Wenngleich es schon lange Gerüchte und Spekulationen um ein Aus von Markus Krösche als Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt gab, so war die finale Mitteilung trotzdem eine Überraschung. Spätestens seit diesem Entschluss läuft am Main die Suche nach einem Nachfolger, vermutlich schon etwas früher.
Frühzeitig galt Christoph Spycher als Wunschlösung. Bei den Young Boys Bern ist er ebenfalls als Sportvorstand tätig, war früher in seiner Spielerkarriere selbst auch über mehrere Jahre bei der SGE. Was zunächst nach einem guten Match aussah, entpuppte sich schnell als Luftnummer: Spycher wird es nämlich aller Voraussicht nicht nach Frankfurt ziehen (90min berichtete).

Der Schweizer Blick hatte berichtet, dass Spycher Bern nicht verlassen werde, was vor allem daran liegt, dass er mit knapp zehn Prozent an der Young Boys AG/YB-Holding beteiligt ist. Diese Minderheitsbeteiligung am Klub würde er bei einem Eintracht-Wechsel verlieren. Davon hat jüngst auch SGE-Insider Christopher Michel berichtet, der jedoch anmerkte, dass ein Spycher-Deal für die Eintracht noch nicht komplett vom Tisch sei. Unwahrscheinlich ist er aber defintiv, weshalb man am Main wohl umplanen muss.
Schicker ein heißer Eintracht-Kandidat
Informationen der Bild zufolge haben die zwei führenden Eintracht-Bosse, also mit Mathias Beck der Aufsichtsrats- und mit Axel Hellmann der Vorstandsvorsitzende, aber einen anderen Manager im Blick: Dabei geht es offenbar um Andreas Schicker.
Schicker ist bei der TSG Hoffenheim als Sport-Geschäftsführer tätig und galt als Denker und Lenker des großen Aufschwungs der Vorsaison. Dass er den Klub mit seinen personellen und finanziellen Entscheidungen wieder bis in die Europa League geführt hat, wird dem 40-jährigen Österreicher hoch angerechnet.
Laut der Bild hätte Schicker bei der Eintracht bereits einige Fürsprecher. Dazu mutmaßt das Blatt, dass die Aufgabe in Frankfurt und somit bei einem großen Traditionsverein für ihn durchaus seinen Reiz haben dürfte. Eine etwaige Ablösesumme, die zweifelsohne fällig werden würde, wäre wohl nicht als Knackpunkt anzusehen. Da sich Krösche wohl zeitnah der AC Milan anschließen wird und es somit bis zu fünf Millionen Euro an Einnahmen geben wird, wäre eine Summe von zwei, drei Millionen Euro für Schicker ebenfalls zu stemmen.
Schicker selbst stand wegen interner Querelen bei der TSG schon vor dem Abschied. Mit den Lockrufen aus Frankfurt könnte das zeitnah tatsächlich Realität werden.
Bis es dazu kommen kann, wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen. Denn allzu konkret sei das Thema noch nicht. Immerhin soll es noch gar keine Kontaktaufnahme zwischen der SGE und Schicker gegeben haben, berichtet die Bild weiter.
Eine Option soll er trotzdem sein – was der Bild zufolge aber auch noch für Joti Chatzialexiou vom 1. FC Nürnberg sowie für Benjamin Weber vom FC Augsburg gilt. Chatzialexiou hatte sich zuletzt schon zu den Gerüchten geäußert (90min berichtete).
