VfB Stuttgart

Trotz 56 Millionen Verlust: VfB Stuttgart meistert Corona-Krise ordentlich

Dominik Hager
Sportlich erfolgreich und finanziell solide: Trotz heftiger Corona-Verluste muss sich der VfB Stuttgart keine zu großen Sorgen machen
Sportlich erfolgreich und finanziell solide: Trotz heftiger Corona-Verluste muss sich der VfB Stuttgart keine zu großen Sorgen machen / Pool/Getty Images
facebooktwitterreddit

Die Corona-Pandemie macht den Bundesliga-Klubs weiterhin zu schaffen. Dies wird mit dem Blick auf die Zahlen mehr als deutlich. Während der FC Bayern einen Umsatzverlust von 150 Millionen Euro beklagte, vermeldete auch der BVB ein Minus von 75 Millionen. Am Sonntag hat auch der VfB Stuttgart im Rahmen der Mitgliederversammlung Einblicke auf die finanzielle Situation im Klub gewährt.


Vor wenigen Wochen stellte BVB-Geschäftsführer Aki Watzke mit sorgenvoller Miene klar, dass länger anhaltende Geisterspiele oder enorme Zuschauer-Einschränkungen dafür sorgen könnten, dass Klubs von der Fußball-Landkarte verschwinden könnten. Dies erscheint auch nicht verwunderlich, zumal die Verluste der Klubs ganz klar Bände sprechen.

VfB beklagt coronabedingtes Gesamtminus von 56 Millionen Euro

Während sich der FC Bayern heftige Verluste noch einigermaßen leisten kann, sieht es bei den kleineren und weniger finanzstarken Klubs schon ein wenig anders aus. Der VfB Stuttgart dürfte, was die finanzielle Stärke angeht, in etwa zum Bundesliga-Mittelfeld gehören.

Allerdings bestätigte Interims-Finanzvorstand Tobias Keller auf der Mitgliederversammlung, dass die in eine Aktiengesellschaft ausgegliederte Fußballabteilung zwischen März 2020 und Juni 2021 in etwa 56 Millionen Euro wegen der Corona-Krise verloren hat. Grund dafür sind vor allem die fehlenden Zuschauerzahlen, die beim VfB sehr ins Gewicht fallen, zumal die Mercedes-Benz Arena gut 60.000 Plätze bietet.

Trotz allem ist der Klub noch vergleichsweise gut durch die Krise gekommen und finanziell nicht in akuter Sorge. Dies liegt auch daran, dass der Verein aufgrund eines Gehaltsverzichtes der Spieler und geringerer Kosten im Stadion 18 Millionen Euro "retten" konnte. Ansonsten wäre der Verlust mit 74 Millionen im Bereich der Dortmunder gewesen.

Gonzáles und Kobel bringen knapp 40 Millionen Euro ein: VfB-Eigenkapital sinkt jedoch deutlich

Zudem profitieren die Schwaben von hohen Transfer-Einnahmen. Alleine durch die Verkäufe von Gregor Kobel und Nicolás González hat der Klub 38 Millionen Euro eingenommen.

"Wir leben gerade vom Sport. Es geht nicht anders, als Substanz aus dem Kader zu ziehen", erläuterte Keller.

Im Geschäftsjahr 2020 (1. Januar bis 31. Dezember) brachte dem Klub laut Sportbuzzer ein geringerer Umsatz von 97,6 Millionen Euro ein Defizit von 28,4 Millionen ein. Das Eigenkapital verringerte sich derweil von 46,1 Millionen auf 23,9 Millionen.

Zum Vergleich: Im Vorjahr machte der VfB mit Hilfe eines Umsatzes von 172 Millionen Euro einen Rekordgewinn von 9,4 Millionen Euro. Für das Jahr 2021 plant er der Klub aktuell ein Minus von zehn Millionen ein, das auch dank der teuren Verkäufe nicht höher ausfällt. Das Eigenkapital soll auf etwa 14 Millionen Euro sinken.

FBL-GER-CUP-STUTTGART-MOENCHENGLADBACH
Ein echter Erfolgsgarant: Sven Mislintat sichert dem VfB seit 2019 starke Talente / THOMAS KIENZLE/Getty Images

Zwar lesen sich diese Zahlen natürlich nicht gerade toll, jedoch brauchen sich die VfB-Fans mutmaßlich nicht allzu große Sorgen machen. Es ist jedenfalls kaum anzunehmen, dass sich die Bilanzen der anderen Bundesliga-Teams wesentlich besser lesen.

Ganz im Gegenteil: Die Stuttgarter profitieren gerade in den aktuellen Krisen-Zeiten vom guten Scouting und der klugen Transfer-Strategie der letzten Jahre. Diese hat zum einen dazu geführt, dass der Klub Spieler für viel Geld verkaufen konnte und zum anderen bewirkt, dass im Kader trotz allem noch talentierte und interessante Spieler vorzufinden sind.

facebooktwitterreddit