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La Liga

Barça und Real Madrid: Zwei Klub-Legenden als Trainer der spanischen Giganten?

Guido Müller
Trainieren Raúl und Xavi bald "ihre" Klubs?
Trainieren Raúl und Xavi bald "ihre" Klubs? / PHILIPPE DESMAZES/Getty Images
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Es rumort bei den beiden spanischen Giganten. Aktuell noch von ausländischen Star-Trainern (Ronald Koeman in Barcelona, Zinédine Zidane in Madrid) trainiert, könnten sowohl der FC Barcelona als auch Real Madrid in der kommenden Spielzeit zwei spanische Klub-Legenden als neue Übungsleiter präsentieren.


Mit einer stattlichen Anzahl an Koffern (Schätzungen reichen bis zu 22!) landete Xavi Hernández am Flughafen El Prat von Barcelona, um nach zwei Jahren der (auch corona-bedingten) Trennung endlich mal wieder in der katalonischen Heimat vorbeizuschauen.

Xavi angeblich "nur auf Urlaub" in Barcelona!

Das Sammelsurium an Transportbehältern lag freilich auch in der Tatsache begründet, dass Xavi von seiner Familie begleitet wurde. Dass er den wartenden Reportern entgegengezischte: "Ich bin hier nur, um Urlaub zu machen", kann angesichts der Agenda des 41-Jährigen für die kommenden Tage dennoch nicht wirklich überzeugen.

Die katarische Liga nimmt zwar erst wieder ab dem 16. Juli ihren Betrieb auf, womit die große Zahl der Koffer schon aufgrund des für zwei Monate geplanten Aufenthaltes irgendwie erklärbar scheint, und freilich hat Xavi erst am vergangenen Mittwoch seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag bei Al-Sadd (für zwei weitere Jahre) unterschrieben, doch will dies im Grunde nichts bedeuten.

Denn in dem Arbeitspapier ist eine ausdrückliche "Barça-Klausel" eingewoben, der zufolge der Welt-und Europameister die aktuelle Verbindung mit dem Klub aus Doha immer dann unilateral beenden kann, wenn vom FC Barcelona ein Angebot kommen sollte.

Gespräche mit Laporta und Alemany

Darüberhinaus will die as erfahren haben, dass Xavi schon ein Gespräch mit Barcelonas Präsidenten Joan Laporta und dessen Sportvorstand Mateu Alemany vereinbart haben soll. Dabei soll es, dem Blatt zufolge, eben nicht nur über Urlaubseindrücke oder Anekdoten aus Xavis katarischer (Noch-)Wahlheimat gehen, sondern ganz konkret über die zukünftige Besetzung des Trainerstuhls der Katalanen.

Denn Ronald Koeman hat bei Laporta nach wie vor nicht die allerbesten Karten. De facto war eine Rückholaktion der Klub-Legende zentraler Bestandteil des Programms eines jeden Präsidentschaftskandidaten während des Wahlkampfes der Katalanen.

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Das Bild trügt: Laporta ließ Unterstützung für Koeman zumeist vermissen / CRISTINA QUICLER/Getty Images

Also auch von Joan Laporta. Der ließ nach seiner Inthronisierung Anfang März den bedingungslosen Rückhalt für seinen holländischen Übungsleiter mehr als nur einmal vermissen. Selbst während der im Wortsinn überschäumenden Jubelarien über den gewonnenen Pokal (dem einzigen Titel der Blaugrana in dieser Saison) wollte Laporta kein Treuebekenntnis zu Koeman abgeben.

Ist Raúl sogar Reals A-Lösung?

Parallel zu diesen jüngsten Entwicklungen rund um den FC Barcelona, halten sich auch bei Real Madrid weiterhin hartnäckige Gerüchte, dass Klub-Chef Florentino Pérez als Nachfolger für den überaus erfolgreichen Zinédine Zidane eine weitere, diesmal spanische Klub-Ikone als neuen starken Mann an der Seitenlinie installieren könnte.

Tatsächlich weist das Portal Diario Madridista den 43-jährigen Madrilenen als Favoriten im Rennen um den Cheftrainerposten bei den Königlichen aus. Der Italiener Massimiliano Allegri soll demnach nur die B-Lösung darstellen.

Dazu passt weiterhin, dass die sportliche Führung des Klubs bereits informale Gespräche mit Raúl bezüglich der Kadergestaltung für die kommende Saison geführt haben soll. Bei dieser ersten Annäherung beider Parteien soll Raúl auch schon seinen Plan vermittelt haben, einige Großgewichte aus dem Kader zu schmeißen, um den Nachwuchskräften des Klubs mehr Einsatzchancen zu gewähren.

Raul Gonzalez, Florentino Perez
Sollen sich bereits über Kaderfragen ausgetauscht haben: Raúl und Klub-Chef Pérez / Juan Naharro Gimenez/Getty Images

Ferner soll "el rulo" auch schon die Offerte von Eintracht Frankfurt, den Trainerposten bei den Hessen zu übernehmen, abgelehnt haben.

In Italien sehen sie Allegri als Favoriten auf den königlichen Trainerstuhl

In Italien indes gilt weiterhin Allegri als der Favorit auf den Posten. Die Gazzetta dello Sport will von einem Angebot der Königlichen über zwei Jahre (plus optional einem weiteren) und einer Vergütung von zehn Millionen Euro jährlich erfahren haben.

Aus romantischer Fan-Sicht hätte eine mögliche spanische Besetzung auf den Trainerstühlen der beiden spanischen Schwergewichte etwas sehr Charmantes. Es wäre quasi die Fortsetzung an der Seitenlinie einer jahrelang auf den Spielfeldern dieser Welt ausgetragenen Rivalität zwischen einer Barça- und einer Real-Legende.

Und ganz nebenbei könnte es sogar als Fingerzeig dafür gewertet werden, dass die beiden Giganten bezüglich ihres - traditionell immer sehr kostspieligen - Transfergebarens vielleicht mal die richtigen Lehren aus der allgemein unguten Entwicklung des Profi-Fußballs in den vergangenen Jahren gezogen haben und eventuell etwas zurückhaltender auftreten.

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