Kovac und Can analysieren Inter-Enttäuschung - das große Hadern mit sich selbst

Nach dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand herrschten bei Borussia Dortmund geknickte Stimmung und Niedergeschlagenheit.
BVB-Coach Niko Kovac
BVB-Coach Niko Kovac / Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages
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Wenn man bedenkt, dass Borussia Dortmund beim Champions-League-Heimspiel gegen Inter Mailand mit einem Sieg den Hoffnungsschimmer gehabt hätte, dass man die Playoffs in der Königsklasse umgehen und direkt in die nächste Runde schaffen könnte, hinterließ der Auftritt der Dortmunder Mannschaft letztlich mehr Fragezeichen, als den Eindruck, dass die Dortmunder Profis selbst an dieses Wunder glaubten.

Am Ende gab man das Spiel zehn Minuten vor Schluss komplett aus der Hand. Es stand eine 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand auf der Anzeigetafel und die Dortmunder bedröppelt an den Mikrofonen zum Interview.

Kovac bemängelt BVB-Leistung

Nach der 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand war die Mini-Chance auf das direkte Weiterkommen ohnehin dahin, machte das Kraut am Ende aber auch nicht mehr fett – zur großen Enttäuschung von Trainer Niko Kovac kam seine Mannschaft jedoch nicht an ihr Leistungsmaximum und so störte sich der BVB-Coach nach Spielende eher am Auftritt als am Endergebnis.

"Ich hatte das Gefühl, dass wir ein bisschen Respekt hatten. Zu viel Respekt. "

Niko Kovac
Niedergeschlagene BVB-Profis
Niedergeschlagene BVB-Profis / picture alliance/GettyImages

Der Dortmunder Cheftrainer: "Ich hatte das Gefühl, dass wir ein bisschen Respekt hatten. Zu viel Respekt. Was überhaupt nicht nötig war, denn klar, es ist Inter Mailand, aber wir haben auch Qualitäten", so der 54-Jährige.

Auch mit der Zielstrebigkeit und Konzentration auf dem Rasen war Kovac nicht zufrieden. "Wir haben dann auch wieder gewisse Situationen nicht richtig zu Ende gespielt. Weil wir dann schon die falschen Entscheidungen getroffen haben." In den Augen von Niko Kovac stellte die Partie gegen die Nerazzurri ein typisches 0:0-Spiel dar, doch am Ende waren es die Dortmunder, die mit leeren Händen da standen.

BVB-Coach trauert Guirassy-Chance nach

Kovac konnte dem Spielverlauf im Gesamten wenig abgewinnen, trauerte aber vor allem der Torchance seines Starstürmers Serhou Guirassy hinterher. "Es war heute von beiden Seiten so ein zähes Spiel, so ein abwartendes Spiel. Die Italiener, das ist natürlich deren Spiel. Eine Serie-A-Mannschaft, die das jede Woche macht. Aber wir haben die Möglichkeit durch Serhou nach zehn Minuten. Wenn der reingeht, sieht es vielleicht anders aus", so der BVB-Coach.

"Wir haben die Möglichkeit durch Serhou nach zehn Minuten. Wenn der reingeht, sieht es vielleicht anders aus."

Niko Kovac
Serhou Guirassy
Serhou Guirassy / Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

Playoffs bereiten Kovac keine Sorgen

Dass die Borussen nun den Umweg über die Playoffs gehen müssen, ist in Augen des gebürtigen Berliners kein Problem: "Jetzt sind wir eine Runde weiter, wir sind in den Playoffs, das waren wir letzte Saison auch."

Auf die leichte Schulter nehmen will Kovac den Zwischenakt in der Königsklasse aber auf keinen Fall: "Wir hatten letzte Saison auch einen schwierigen Gegner mit Sporting. Champions League ist Champions League. Egal gegen wen du spielst, gerade wenn du auswärts spielst." Zum Selbstläufer wird die Playoffrunde deshalb also keinesfalls und bietet letztlich mit dem möglichen Ausscheiden eine weitere Gefahr, dass die Saison des BVB einen bitteren Tiefschlag erfährt.

Bei der Auslosung am morgigen Freitag wird sich auch klären, ob Dortmund mit Atalanta Bergamo erneut ein italienisches Team vor der Brust hat oder ob es gegen den Bundesligakonkurrenten Bayer 04 Leverkusen geht.

Emre Can geknickt: "War mehr drin"

Etwas geknickt zeigten sich auch die Dortmunder Profis. "Vom Gefühl her war mehr drin", schlussfolgerte beispielsweise Emre Can nach Abpfiff. Der Dortmunder Kapitän haderte mit der Leistung der eigenen Mannschaft. "Klar ist es immer bitter, wenn du ein spätes 0:1 kassierst. Aber es war heute nicht unser bestes Spiel, würde ich sagen. Wir lassen trotzdem nicht viel zu, aber am Ende hat Inter auch den reiferen Eindruck gemacht, das muss man ehrlich sagen. Und am Ende auch verdient gewonnen."

"Vom Gefühl her war mehr drin [...] Es war heute nicht unser bestes Spiel, würde ich sagen."

Emre Can
BVB-Kapitän Emre Can
BVB-Kapitän Emre Can / Teresa Kröger - UEFA/GettyImages

Nun muss es Niko Kovac schaffen, die Köpfe wieder nach oben und die Blicke nach vorn zu richten, denn mit dem 1. FC Heidenheim wartet am kommenden Sonntag bereits der nächste Gegner. Gegen das abstiegsbedrohte Kellerkind sind drei Punkte fast schon eingeplant, doch gerade das könnte am Ende zum Stolperstein werden. Es benötigt nun wieder volle Konzentration.


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