Droht dem FC Bayern bei Palhinha ein böses Erwachen?
Von Leonard Schmidt

Eigentlich schien der lange Palhinha-Poker endlich ein Ende gefunden zu haben. Mit der Leihe in die Premier League und der Hoffnung, dass Tottenham den Ex-Star fest zurücknimmt, wollte der FC Bayern eigentlich eine Lösung für einen Transfer finden, der intern längst als Fehlinvestition gilt. Die Hoffnung: Joao Palhinha sammelt Spielzeit, generiert wieder Marktwert und wird im Sommer fest abgegeben.
Denn rückblickend war der Kauf für rund 51 Millionen Euro ein sportlicher Fehlgriff. Der Portugiese fand in München nie wirklich Anschluss, passte weder strukturell noch taktisch ins Spiel der Bayern. In der Folge verlor Palhinha deutlich an Marktwert und ein Weiterverkauf ohne spürbaren Verlust rückte in weite Ferne.
Leihe sollte Weiterverkauf erleichtern
Die Leihe zu den Tottenham Hotspur sollte genau hier ansetzen. In einem körperbetonteren Umfeld, näher an seinen Stärken, sollte Palhinha wieder stabilere Leistungen zeigen. Der Plan schien zunächst aufzugehen. Bereits bei seinem zweiten Ligaeinsatz für Tottenham erzielte der Mittelfeldspieler einen wichtigen Treffer gegen Manchester City und wirkte befreit.
Auch in München wuchs dadurch die Hoffnung, dass die Spurs die vereinbarte Kaufoption in Höhe von rund 30 Millionen Euro ziehen könnten. Für Bayern wäre das eine doppelte Entlastung gewesen: Platz im Kader und zumindest ein Teil der ursprünglichen Ablöse zurück. Zudem soll Palhinha laut Informationen vonTEAMtalk selbst klar signalisiert haben, dass er seine Zukunft in England sieht.
Taktische Zweifel kehren zurück
Doch zuletzt mehren sich erneut die Zweifel am Portugiesen. Unter Trainer Thomas Frank wird bei Tottenham aktuell intensiv bewertet, mit welchen Spielertypen langfristig geplant werden soll. Und erneut scheint Palhinha nicht optimal ins gewünschte Profil zu passen.
In den vergangenen zehn Spielen stand der Portugiese nur viermal in der Startelf. Seine Limitierungen im Spiel mit dem Ball und die fehlende Dynamik machen ihm erneut zu schaffen. Gleichzeitig wächst im Klub der Wunsch, jüngeren Spielern mehr Raum zu geben. Auch das Gehalt des Routiniers dürfte neben der hohen Ablöse bei einer festen Verpflichtung nicht zu seiner aktuellen Rolle passen.
Andere Interessenten dürften die Situation genau beobachten. Sinkt Palhinhas Rolle weiter, wächst auch die Gefahr, dass potenzielle Abnehmer auf deutlich niedrigere Preise spekulieren. Für die Bayern wäre das ein weiterer Rückschlag in einem Transfer, der von Beginn an unter keinem guten Stern stand.
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