"Schlotti hat nichts falsch gemacht. Er hat nur gesagt, dass etwas erklärt wurde, das überhaupt nicht der Wahrheit entsprach", äußerte sich mit Niko Kovac am Donnerstag auch der Cheftrainer von Borussia Dortmund über die jüngste Welle an Kritik, die über Nico Schlotterbeck hinweg rollte (90min berichtete). Der Abwehrspieler hatte Medienberichte dementiert, die von einer zeitnahen Vertragsverlängerung sprachen.
Spätestens seitdem ist klar: Diese Vertragsverlängerung ist längst noch nicht so weit, wie zunächst angedacht. Die Gespräche mit Sebastian Kehl sind – wie auch Schlotterbeck betonte – abzuhaken. Nun muss er mit Ole Book sprechen und verhandeln, dem neuen Sportdirektor des BVB. Inzwischen ist klar: Dabei soll es auch um eine Ausstiegsklausel gehen, die nicht erst zum Sommer 2027, sondern schon im bevorstehenden Transfer-Sommer gültig wäre.
Schlotterbeck-Verkauf schon für 30 Mio. Euro?
Die Dortmunder werden eine solche Klausel jedoch nicht in den Vertrag einbauen wollen, wenn es irgendwie vermeidbar ist. Schon alleine diese einzelne Diskrepanz zeigt aber auf: Die Vertragsverlängerung ist, wie am Donnerstagabend auch Sky berichtete, weiterhin denkbar und möglich – aber eben auch (noch) nicht in Stein gemeißelt.
Für den Fall der Fälle hatte Lars Ricken bereits betont: Ohne eine Verlängerung wird es keinen Schlotterbeck-Verbleib geben (90min berichtete). Einen ablösefreien Abgang kann und will sich Schwarz-Gelb nicht erlauben. In diesem Fall würde der Nationalspieler noch zur nächsten Saison verkauft. Sky berichtet diesbezüglich von einer Ablösesumme von etwa 30 bis 35 Millionen Euro, die dann im Raum stünde. Mehr wäre angesichts des dann nur noch für ein weiteres Jahr gültigen Vertrags und der ausgebliebenen Verlängerung wohl nicht drin.
Bei einem geschätzten Marktwert von 55 Millionen Euro wäre diese Ablöse für den BVB aber eine ziemlich bittere Pille – aber wohl im Vergleich zu einem ablösefreien Abgang ein Jahr später das geringere Übel.
Zurzeit macht es jedenfalls den Eindruck, als wäre auch in den nächsten Wochen noch nicht mit einer finalen Entscheidung zu rechnen. Die Fronten in den Verhandlungen bezeichnete Sky als verhärtet, sodass sich Klub und Spieler zunächst wieder etwas annähern müssen. Die Hoffnungen – aber auch der Druck – liegen frühzeitig auf Book.
