Es ist vollbracht! Am 1. September hat das Transferfenster für Wechsel in die Bundesliga geschlossen. Während sich einige Klubs in den letzten Wochen gut verstärken konnten, ist dies anderen Vereinen nicht wirklich gelungen. Wir werfen einen Blick auf drei Vereine, die als klare Verlierer aus dem Transfersommer herausgehen.
3. Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach hat zwar ein Transferplus von 16 Millionen Euro generiert, dafür aber auch reichlich Qualität verloren. Besonders ins Gewicht fällt der Abgabg von Rocco Reitz, der sich für 20 Millionen Euro RB Leipzig angeschlossen hat. Selbstredend ist aber auch der Abschied von Nico Elvedi, der jahrelang als Abwehrchef agierte, ein Verlust. Zudem konnten die Leihspieler Yannik Engelhardt und Haris Tabakovic nicht gehalten werden. Insbesondere Tabakovic war mit seinen Toren ausschlaggebend für den Klassenerhalt.
Mit Blick auf die Neuzugänge fehlt die Fantasie, dass diese den Qualitätswegfall kompensieren können. Zwar haben die Gladbacher sehr günstig eingekauft, jedoch handelt es sich bei den Neuzugängen eben auch größtenteils um No-Names. Man wird erstmal abwarten müssen, ob sich Spieler wie Konoplya, Leopold, Bolin, Leczczynski, Lidberg und Herold als Bundesliga-tauglich erweisen. Die Rückkehr von Ko Itakura ist sicherlich positiv zu bewerten, jedoch hat der Japaner bei Ajax zuletzt kaum gespielt.
Immerhin kann die Leihe von Nicolas Kühn als kleiner Last-Minute-Coup angesehen werden. Der 26-Jährige dürfte auf Rechtsaußen eine klare Verstärkung sein. Das ganz große Problem ist jedoch, dass Reitz nicht vernünftig ersetzt wurde. Dem Mittelfeld-Zentrum fehlt es komplett an Energie und Spielfreude. Dies hat sich bereits in Leipzig gezeigt. Jens Castrop könnte Abhilfe verschaffen, wird nach seiner Schulterverletzung aber noch länger fehlen.
2. Eintracht Frankfurt
Markus Krösche wurde bei der Eintracht lange als Heilsbringer gefeiert. Der Kaderplaner hat schließlich auch tolle Deals gelandet und teure Verkäufe generiert. Denkt man im Sommer 2026 an die Eintracht, sieht man sich jedoch mit zahlreichen Fragezeichen konfrontiert. Wie kann es sein, dass die SGE offenbar finanziell so angeschlagen ist, wo doch Jahr für Jahr ein Transferplus erwirtschaftet wurde?
In diesem Sommer hat die Eintracht ein Plus von 45 Millionen Euro generiert. Hierbei sind wohlgemerkt die Einnahmen für Bahoya und Larsson noch nicht miteingerechnet, die per Leihe mit Kaufpflicht abgegeben wurden und im Jahr 2027 55 Millionen Euro einbringen sollen.
Bitter ist aus Eintracht-Sicht vor allem der enorme Qualitätsverlust. An erster Stelle ist natürlich Nathaniel Brown zu nennen, jedoch waren auch Rasmus Kristensen und Hugo Larsson Leistungsträger. Für Bahoya gilt das nur bedingt, jedoch hatte der 21-Jährige enorm viel Potenzial.
Schwer wiegt außerdem die Tatsache, dass man die Kaufoption von Arnaud Kalimuendo nicht gezogen hat und sich am Ende auch nicht mit Nottingham einig werden konnte. Eine Ersatzlösung hatte Krösche nicht parat, weshalb im Angriff nun ein personeller Engpass besteht, den der Sportvorstand selbst zu verantworten hat.
Immerhin darf man festhalten, dass die SGE auch einige interessente Spieler dazubekommen hat. Mit Noah Atubolu haben die Frankfurter eine eklatante Schwachstelle im Kader mit einem Top-Mann besetzt. Neun Millionen Euro für Raphael Onyedika klingen auch nach einem guten Schnäppchen. Bei Noel Aseko und Lilian Brassier wird man noch eine Weile abwarten müssen, ob sie eine klare Verstärkung darstellen.
Unter dem Strich ist die Eintracht im Tor besser, aber auf den Feldspieler-Positionen schwächer besetzt. Insbesondere in Bezug auf die beiden Außenverteidiger-Positionen wirkt die Kaderplanung mehr oder weniger wahnsinnig, wenn man bedenkt, dass Brown und Kristensen gegangen sind und kein Ersatz verpflichtet wurde.
1. Werder Bremen
Denkt man an Bremen in der Nacht, ist man um den Schlaf gebracht. Während sich die unmittelbare Konkurrenz wie Köln und Hamburg stark verstärkt hat, ist der SVW schwächer besetzt als im Vorjahr. Zwar haben die Werderaner ein Transferplus von 35 Millionen Euro erzielt, jedoch stellt sich die Frage, wem genau das hilft, wenn man sportlich dafür kaum noch konkurrenzfähig sein dürfte.
Der SVW hat mit Top-Talent Karim Coulibaly, Keeper Mio Backhaus und Offensiv-Allrounder Romano Schmid drei enorm wichtige Spieler verkauft. Auch die Verluste der Leihspieler Yukinari Sugawara, Cameron Puertas und Jovan Milosevic schwächen den Klub. Die Bremer haben zudem Samuel Mbangula verliehen, der sehr talentiert ist, beim SVW aber einfach nicht klar kam. Dies spricht nicht nur gegen den Spieler, sondern auch gegen den Verein.
Was die Zugänge angeht, sieht man sich mit vielen Fragezeichen konfrontiert. Niclas Füllkrug ist natürlich ein sehr prominenter Stürmer, hat aber in den letzten beiden Jahren kaum gespielt und noch seltener getroffen. Cedric Itten hat sein Können bislang nur in der 2. Bundesliga unter Beweis stellen können. Eren Dinkci und Ludovit Reis könnten Verstärkungen darstellen, jedoch gibt es dafür keine Garantie. Selbiges gilt für Chuki, Kenny Quetant, Oskar Wojcik und Youri Regeer.
Ähnlich wie bei Gladbach wurden viele billige No-Names geholt, einige relevante Schwachstellen aber nicht behoben. Natürlich ist es Pech, wenn sich Spieler wie Jens Stage oder Justin Njinmah verletzen. Entscheidend ist jedoch auch, wie man damit umgeht. Mittelfeld-Youngster Patrice Covic zu verleihen und den vom VfB aktiv angebotenen Badredine Bouanani nicht zu nehmen, sorgt für reichlich Kopfschütteln. Da hilft es auch wenig, dass - wie Clemens Fritz anmerkte - die beiden Außenverteidiger Agu und Weiser von Verletzungen zurückkehren.
Wer eine solche Kaderplanung betreibt, dürfte sich über einen Abstieg nicht wundern.
Weitere Transfer-News lesen:
