Der FC Bayern München schreibt in der laufenden Spielzeit bislang eine eiskalte und souveräne Erfolgsgeschichte und ließ sich auch von kleineren Ausrutschern, wie etwa gegen den FC Augsburg, nicht aus der Bahn werfen. Zuletzt gelang dem Rekordmeister mit dem späten Sieg im Klassiker gegen Borussia Dortmund ein für viele entscheidender Schlag im Rennen um die Meisterschale.
Auch in den Pokalwettbewerben stehen die Münchner da, wo sie zu diesem Zeitpunkt der Saison stehen wollen. Neben dem großen sportlichen Erfolg gibt es jedoch auch kleinere Abstürze im Personalbereich: So ist es um Shootingstar Lennart Karl in München mittlerweile ruhig geworden.
Ex-Profi Torben Hoffmann bremst Bedenken um Karl
Nach seinem grandiosen Saisonstart und zahlreichen Glanzleistungen saß der erst kürzlich 18 Jahre alt gewordene Shootingstar zuletzt zweimal in Folge nur auf der Bayern-Bank und durfte nicht am Spielgeschehen mitwirken. Dies wirkt nach außen für manchen fast schon wie ein kleiner Fingerzeig, dass der ganz große Höhenflug des Dribbelkünstlers bereits zu Ende ist.
Doch diejenigen, die bereits den Abgesang des Münchner Mittelfeldjuwels anstimmen wollen, sollten sich damit möglicherweise besser noch zurückhalten. Das sieht auch Torben Hoffmann so. Der Ex-Profi und Sky-Reporter gilt als Bayern-Insider und kann als ehemaliger Bundesligaspieler ganz sicher eine durchaus fundierte Einschätzung zu genau solchen Themen abgeben.
"Es ist legitim und normal, dass nach solch einem Aufstieg derartige Phase kommen, wo er nicht von Anfang spielt."Ex-Profi Torben Hoffmann über L. Karl
Hoffmann sagte im Bayern-Podcast von Sky 'Mia san vier' nun: "Es ist legitim und normal, dass nach solch einem Aufstieg derartige Phase kommen, wo er nicht von Anfang spielt. Ich habe schon vor einiger Zeit gesagt, dass ich gespannt bin, wie er den Höhenflug über die ganze Saison verkraftet."

Der frühere Bundesligaprofi von Bayer 04 Leverkusen, dem SC Freiburg und dem Bayern-Rivalen TSV 1860 München sieht also keinerlei Grund zur Aufregung bei Lennart Karl. Stattdessen sei es ganz normal, dass ein derart junger Spieler mal eine Phase habe, in der eher die Qualitäten erfahrener Spieler gefragt seien oder in der er selbst vielleicht nicht die beste, vielleicht auch mentale Verfassung habe, um in engen Spielen oder Momenten zum Zuge zu kommen. Aktuell durchläuft Karl eine solche Phase, die aber zum Reifungsprozess als Profi dazugehört.
Lob von Nagelsmann
Die WM-Hoffnungen für das Münchner Offensivjuwel dürften dadurch keineswegs ins Bröckeln geraten, denn auch Bundestrainer Julian Nagelsmann ließ zuletzt wieder durchklingen, dass er Gefallen an Karl gefunden habe und den 18-Jährigen für einen "interessanten Spieler" halte. Der Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft schätze die Qualitäten des Bayern-Shootingstars, "weil er oft ins Eins-gegen-eins geht, weil er von rechts nach innen ziehen kann auf seinen linken Fuß, weil er schwer zu greifen ist".

Obwohl Karl also aktuell nicht mehr im ganz grellen Rampenlicht steht und wieder etwas in den Schatten der großen Bayern-Stars getreten ist, wären Sorgen um den Münchner Aufsteiger der Saison fehl am Platz. Die Momente für den 18-Jährigen werden sicherlich wieder kommen.
