​Der ​FC Bayern München musste sich am Wochenende der TSG 1899 Hoffenheim überraschenderweise mit 2:1 geschlagen geben. Der einstige Führungsspieler ​Thomas Müller stand dabei erneut nicht in der Startelf und scheint auch in Zukunft unter Coach ​Niko Kovac nur als Edeljoker eingeplant zu sein. Der Ex-Nationalspieler wird daher immer unzufriedener und erwägt mittlerweile angeblich sogar einen Wechsel.


Einen tiefgreifenden Einblick in das aktuelle Standing des 30-Jährigen beim Rekordmeister hatte Kovac unlängst im Umfeld der Liga-Niederlage gegen die Kraichgauer gewährt. Dabei stellte er dem bayrischen Urgestein Spiele in Aussicht, sobald bei den Münchnern "​Not am Mann" sei.


Durch diese unüberlegte Einschränkung wurde aus dem erhofften Hoffnungsschimmer für seinen Schützling postwendend eine weitere verbale Ohrfeige. Für einen Spieler mit fast 500 Spielen für den FCB, kann eine Rolle als reiner Backup schließlich keineswegs ausreichend sein.


Müller ist angefressen und schweigt (noch)


Mit Ausnahme der Partie bei den Tottenham Hospur kam Müller in dieser Saison zwar in jedem Pflichtspiel der Bayern zum Einsatz, nur äußerst selten durfte der ehemalige Nationalspieler dabei aber von Beginn an sein Können unter Beweis stellen. Vielmehr spielt Müller nach der Leihe von ​Philippe Coutinho immer mehr die zweite Geige und stand in den vergangenen fünf Partien insgesamt nur kümmerliche 66 Minuten auf dem Rasen.


Nach der 2:1-Niederlage am Samstag, bei der Müller nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer durch Robert Lewandowski mustergültig eingeleitet hatte, ließ sich der Rechtsfuß nur ein schmallippiges Statement entlocken. "Nothing to say, wie der Engländer sagt", wird der Bayern-Profi von der BILD zitiert. 


Müller denkt über Alternativen nach


Laut dem Boulevardblatt gibt sich das einstige Sprachrohr der Mannschaft aber intern nicht annähernd so wortkarg wie gegenüber der Presse. So soll der Angreifer bereits mit anderen Führungsspielern des amtierenden Meisters das Gespräch gesucht und seinen Unmut über seine Degradierung geäußert haben. 


Das Spielerprofil von Thomas Müller

Position​​HS
​Alter​30
​Marktwert​35 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2021
​Bayern-Spiele​495
​Bayern-Tore​186
​Bayern-Vorlagen​171

(Marktwert laut transfermarkt.de)


Klar ist, dass sich aus Sicht des Offensivspielers etwas verändern muss. Bis zum Sommer 2021 - so lange läuft das aktuelle Arbeitspapier von Müller - weiterhin nur als Dauerreservist zu agieren, kann nicht im Sinne eines Spielers sein, der derartige Erfolge aufweist und zudem nicht jünger wird. 


Die BILD berichtet daher, dass für Müller mittlerweile selbst ein Abgang von der Säbener Straße denkbar ist. Für den Ur-Bayer wäre dies aber zweifelsohne ein drastischer Schritt, spielt der gebürtige Weilheimer doch bereits seit seinem zehnten Lebensjahr für die Münchner. Darüber hinaus ist Müller für die Bayern noch immer eine identifikationsstiftende Figur und genießt bei weiten Teilen der Anhängerschaft ein hohes Standing. Eine Trennung könnte daher auch auf die Führungsriege der Bayern zurückfallen.