Denkt man an Paris Brunner, hat man sofort ein ganz bestimmtes Zitat im Kopf:
"Man muss richtig mutig sein. Ich würde definitiv Paris Brunner mitnehmen. Er hat überhaupt nichts zu verlieren, selbst wenn er bis dahin kein Profispiel für den BVB gemacht hat, würde ich ihn ohne mit der Wimper zu zucken nominieren im März. Das würde ich hundertprozentig machen, weil du andere Gedanken und dieses rotzfreche brauchst."
Mit dieser Ansage hat sich Sky-Reporter Florian Plettenberg im Vorfeld der Heim-EM ganz weit aus dem Fenster gelehnt. Inzwischen muss man konstatieren, dass die Aussage eher zu den schlecht gealterten Zitaten gehört.
Brunner, der in den deutschen Junioren-Nationalteams stets erfolgreich war und drauf und dran schien, beim BVB den Durchbruch zu schaffen, hat sich nicht für die EM empfehlen können und wird auch bei der WM 2026 kein Kandidat sein.
Doch wie ergeht es den inzwischen 20-Jährigen eigentlich, der im Sommer 2024 den BVB für vier Millionen Euro Ablöse verlassen hat?
Brunner in Monaco kaum mal gefragt
Unglücklicherweise muss man festhalten, dass der schnelle Offensivspieler eine ganz schwierige Saison durchlebt. Bei der AS Monaco spielt Brunner maximal eine Nebenrolle und hat in der laufenden Liga-Saison erst sechs Spiele absolviert. In 113 Spielminuten gelang ihm dabei weder ein Tor noch ein Assist. Zudem kam der Youngster zweimal in der U21 der Monegassen zum Einsatz und erzielte dabei zwei Tore. Aktuell laboriert Brunner an einer Oberschenkelverletzung.
Im Vorjahr konnte der Offensivspieler zumindest als Leihspieler von Cercle Brügge punktuell überzeugen, indem er sechs Tore in 28 Spielen erzielte.
Unter dem Strich muss man aber festhalten, dass Brunner seit Jahren stagniert und die Gefahr groß ist, dass er endgültig in der Kategorie der gescheiterten Talente landet.
Brunner mit sagenhaften Quoten bei den Junioren
Eine große Laufbahn schien eigentlich vorprogrammiert zu sein. Schon in der deutschen U17-Auswahl konnte Brunner mit 20 Toren in 25 Spielen eine sagenhafte Quote erzielen. Brunner konnte mit der U17 sowohl die Weltmeisterschaft als auch die Europameisterschaft gewinnen. In vier U20-Partien knipste er zudem achtmal, was einem Schnitt von zwei Toren pro Spiel entspricht. Kein Wunder, dass er als eines der größten deutschen Talenten gehandelt wurde.
Auch in den Dortmunder Junioren-Teams wusste Brunner zu überzeugen. In insgesamt 68 Spielen für die U17 und U19 erzielte er 51 Treffer. Der Sprung ins Profi-Team wollte ihm dann aber auch aufgrund seiner Einstellung einfach nicht gelingen. Im Oktober 2023 wurde er vom Profi-Team sogar vorübergehend suspendiert. Die Maßnahme wurde zwar nach einiger Zeit aufgehoben, jedoch sollte Brunner nie ein Profi-Spiel für die Schwarz-Gelben bestreiten. 2024 folgte dann der Abschied nach Monaco.
Doch auf der Suche nach dem Glück ist er auch in der französischen Ligue 1 noch. Bis jetzt ist Brunner ein Beispiel dafür, dass Talent alleine nicht genügt, um eine große Karriere hinzulegen.
