Adam Aznou zählte vor rund einem Jahr noch zu den hoffnungsvollsten Talenten beim FC Bayern. Dem Außenverteidiger, den der FCB aus der Barca-Akademie nach München holen konnte, wurde eine große Zukunft attestiert. Aznou fehlte jedoch die nötige Geduld und forderte bereits im Rahmen der Klub-WM Spielzeit, ohne sich davor im Training entsprechend in Position gebracht zu haben. Auf diese Weise verlor der Marokkaner Kredit bei Vincent Kompany, was letztlich zum vorzeitigen Abschied führte, der durchaus von vielen kritisch bewertet wurde.
Der FC Everton sicherte sich die Dienste des 19-Jährigen und überwies laut Medienberichten neun Millionen Euro nach München. Auf der Insel erlebte Aznou aber regelrecht sein blaues Wunder. Tatsächlich ist Aznou bis heute ohne eine einzigen Minute Spielzeit in der Premier League, obwohl er von Verletzungen verschont wurde. Seit Ende Januar schaffte er es auch nur einmal in den Kader.
Aznou nur mit einem Profi-Einsatz
Seinen einzigen Profi-Einsatz bestritt er am 10. Januar im Rahmen des FA-Cups gegen AFC Sunderland. Bei der Pleite im Elfmeterschießen bestritt er 34 Minuten und lieferte einen Assist. Darüberhinaus kam er lediglich dreimal für die U21 des FC Everton zum Einsatz.
Eigentlich verließ Aznou den FC Bayern, um sich auf Profi-Niveau durchzusetzen und ordentlich Spielpraxis zu sammeln, jedoch ist das Unterfangen mal so richtig nach hinten gegangen. Vieles deutet daraufhin, dass Aznou sich selbst schlichtweg überschätzt hat und zu wenig auf Basics wie Einstellung und Arbeitsmoral geachtet hat. Jedenfalls kursierten kurz vor seinem Abschied aus München zahlreiche kritische Berichte.
Angesichts der fehlenden Einsatzzeiten sind auch seine Chancen auf eine WM-Teilnahme in diesem Sommer drastisch gesunken. Aznou war zuletzt vor eineinhalb Jahren für die A-Nationalmannschaft von Marokko im Einsatz. Dabei hatte seine Karriere im Nationaldress eigentlich noch so verheißungsvoll begonnen.
Sommer-Wechsel nach Marseille?
Es sieht danach aus, als müsste Aznou im Sommer einen Re-Start hinlegen. Damit könnte definitiv auch ein Vereinswechsel einhergehen. Laut dem britischen Portal TEAMtalk äußerte Olympique Marseille im Winter Interesse, jedoch wollte Everton nicht mitten in der Saison verkaufen. Gut möglich, dass die Südfranzosen einen erneuten Angriff wagen.
Für Aznou wäre es wohl nicht schlecht, der Premier League den Rücken zu kehren. Hier fallen seine physischen Defizite ziemlich ins Gewicht, während er in der Ligue 1 oder La Liga mit seinen durchaus vorhandenen spielerischen Fähigkeiten besser abschneiden könnte.
Bayern besitzen Matching Right
Der FC Bayern soll für Aznou im Übrigen keine Rückkaufklausel, aber ein Matching Right haben. Sollte ein anderer Klub bieten, könnten die Münchner also gleichziehen und den Mitinteressenten ausstechen. Aktuell deutet darauf aber nichts hin. Der Fall Aznou zeigt, dass der FC Bayern zwar auf Talente baut, diese aber auch entsprechend mitziehen müssen. Ansonsten gibt es - wie auch bei Paul Wanner - keinen Platz im Kompany-Team.
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