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Bayern-Patzer nach Olise-Rot: So hat Vincent Kompany den Sieg vercoacht

Der FC Bayern hat beim 3:3 in Stavanger zwei wichtige Zähler liegen gelassen. Zwar trägt Michael Olise die Hauptschuld daran, doch auch Vincent Kompany machte nicht die glücklichste Figur.
VonDominik Hager
Vincent Kompany hatte in Stavanger nicht das glücklichste Händchen
Vincent Kompany hatte in Stavanger nicht das glücklichste Händchen | S. Stingl/GettyImages

Eigentlich hatten die Bayern Viking FK bereits geknackt. Die Münchner machten durch eine klare Leistungssteigerung in Durchgang zwei aus einem 0:2-Rückstand schnell einen 3:2-Vorsprung. Die tapfer kämpfenden Norweger wirkten platt und drohten, von den Münchnern überfahren zu werden. Doch dann leistete sich Michael Olise einen fatalen Aussetzer, indem er seinem Gegenspieler den Ball ins Gesicht warf und in der 74. Minute vom Platz flog.

Damit hat der Franzose seinem Team einen Bärendienst erwiesen, jedoch hat im Anschluss an die Szene ein weiterer Münchner einen Fehler gemacht. Die Rede ist von Bayern-Coach Vincent Kompany, der sofort reagierte und Josip Stanisic für Luis Diaz brachte. Wenige Minuten später kam mit Hiroki Ito dann ein weiterer Abwehrspieler für Ismael Saibari. Die Bayern standen folgerichtig in der Schlussphase mit sechs Verteidigern, zwei zentralen Mittelfeldspielern und Harry Kane auf dem Platz.

Es ist gewissermaßen Normalität, dass bei einer Führung und in Unterzahl defensiv gewechselt wird. In diesem Fall war die Maßnahme von Kompany aber deutlich zu extrem.

FC Bayern auch mit zehn Mann eigentlich stark genug

Man darf nicht vergessen, dass die Bayern individuell das deutlich bessere Team sind und Viking FK eigentlich schon ziemlich ausgelaugt von den vielen gelaufenen Kilometern war. Eigentlich müssten selbst zehn Münchner elf Stavanger-Spielern absolut Paroli bieten können oder angesichts der schwindenden Kräfte der Gastgeber sogar leicht stärker sein.

Die Bayern haben in der Vergangenheit schon häufiger gezeigt, dass sie es mit zehn Mann noch mit starken Gegnern aufnehmen können. Denken wir beispielsweise an das Pokal-Spiel gegen Leverkusen in der Saison 2024/25, bei dem Neuer nach 17 Minuten vom Platz musste. Die Bayern verloren zwar mit 0:1, hatten unter dem Strich aber sogar ein Chancenplus.

Gegen Viking Stavanger hätte man versuchen müssen, die Partie weiter offen zu gestalten, und nicht mit einer destruktiven Spielweise um das Gegentor betteln sollen. Selbst wenn man sich auf eine tiefe Grundordnung fokussiert hätte, wäre es zumindest sinnvoll gewesen, auf Konter zu setzen. Auf diese Weise hätte man die Partie mit Glück vorzeitig entscheiden können.

Werden jedoch alle schnellen Offensivspieler ausgewechselt, sodass nur Harry Kane übrig bleibt, ist klar, dass es keine wirkliche Entlastung in Form von Kontern geben kann.

FC Bayern: Eine destruktive Spielweise führt selten zum Erfolg

Man ist geneigt zu sagen, dass das Verstecken in der Defensive im Fußball schlichtweg fast immer schief geht. Zwar kündigte sich der Treffer von Viking FK nicht unmittelbar an, jedoch steigt das Risiko ganz automatisch, wenn der Ball sich stets in Tornähe der Bayern aufhält.

Bezeichnend ist auch, dass die Münchner nach dem Gegentreffer zum 3:3 wieder am Spiel teilgenommen haben und kurz vor dem Ende noch die große Chance auf das 4:3 hatten. Im Fußball ist es meist elementar wichtig, eine Spielweise an den Tag zu legen, die es auch erlaubt, eigene Tore zu erzielen und nicht nur die Gefahr von Gegentoren zu verringern.

Der FC Bayern war auch noch nie ein Spezialist darin, darauf aus zu sein, keinen Gegentreffer zu kassieren. Es gibt Teams wie der FC Arsenal, die dazu in der Lage sind, die Münchner gehören aber nicht dazu und sind nur dann stark, wenn sie Tore erzielen wollen.


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