Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen im Check: Vier Tops und vier Flops der Hinrunde

Dominik Hager
Patrick Schick konnte an seine grandiose EM anschließen
Patrick Schick konnte an seine grandiose EM anschließen / FEDERICO GAMBARINI/GettyImages
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Bayer 04 Leverkusen hat, wie man es von dem Verein anders auch nicht kennt, eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen hinter sich gebracht. Die Werkself belegt in der Bundesliga derzeit mit 28 Punkten den vierten Tabellenrang. Während sich einige Leistungsträger sehr stark präsentiert haben, offenbarten andere Spieler noch Luft nach oben. Wir werfen einen Blick auf die Tops & Flops bei Bayer 04 Leverkusen.


1. Top: Patrik Schick

Patrik Schick
Frederic Scheidemann/GettyImages

Der tschechische Mittelstürmer hat bereits bei der EM gezeigt, dass er noch weit mehr kann, als das, was er zuvor in der Bundesliga abgeliefert hat. In der aktuellen Hinrunde ist der Knoten jedoch auch auf Vereinsebene voll aufgegangen.

Schick hat in der Bundesliga 16 Tore erzielt und findet sich damit zwischen Lewandowski und Haaland wieder. Selbstverständlich würde die Welt ohne der Verletzung des BVB-Knipsers anders aussehen, jedoch ist es schon erstaunlich, dass Schick im Schatten der beiden großen Bundesliga-Stürmern so wenig Beachtung findet. Hätte er sich nicht selbst einen Bänderriss zugezogen, könnte der Leverkusener die Torjägerliste sogar anführen.

Schick überzeugt mit seinem Torriecher und einer unglaublichen Coolness im Abschluss. Der Stürmer ist für Leverkusen unersetzlich.

2. Top: Florian Wirtz

Florian Wirtz
Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Der Youngster begann überragend und dominierte die Bundesliga-Scorer-Liste zu Saisonbeginn sogar. Bereits nach acht Spieltagen hatte der 18-Jährige vier Tore und sechs Vorlagen auf dem Konto. Seine überragende Form konnte Wirtz jedoch nicht ganz halten. Somit steht er nach Abschluss der Hinrunde bei fünf Toren und neun Vorlagen.

Der Offensivspieler war mit seinen sechs Scorer-Punkten allerdings auch mitverantwortlich für das souveräne Weiterkommen in der Europa League.

Mit seiner feinen Technik, seiner Kreativität und seiner Torgefahr hebt Witz das Leverkusener Offensivspiel auf ein anderes Level. Trotz seiner Jugend ist der Spieler schon ein absoluter Dreh- und Angelpunkt. Bayer 04 kann sich wirklich unglaublich glücklich schätzen, dieses Mega-Talent in den eigenen Reihen zu haben.

3. Top: Jeremie Frimpong

Jeremie Frimpong
Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Der junge Außenverteidiger hat in der neuen Saison einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Mit seiner Schnelligkeit und seiner Spielfreude entspricht er genau dem, was man sich von einem modernen Außenverteidiger erwartet. Frimpong ist ein wenig das bei Leverkusen, was Alphonso Davies bei den Bayern ist. Mit wettbewerbsübergreifenden acht Scorer-Punkten ist er dem Kanadier sogar leicht voraus.

In der Defensive offenbart der 21-Jährige dafür ein paar Schwächen, die vor allem auf seine geringe Erfahrung zurückzuführen ist. Unter dem Strich war Frimpong trotzdem einer der Top-3-Rechtsverteidiger der Liga und dürfte schon bald von den ganz großen Klubs gejagt werden.

4. Top: Robert Andrich

Robert Andrich
Lukas Schulze/GettyImages

Mit Robert Andrich verfolgte Bayer 04 den Plan, eine kampfstarke Leader-Persönlichkeit als Ersatz für die Bender-Zwillinge zu verpflichten. Bislang ist dieses Vorhaben ganz gut aufgegangen. Andrich spielt zwar fußballerisch erwartungsgemäß nicht die ganz feine Klinge, ist mit seiner Winner-Mentalität jedoch durchaus wichtig.

Der frühere Union-Profi erhielt trotz der starken Konkurrenz im zentralen Mittelfeld erstaunlich viel Spielzeit und schaffte es, seine Spielweise gewinnbringend einzusetzen. Beachtlich ist zudem seine Torquote in der Europa League, wo er mit drei Treffern einen wichtigen Beitrag für das Weiterkommen lieferte. Die Verpflichtung des 27-Jährigen hat sich bislang absolut gelohnt.

5. Flop: Nadiem Amiri

Nadiem Amiri
Laszlo Szirtesi/GettyImages

Nadiem Amiri ist der vielleicht größte Absteiger im Leverkusen-Team. Eigentlich hätte man vom 25-Jährigen erwartet, dass er sich mit all seinem Potenzial zum verlässlichen Leistungsträger und Führungsspieler entwickelt.

Tatsächlich spielt der Mittelfeld-Allrounder jedoch eine extrem enttäuschende Runde. Amiri absolvierte in der Bundesliga lediglich 361 Spielminuten und konnte nur einen Treffer erzielen. Zudem bereitete der Mittelfeldspieler keine Großchance vor und verlor über die Hälfte seiner Zweikämpfe.

Lediglich in der Europa League lief es für den Spieler etwas besser. Alles in allem darf man dennoch enttäuscht vom dreimaligen Nationalspieler sein.

6. Flop: Lucas Alario

Alario
ATTILA KISBENEDEK/GettyImages

Der Argentinier spielte im Schatten von Schick überhaupt keine Rolle. Zwar wurde der Mittelstürmer in der Bundesliga elfmal eingesetzt, absolvierte derweil jedoch nur 195 Minuten. Demnach ist es auch nicht überraschend, dass der 29-Jährige noch nicht getroffen hat.

In der Europa League durfte Alario hingegen häufiger ran und konnte immerhin eine Bude erzielen. Dennoch dürfte der Spieler mit seiner derzeitigen Rolle mehr als nur unzufrieden zu sein. Ein Abgang rückt immer näher.

7. Daley Sinkgraven

Daley Sinkgraven
Laszlo Szirtesi/GettyImages

Der frühere Ajax-Profi ist in Leverkusen ziemlich klar ins zweite Glied gerutscht. Nicht mal die Verletzung von Bakker konnte der Spieler für sich nutzen. Sinkgraven spielte in der Hinrunde äußerst selten und wenn auch nicht gut. Insgesamt stand der Spieler 412 Minuten auf dem Platz.

Der Linksverteidiger agiert in der Offensive ohne Mut und Feuer und weist im Defensivspiel Probleme in den Zweikämpfen auf. 38 Prozent (ligainsider.de) gewonnene Duelle in der Bundesliga sind für einen Abwehrspieler absolut inakzeptabel.

Man hat nicht das Gefühl, als würde der Spieler mit 100-prozentiger Überzeugung um seinen Platz kämpfen.

8. Charles Aránguiz

Charles Aránguiz
Laszlo Szirtesi/GettyImages

Die ganz große Zeit von Charles Aránguiz scheint inzwischen vorbei zu sein. Der 32-Jährige hatte lange Zeit mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und kam nie so richtig in Schwung.

Zwar ist der Chilene immer noch in der Lage, ein Spiel zu lenken, jedoch fehlt es ihm gegen den Ball an Athletik und Zweikampfstärke. Ein wenig erinnert der Spieler damit an Axel Witsel beim BVB.

Der Routinier ist vielleicht auch nicht mehr mit dem ganz großen Elan bei der Sache, der ihn über Jahre hinweg so stark gemacht hat. Eine Rückkehr in die südamerikanische Heimat scheint näher zu rücken.

Leverkusen würde damit zwar einen verdienten Spieler verlieren, allerdings ist Aránguiz angesichts seiner Verletzungshistorie auch kein Akteur mehr, auf den man 100-prozentig setzen kann.

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