Nagelsmann mit ehrlicher Ansage an Said El Mala - WM rückt näher

Rund drei Monate vor der WM nimmt das Rennen um die Kaderplätze an Fahrt auf. Nach den neusten Aussagen von Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Said El Mala eher schlechte Chancen auf eine Nominierung.
Said El Mala durfte sich im Training des A-Nationalteams zeigen
Said El Mala durfte sich im Training des A-Nationalteams zeigen / picture alliance/GettyImages
facebooktwitterreddit

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer beginnt für die deutsche Nationalmannschaft nun ein entscheidender Monat. Am 19. März wird Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für die beiden Testspiele gegen die Schweiz und Ghana bekannt geben, die am 27. und 30. März stattfinden werden.

Damit befinden wir uns mitten in der heißen Phase, in der es für die deutschen Spieler darum geht, sich für eine Nominierung beim großen Turnier zu empfehlen. Said El Mala, der beim 1. FC Köln eine insgesamt herausragende erste Bundesliga-Saison spielt, kann sich aktuell jedoch viel zu selten zeigen.

"Ich finde, dass er es bei uns im November ordentlich gemacht hat", sagte Nagelsmann im kicker-Interview über El Malas erste Nominierung im Herbst, fügte mit Blick auf eine weitere Berufung aber unmissverständlich an: "Es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist. Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln."

Nagelsmann nimmt Kwasniok in Schutz: "Es liegt an ihm selbst"

Dazu machte Nagelsmann klar, dass sich diese "Ansage" nicht an Trainer Lukas Kwasniok richte, "weil ich ihn als einen Trainer kennengelernt habe, der genau beobachtet, was er für sein Spiel benötigt, auch in der Defensive". El Mala müsse "den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig", so der Bundestrainer.

Julian Nagelsmann tüftelt aktuell am deutschen WM-Kader
Julian Nagelsmann tüftelt aktuell am deutschen WM-Kader / INA FASSBENDER/GettyImages

Gerade in der Arbeit gegen den Ball muss der 19-Jährige dafür wohl noch eine Schippe drauflegen. "Es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet. Wenn Lukas sich darauf verlassen kann, dass Said immer dasselbe Niveau spielt, warum soll er ihn nicht spielen lassen? Er ist einer der schnellsten Spieler im Kader, hat einen super Schuss, ist torgefährlich. Ein Trainer verzichtet nicht freiwillig auf seinen Top-Spieler, sondern er tut dies, wenn er denkt, dass dieser ihm vielleicht manchmal nicht das gibt, was er für das jeweilige Spiel braucht", führte Nagelsmann weiter aus.

Geschlossen scheint die WM-Tür bei El Mala aber noch nicht zu sein. "Es liegt letztendlich am jungen Spieler, dem Trainer zu zeigen: Du kannst dich immer auf mich verlassen! Und dann wird ein Trainer dieses Top-Talent auch spielen lassen", erklärte Nagelsmann.

Wenn es El Mala in den kommenden Wochen gelingt, sich beim Effzeh durchzusetzen, erhöht sich damit gleichzeitig auch die Chance, bei der WM dabei zu sein. Klar scheint jedoch auch, dass die Wahrscheinlichkeit dafür im Herbst noch deutlich höher war.


Weitere News zur Nationalmannschaft lesen:

feed