​Zugegeben: Die fragende Überschrift setzt ein paar Dinge einfach schon mal voraus. Nämlich, dass ​Rafael van der Vaart nach seiner Spielerkarriere auch als Trainer beim​ HSV arbeitet - und dass auch sein Sohn in den kommenden Jahren den Weg in den Volkspark findet.


Van der Vaart bringt sich als Jugendtrainer beim HSV ins Gespräch


Doch für beide Dinge gibt es ein paar handfeste Anzeichen. Der "kleine Engel" selbst hat den Gerüchten um seine Person neue Nahrung gegeben. Schon vor seinem emotionalen Abschiedsspiel am vergangenen Sonntag im Volksparkstadion hat sich der Holländer "seinem" HSV immer wieder mal als Trainer für den Jugendbereich angeboten. 


Am Wochenende bekräftigte er diesen Wunsch. "Wenn der Verein mir einen Job als Jugendtrainer anbietet, dann könnte ich mir das vorstellen", kommentierte "vdV" gegenüber dem Hamburger Abendblatt seine groben Zukunftspläne. Und überlässt den Ball dem Hamburger SV. 


Der sollte sich das zumindest mal durch den Kopf gehen lassen. Eine solche Expertise hat der Klub momentan im Jugendbereich nicht vorzuweisen. Die Strahlkraft eines absoluten Top-Stars des internationalen Fußballs könnte dem HSV Türen öffnen, die ihm bislang verschlossen blieben. 


Seinen Sohn Damián vom Hamburger Traditionsklub SC Victoria Hamburg zu den Rothosen zu locken, dürfte mit einem ins HSV-Organigramm eingebetteten Rafael van der Vaart ebenfalls um einiges leichter zu bewerkstelligen sein. 


Müller zum HSV? - Eine Utopie!


Etwas anders sieht es mit einer weiteren Zukunftsvision des Holländers aus. Vielleicht auch aus der Euphorie über seine gelungene Abschieds-Gala heraus, riskierte van der Vaart einen optimistischen Kommentar bezüglich der Personalie ​Thomas MüllerDer ist bekanntlich beim FC Bayern momentan das fünfte Rad am Wagen. 


Grund genug für Rafa, Müller einfach mal mit dem HSV in Verbindung zu bringen. "Thomas hat in seiner Karriere unglaublich viele Tore geschossen. So einen Typen braucht man in einer Mannschaft", sagte der Holländer gegenüber Sport1 (via Hamburger Abendblatt). Und weiter: "Vielleicht muss er den Verein wechseln. Der HSV würde ihn, glaube ich, gerne nehmen." 


Mit diesen Aussagen hat van der Vaart natürlich recht - er lässt halt nur den sportlichen und wirtschaftlichen Ist-Zustand seines Herzensvereins einfach beiseite. Entsprechend ist die Seriosität dieser Bemerkungen wohl doch eher anzuzweifeln. 


Die Reaktionen der HSV-Verantwortlichen über dieses Vorpreschen eines der absoluten Vereinsidole sind noch nicht überliefert. Sie dürften von Schmunzeln über Kopfschütteln bis zur Ungläubigkeit reichen. Denn dieses Szenario - Müller beim HSV! - wird es, so leid es mir tut, einfach nicht geben. 


Müller verdient beim FC Bayern um die 15 Millionen (!) Euro jährlich. Und hat auch keinen Grund, diese Emolumente erheblich zurückzuschrauben. Mit 31 Jahren befindet er sich noch keineswegs im fußballerischen Rentenalter, könnte somit durchaus noch einen lukrativen Vertrag zum Ende seiner Karriere unterschreiben. Inter Mailand und der FC Liverpool sollen interessiert sein. 


Doch als HSV-Fan wäre ich auch schon zufrieden, wenn der "kleine Engel" irgendwann die HSV-Jugend, und vielleicht ja auch seinen eigenen Sohn, trainiert. 


Träumereien, Spieler zu verpflichten, die wir uns eigentlich gar nicht leisten können, haben den HSV dahin geführt, wo er jetzt steht. Wenn in den kommenden Jahren so weitergearbeitet wird, wie seit Beginn dieser Saison, kann dann auch irgendwann mal wieder ein Spieler der Kategorie Müller für den Verein interessant werden. Aktuell ist es jedoch reines Wunschdenken.