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Bayern München

Bayern mit Personalsorgen nach Paris: Die Chancen auf ein Weiterkommen stehen schlecht

Dominik Hager
Hansi Flick plagen vor dem Champions-League-Kracher Personalsorgen. Die Chance auf ein Weiterkommen erscheint gering.
Hansi Flick plagen vor dem Champions-League-Kracher Personalsorgen. Die Chance auf ein Weiterkommen erscheint gering. / Matthias Hangst/Getty Images
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Ausgerechnet vor der wichtigen Champions-League-Partie gegen Paris haben sich die Münchner Personalsorgen noch mal zugespitzt. Nach dem bitteren 2:3 im Hinspiel stehen die Voraussetzungen für die Münchner also denkbar ungünstig. Die letzten zwei Tage vor dem Spiel werden für Hansi Flick und die Bayern demnach ein Zittern und Bangen. Zumindest gibt es bei einigen betroffenen Akteuren Hoffnung.


Wie schon im Hinspiel werden die Bayern auf Weltfußballer Robert Lewandowski und Offensivstar Serge Gnabry verzichten müssen. Ob es dabei bleibt, ist derzeit allerdings ziemlich offen. Zumindest in der Abwehr sieht es jedoch gar nicht so schlecht aus. Am Sonntag berichtete Mohamed Bouhafsi, Chefredakteur von RMC Sport, dass Jerome Boateng (Knieprobleme) und Lucas Hernández (Bauchmuskelverletzung) im Rückspiel mitwirken können.

Nicht ganz so rosig sieht es hingegen bei Leon Goretzka aus. "Ich habe mehr Hoffnung bei Hernández, auch wenn es eine Verletzung ist, die wehtut. Bei Leon dürfen wir kein Risiko eingehen, weil es eine muskuläre Verletzung ist", erklärte Hansi Flick auf der Pressekonferenz nach dem Berlin-Spiel. Der Einsatz des 26-Jährigen dürfte sich also erst kurzfristig entscheiden. "Wenn die Ärzte das grüne Licht geben, entscheiden wir Trainer, ob es das Risiko wert ist. Am Sonntag reichte es für Goretzka lediglich zu einer Laufeinheit. Sollte der Mittelfeldspieler den Kampf gegen die Zeit verlieren, dürfte David Alaba eine Position nach vorne rücken. Mit Benjamin Pavard, Jerome Boateng, Lucas Hernández und Alohonso Davies stände noch immer eine starke Viererkette zur Verfügung.

Coman und Musiala wohl mit von der Partie

Noch heftiger als ein Ausfall von Leon Goretzka dürfte die Münchner ein Ausfall von Kingsley Coman treffen. Nach den Ausfällen von Lewandowski und Gnabry ist der Franzose besonders gefordert und eigentlich nicht zu ersetzen.

Gegen Berlin musste der 24-Jährige nach einem Schlag aufs Wadenbeinköpfchen jedoch vorzeitig raus. Eine Option wäre noch Jamal Musiala, der gegen Berlin ebenfalls mit Wadenkrämpfen ausgewechselt werden musste. Allerdings stehen die Chancen recht gut, dass am Dienstag beide Spieler zur Verfügung stehen. "Es ist bei beiden alles nicht ganz so schlimm. Ich hoffe, dass sie dabei sind", zeigte sich der Bayern-Coach nach dem Berlin-Spiel zuversichtlich.

Thomas Muller, Neymar
Trotz drückender Überlegenheit unterlag der FC Bayern PSG im Hinspiel / Alexander Hassenstein/Getty Images

Es scheint also ganz so, als würden die Bayern noch einmal mit einem blauen Auge davon kommen. Allerdings heißt es noch lange nicht, dass Spieler, die auf dem Platz stehen können auch zu 100 Prozent fit sind. Nach den Strapazen der kräfteraubenden Monate hat es den Anschein, als wären die Bayern-Akteure ein wenig instabil geworden. "Wir müssen jetzt Kräfte sammeln und schauen, dass wir etwas runter kommen. Wir können jetzt auch nicht mehr viel trainieren, deswegen müssen wir gut regenerieren, abschalten und den Kopf abschalten", gibt Hansi Flick konsequenterweise die Marschroute vor.

Trotz allem blickt der Trainer hoffnungsvoll auf das Kräftemessen am Dienstag. "Jeder einzelne Spieler geht mit einem positiven Gefühl in das Spiel. Wir werden 90 Minuten noch mal alles rausholen und haben das Ziel, zwei Tore mehr als der Gegner zu schießen", erklärt er auf der PK. Zuversichtlich zeigte sich auch Präsident Herbert Hainer, der bei der TV-Sendung Sky90 zu Gast war. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir weiterkommen. Im ersten Spiel waren wir die bessere Mannschaft. Der Wille und die Begeisterung bei uns sind schon toll", gab sich Hainer positiv gestimmt.

PSG kann auf Verratti und Florenzi bauen - Bayern vor kaum lösbaren Herausforderung

Die Münchner setzen ihre Hoffnung also auf die Leistung im Hinspiel, in dem man die Pariser eigentlich klar dominierte. Allerdings stellt die 2:3-Niederlage gerade wegen der Auswärtstor-Regelung eine schwere Herausforderung dar. Diese zudem nochmal ungleich schwerer, wenn derart viele Spieler angeschlagen sind.

Ein solch unglückliches Hinspiel geradebiegen zu können, benötigt eigentlich eine Mannschaft in Topform. Zwar können die Bayern sicherlich auch ohne Lewandowski und Gnabry mehrere Tore erzielen, so wird die Aufgabe in Paris nicht einfacher. Der französische Hauptstadtklub kann sich nun nämlich noch mehr auf die Verteidigung und schnelle Konter konzentrieren. Glücklich für die Pariser ist zudem die Tatsache, dass Marco Verratti und Alessandro Florenzi mit dabei sein können. Die beiden Akteure wurden am Sonntag negativ auf Corona getestet. Zwar mag man den Optimismus der Münchner Glauben schenken, so scheint ein Weiterkommen extrem unwahrscheinlich. Dafür braucht es schon einen ganz großen Champions-League-Abend der Bayern.

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