"Ein Zusammenbruch. Ein Notruf" - Pressestimmen zum Alonso-Beben bei Real Madrid

Die internationale Presse reagiert auf das Alonso-Aus bei den Königlichen. Während in England schon über ein Premier-League-Engagement spekuliert wird, verabschieden sich einige Real-Stars öffentlich vom Coach.
Real-Präsident Florentino Perez verabschiedet Xabi Alonso
Real-Präsident Florentino Perez verabschiedet Xabi Alonso / NurPhoto/GettyImages
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Die 2:3-Pleite im Finale des spanischen Supercups war der letzte Auftritt von Xabi Alonso als Cheftrainer von Real Madrid. Am Montagabend verkündeten die Königlichen die Trennung vom 44-Jährigen. Von Vereinsseite heißt es, sie sei "einvernehmlich" abgewickelt worden. Nur acht Minuten nach dem Alonso-Aus wurde in Alvaro Arbeloa bereits ein Nachfolger präsentiert.

Das Real-Beben kam trotz der Misstöne der vergangenen Wochen und Monate wie aus dem Nichts. Zuvor wurde in Spanien noch darüber berichtet, dass Alonso trotz der Pleite gegen Barça Trainer bleiben werde.

Mbappé, Güler & Rüdiger verabschieden Alonso

Die Mannschaft soll über das überraschende Alonso-Aus nicht vorab informiert worden sein. Kylian Mbappé und Co. sollen die Trennung vom Coach demnach auch erst durch die offizielle Vereinsmitteilung erfahren haben.

Nach dem Alonso-Beben verabschiedeten sich einige Spieler über die sozialen Medien öffentlich von ihrem nun Ex-Coach. So auch Mbappé, der sich unter Alonso in Topform zeigte und in dieser Saison in 25 Einsätzen schon auf 29 Tore und fünf Vorlagen kommt.

"Es war eine kurze Zeit, aber es war mir eine Freude, für dich zu spielen und von dir zu lernen. Danke, dass du mir seit Tag eins Vertrauen gegeben hast", schrieb Mbappé auf Instagram. Er werde Alonso "als einen Trainer in Erinnerung behalten, der klare Ideen hatte und viel über Fußball weiß".

Warme Worte fand auch Spielmacher Arda Güler: "Herr Xabi Alonso, vielen Dank, dass Sie vom ersten Tag an an mich geglaubt und mir vertraut haben. Jedes Gespräch, jedes Detail, jede Forderung hat mein Spiel geprägt und mich auf ein höheres Niveau gebracht. Ich bin wirklich dankbar für alles, was Sie zu meiner Entwicklung beigetragen haben. Ihr Vertrauen in mich hat mich zu einem besseren Spieler gemacht."

Antonio Rüdiger wünschte Alonso derweil "nur das Beste für die Zukunft".

Die internationalen Pressestimmen zum Alonso-Aus

Reagiert auf das Alonso-Aus hat natürlich auch die internationale Presse. Während in Spanien von einem Vertrauensverlust gesprochen wird, spekuliert der britische Blätterwalt bereits über Alonsos nächsten Klub. In der Premier League könnte es den ein oder anderen attraktiven Posten geben.

Pressestimmen aus Spanien

Marca: "Alonso entlassen! Schon seit Wochen hegte der Vorstand Zweifel am Projekt. Man hatte das Gefühl, er habe noch nicht die richtige Formel gefunden, keinen Draht zur Mannschaft gefunden und das körperliche Training sei nicht effektiv gewesen."

AS: "Xabi Alonso entlassen! Nach 232 Tagen und 34 Spielen ist er nicht mehr Trainer von Real Madrid. Grund dafür sind die Ergebnisse und die Eindrücke: Der Verein hatte den Eindruck, dass die Mannschaft trotz der richtigen Einstellung nicht die gewünschte Leistung brachte."

"Seit dem 1. November ist die Stimmung im Bernabéu gedrückt: nur sieben Siege in den letzten 14 Spielen. Eine Siegquote von 50 %, die dem Verein nicht würdig ist. Ein Zusammenbruch. Ein Notruf."

SPORT: "Offiziell! Real Madrid entlässt Xabi Alonso und ernennt Arbeloa zum Trainer."

"Nach seiner Ankunft im Sommer mit dem Ziel, den Verein zu revolutionieren und Ancelottis Methoden nach einem enttäuschenden Jahr zu ändern, war Alonso nur sieben Monate im Amt. Seine Amtszeit begann vielversprechend mit seinen ersten Spielen bei der Klub-Weltmeisterschaft, doch seitdem ist er weit hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben."

Mundo Deportivo: "Real Madrid gibt den Abschied von Xabi Alonso und seinen Nachfolger bekannt. Xabi Alonso durfte nicht einmal eine komplette Saison als Trainer von Real Madrid absolvieren."

Pressestimmen aus England

The Sun: "Alonsos Status als verfügbarer Trainer fällt in eine Phase großer Bewegung auf dem Trainermarkt. Manchester United ist nach der Entlassung von Ruben Amorim verfügbar, während nun auch Manchester City infrage kommen könnte, da Pep Guardiolas Zukunft über den Sommer hinaus ebenfalls ungewiss ist. Die interessanteste Trainerstation könnte jedoch eine Rückkehr zu einem weiteren ehemaligen Klub nach Liverpool sein, was den Druck auf Arne Slot weiter erhöhen würde."

The Mirror: "Xabi Alonso kam erst im Sommer von Bayer Leverkusen zu Real Madrid, doch der ehemalige Mittelfeldspieler hat das Santiago Bernabeu nach einer enttäuschenden ersten Saison bereits wieder verlassen."

Daily Mail: "Xabi Alonso von Real gefeuert - nach nur 7 Monaten."

Pressestimmen aus Italien

Gazzetta dello Sport: "Erdbeben bei Real Madrid: Zwischen Xabi Alonso und dem spanischen Klub ist es vorbei. Verein und Trainer haben sich einvernehmlich auf eine schmerzhafte Scheidung geeinigt. Eine Ära geht zu Ende."

Corriere dello sport: "Eklat beim spanischen Rekordmeister Real Madrid: Xabi Alonso ist nicht mehr Trainer der Blancos."

Tuttosport: "Die Niederlage im Supercup wird Alonso zum Verhängnis: Das Projekt für die Ära nach Ancelotti ist nach nur wenigen Monaten kläglich gescheitert. Das Abenteuer des ehemaligen Trainers von Bayer Leverkusen auf der Bank der Königlichen ist beendet."

La Repubblica: "Real Madrid hatte auf Xabi Alonso als Erben von Carlo Ancelotti gesetzt. Trotz eines ordentlichen Starts begann die Saison jedoch zu wackeln: Unerwartete Niederlagen und Unentschieden sorgten intern für Zweifel. Dabei steht Real aktuell auf Platz zwei der Liga, vier Punkte hinter Barcelona, und auf Rang sieben in der Champions League."

Pressestimmen aus Frankreich

Le Parisien: „Xabi Alonso, der mit einem glänzenden Ruf aus Deutschland kam, schaffte es nie, die Mannschaft von Real Madrid hinter seinem ambitionierten Spielplan zu vereinen.“

Le Monde: "Trotz Kylian Mbappés exzellenter Leistungen seit Saisonbeginn ist es Xabi Alonso nicht gelungen, seinem Team denselben attraktiven und flüssigen Spielstil zu vermitteln wie seiner Mannschaft von Bayer Leverkusen."

Le Figaro: "Eine Bombe in Spanien. Die taktische Revolution, die der ehemalige Mittelfeldspieler während der letzten Klub-Weltmeisterschaft in den USA versprochen hatte und die an seine Erfolge in Deutschland anknüpfte, kam trotz eines sehr ermutigenden Starts mit 13 Siegen aus den ersten 14 Spielen nie richtig in Gang."


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