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Mittelfeld-Engpass bei Aseko-Abschied? Welcher Spieler für den FC Bayern optimal wäre

Der FC Bayern hat im Mittelfeld einen kleinen Engpass zu beklagen. Sollte Max Eberl nochmal auf dem Transfermarkt aktiv werden? Ein Akteur würde den Münchnern besonders gut zu Gesicht stehen.
Muss Max Eberl einen weiteren Mittelfeldspieler verpflichten?
Muss Max Eberl einen weiteren Mittelfeldspieler verpflichten? | EyesWideOpen/GettyImages

Bayern-Youngster Noel Aseko steht offenbar dicht vor der Unterschrift bei Eintracht Frankfurt. Laut Sport1-Informationen haben sich alle Beteiligten auf einen Deal in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Euro geeinigt. Zuvor berichtete bereits die Bild, dass der Transfer auf der Zielgeraden ist.

Eigentlich wurde der von Hannover 96 zurückgekaufte Mittelfeldspieler als möglicher Goretzka-Nachfolger gehandelt. Nach seiner starken Saison in der 2. Bundesliga hätte man es dem 20-Jährigen zugetraut, nach Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof die Rolle als Nummer vier im Mittelfeld-Zentrum auszufüllen.

Benötigt es nun also einen anderen Spieler, der die Kaderrolle von Goretzka einnimmt? Klar ist, dass hinter Kimmich, Pavlovic und Bischof eine enorme Lücke klafft. Zwar steht Joao Palhinha noch im Kader, jedoch wird der Portugiese mit hoher Sicherheit den Verein in diesem Sommer verlassen. Mit Raphael Guerreiro ist zudem ein weiterer Spieler weggefallen, der die Position ausfüllen könnte.

Sind sich Kimmich, Pavlovic und Bischof zu ähnlich?

Kimmich, Pavlovic und Bischof verfügen zwar über große Qualitäten, vereinen aber auch gewisse Schwächen. Alle drei sind technisch und taktisch auf einem starken Niveau, haben im athletischen Bereich jedoch gewisse Defizite. Pavlovic bringt zwar eine gewisse Größe mit, lässt sich in Zweikämpfen aber oft zu leicht abkochen.

Kimmich und Bischof machen ihr fehlendes Tempo und ihre geringe Körpermasse zwar zum Teil mit Einsatz und einer guten Zweikampfführung wett, haben aber dennoch oft das Nachsehen. Aufgrund des fehlenden Tempos sind alle drei auch keine klassischen Box-to-Box-Spieler, wie es Goretzka in der Vergangenheit war.

Nach dem Abgang des 31-Jährigen fehlt einfach ein Akteur, der Größe, Athletik und Dampf nach vorne mitbringt und Löcher in der Defensive zulaufen kann. In Sachen spielerischer Qualität, taktischem Vermögen und Einsatz sind Kimmich, Pavlovic und Bischof stark genug, es bleibt aber eine gefährliche Unausgewogenheit im Bayern-Mittelfeld. Abgesehen davon sind drei erprobte Spieler für zwei Positionen natürlich reichlich wenig.

Kann der FC Bayern die Lücke intern schließen?

Diese Option würde man sich mit dem Verkauf von Aseko zumindest zum Teil verbauen. Es gilt jedoch festzuhalten, dass Laimer eigentlich ein gelernter Mittelfeldspieler ist. Durch den Transfer von Brown hat Vincent Kompany in der Abwehrkette wieder mehr Optionen, weshalb Laimer auch im Mittelfeld zum Zuge kommen könnte. Der Österreicher hat die Athletik, die Kimmich, Bischof und Pavlovic fehlt und kann als Box-to-Box-Spieler agieren.

Ob dann jedoch auch der nötige offensive Output gegeben wäre, sei dahingestellt. Theoretisch könnte auch Brown im Mittelfeld aushelfen, der über noch mehr Speed und eine etwas bessere Technik als Laimer verfügt. Der 22-Jährige ist allerdings vorrangig als Linksverteidiger eingeplant und in einer zentralen Rolle kaum erprobt.

Unter dem Strich sind Laimer und Brown wohl eher Notfalloptionen, wenngleich man beide ohne Sorge spielen lassen könnte.

Kann ein anderes Talent in die Rolle hineinwachsen?

Die Möglichkeit dazu besteht natürlich. Spannend ist vor allem der zuletzt geliehene Bara Sapoko Ndiaye, der für Senegal sogar bei der WM mit dabei war. Eigentlich sollte es klar das Interesse der Münchner sein, den 18-Jährigen so schnell wie möglich zu binden. Ndiaye besticht vor allem durch sein Tempo und verfügt über viel Potenzial. Der Senegalese ist aber ein klassischer Rohdiamant, welcher noch den letzten Schliff benötigt. Man sollte ihm immer wieder Minuten bei den Profis geben, jedoch ist er noch nicht ganz weit genug, um als erprobter Kaderspieler eingeplant werden zu können.

Mit David Santos Daiber und Javier Fernández gibt es weitere große Mittelfeldtalente, die ebenfalls noch ihre Zeit benötigen. Zweiterer wird zunächst auch noch eine Leihsaison in Nürnberg verbringen. Letztlich ist Ndiaye der einzige Youngster, der schon in der nächsten Saison oben anklopfen könnte, jedoch ist noch nicht mal gesichert, ob er auch fest in München bleibt.

Sollte der FC Bayern nun auf dem Markt aktiv werden?

Für einen Transfer spricht, dass sich Kimmich, Pavlovic und Bischof sehr ähneln und nach dem Goretzka-Abschied ein Kaderspieler fehlt. Sieht man sich den Bayern-Kader an, besteht am ehesten im zentralen Mittelfeld Bedarf.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass man blind den nächstbesten Mittelfeldspieler verpflichten sollte. Es gilt zu berücksichtigen, dass Max Eberl und Co. bereits rund 100 Millionen Euro für Ismael Saibari und Nathaniel Brown investiert haben. Sollten nicht die ganz großen Summen für Verkäufe erwirtschaftet werden, wird es mit einem weiteren Top-Transfer schwierig.

Wenn der FC Bayern einen athletischen Box-to-Box-Spieler holen möchte, sollte man sich nicht um C-Ware bemühen. Es ergibt keinen Sinn, den nächsten Sacha Boey oder Bryan Zaragoza ins Boot zu holen – nur um diesen ein bis zwei Jahre später wieder loswerden zu müssen. In diesem Falle wäre es noch besser, punktuell Laimer, Brown oder ein Talent einzusetzen.

Sollte sich jedoch auf dem Markt eine gute Gelegenheit geben, könnte das mit einem nicht zu unterschätzenden Upgrade für das Team einhergehen. Die WM war ein Warnschuss dafür, was passieren kann, wenn es in der Mannschaft an Körperlichkeit und Dynamik fehlt. Eberl und Co. sollten folgerichtig den Markt durchforsten und dann zuschlagen, wenn sie voll von einem Spieler überzeugt sind.

Wer wäre der optimale Spieler für die Rolle?

Hierbei muss man eigentlich nicht weit in die Ferne blicken. Freiburg-Star Johan Manzambi würde wie die Faust aufs Auge passen. Der 20-Jährige bringt enorm viel Power und Dynamik mit und kann diese sowohl offensiv als auch defensiv einsetzen. Manzambi verfügt auch im technischen Bereich über gute Qualitäten, weshalb er auch in einem von Ballbesitz geprägten Fußball klarkommen würde.

Das ganz große Problem dürfte bei Manzambi die Ablöse sein. Der SC Freiburg soll mindestens 60 Millionen Euro für den Schweizer verlangen. Eine Summe, die der FCB nicht mal so eben aus dem Ärmel schütteln kann, nachdem man bereits 100 Millionen Euro investiert hat. Eberl und Co. müssten bei ihren Verkäufen schon sehr erfolgreich sein, damit ein solcher Deal möglich wäre. Bis dahin kann es aber auch schon zu spät sein. Newcastle United drückt beim Schweizer Shootingstar dem Vernehmen nach aufs Gaspedal.


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