck
Alexander Hassenstein/GettyImages

Die Fürther stiegen im Vorjahr ein wenig überraschend auf. Mit 29 Zählern und Rang fünf legten die Kleeblätter in der vergangenen Saison bereits in der Hinrunde die Grundlage.

Bereits vor der Erstliga-Spielzeit war jedoch klar, dass das Kleeblatt keine sonderlich guten Aussichten im Oberhaus haben wird. Dennoch dürfte man ein wenig enttäuscht darüber sein, dass die Aufstiegs-Euphorie so rasch verflogen ist. Die Fürther sind mehr oder wenig Kanonenfutter, wenngleich am 15. Spieltag immerhin der erste Sieg gegen Union Berlin heraussprang. Mit fünf Zählern hat der Klub derzeit 13 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Der Klassenerhalt ist wohl utopisch.

11. VfL Bochum ( -13 Punkte / -25 Tore)

Manuel Riemann
Lars Baron/GettyImages

In der Vorsaison belegte der VfL Bochum nach der Hinrunde mit 33 Punkten den zweiten Tabellenplatz. Früh deutete sich an, dass es mit dem Aufstieg klappen könnte. Dennoch ging man natürlich neben Fürth als Underdog in die Saison. Allerdings zeigte der VfL schnell, dass man im Oberhaus mithalten kann, selbst wenn die Ergebnisse nicht immer stimmten.

Inzwischen stehen die Bochumer mit 20 Punkten jedoch absolut im Soll. Der zwölfte Tabellenplatz ist ein großer Erfolg und verschafft dem Aufsteiger eine tolle Ausgangsposition für die Rückrunde.

Insbesondere an der Castroper Straße zeigt sich Blau-Weiß ultrastabil. Fünfmal blieb man im eigenen Stadion ohne Gegentor!

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