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Dortmunds große Köpfe wackeln - könnte dieses Trio den BVB übernehmen?

Die BVB-Bosse sollen wackeln und es könnte sich in Dortmund offenbar ein gewaltiger Umbruch auf allen Ebenen anbahnen. Doch was dann?
Die BVB-Führung um Sportdirektor Sebastian Kehl und Sportvorstand Lars Ricken
Die BVB-Führung um Sportdirektor Sebastian Kehl und Sportvorstand Lars Ricken | Pau Barrena/GettyImages

Bei Borussia Dortmund hat offenbar der große Frühjahrsputz begonnen – und damit auch der Umbruch im Kader des BVB. Nachdem bereits bekannt gegeben wurde, dass sich die Wege mit Mittelfeldstar Julian Brandt zum Saisonende trennen werden, folgte wenig später die Nachricht, dass auch Salih Özcan und Niklas Süle keine neuen Verträge in Dortmund erhalten werden.

Das wird jedoch noch nicht das Ende des personellen Umbruchs sein und weitere Veränderungen im Team sind keineswegs ausgeschlossen. Unter anderem wird die Zukunft von Karim Adeyemi und Serhou Guirassy weiterhin heiß diskutiert, ein Verbleib in Dortmund scheint auf wackeligen Füßen zu stehen. Zudem hat Abwehrboss Nico Schlotterbeck noch keine Farbe bekannt.

Doch neben den großen Fragezeichen innerhalb der Mannschaft könnte es beim BVB offenbar auch in der Führungsetage zu einem großen Knall kommen, denn die Bosse um Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl scheinen um ihren Job bangen zu müssen.

BVB-Bosse wackeln

Nachdem die Bild bereits berichtet hatte, dass Ricken und Kehl um ihren Job zittern könnten, meldet nun auch Sky Sport, dass die beiden BVB-Bosse zunehmend unter Druck geraten und genauer unter die Lupe genommen werden. Die großen Entscheider wackeln nach Angaben des Sportsenders gewaltig.

Die Kritik an der Transferpolitik und der Kaderzusammenstellung des BVB fließt letztlich bei Ricken und Kehl zusammen und auch in puncto sportliche Erfolge herrschte in Dortmund zuletzt gähnende Leere. Das knallharte Ausscheiden in der Champions League gegen Atalanta Bergamo hat die Lage nicht gerade verbessert.

Unter der Lupe: Sebastian Kehl, Niko Kovac und Lars Ricken
Unter der Lupe: Sebastian Kehl, Niko Kovac und Lars Ricken | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Neben ausbleibenden Titeln (der letzte 2021) könnte offenbar auch eine ernüchternde Entwicklung bei einigen Neuzugängen zum Fallbeil werden. Ein Punkt, den Lars Ricken zuletzt selbst im Interview mit der WAZ angesprochen hatte, als er sagte: "Natürlich müssen wir dabei auch selbstkritisch konstatieren, dass nicht alle Neuzugänge bislang schon richtig gezündet haben. Da können wir uns sicher verbessern." Doch traut man den BVB-Bossen um Ricken und Kehl nun die Kehrtwende und einen künftigen Aufschwung noch zu?

Eng mit Ricken verbunden ist zudem Trainer Niko Kovac. Zwar liefert er durchaus Ergebnisse, steht aber auch wegen seines eher weniger attraktiven Spielstils in der Kritik. Fällt Ricken, könnte das auch den großen Rückhalt für den BVB-Coach beenden und seinen Job in Frage stellen.

Kommt es also am Ende tatsächlich zum großen Knall und der BVB stellt neben dem Kader auch die Führungsetage sowie die Besetzung wichtiger sportlicher Funktionen neu auf? Falls dem so wäre, bräuchte es neue, große Köpfe in Dortmund.

Wir haben einen Vorschlag, wie der BVB sich neu aufstellen könnte: mit einem neuen Sportchef, einem neuen Sportdirektor, einem neuen Kaderplaner und möglicherweise auch einem neuen Trainer.

Sport-Geschäftsführer

Der Sport-Geschäftsführer steht an der Spitze dieser Struktur. Hier bräuchte der BVB einen Macher, der strukturiert, zielstrebig und klar seinem Geschäft nachgeht und sich dabei bereits bewiesen hat. Es bräuchte einen Mann, der die Kragenweite für Dortmund hat, denn schließlich ist das Ziel, endlich wieder eine gefestigte Top-Adresse im deutschen Fußball zu werden und den BVB zurück auf Augenhöhe mit dem FC Bayern zu führen.

Wer käme auf deutschem Fußballboden besser in Frage als Markus Krösche? Der derzeitige Sportvorstand von Eintracht Frankfurt hat seine Qualität über Jahre hinweg nachgewiesen und die SGE zu einem sattelfesten Anwärter auf europäischen Fußball mit großem Titelhunger geformt.

Markus Krösche wäre wohl der perfekte neue starke Mann beim BVB
Markus Krösche wäre wohl der perfekte neue starke Mann beim BVB | picture alliance/GettyImages

In Sachen Kaderentscheidungen könnte Krösche den Hut aufhaben und dabei den Dortmunder Talent-Weg weiterführen. Dies wäre besonders wichtig, da der BVB, wie bereits mehrfach erwähnt, auf teure Verkäufe angewiesen ist. Dass Krösche aus fußballerischen Kieselsteinen wahre Diamanten machen kann, weiß man bei der Eintracht nur zu gut.

Krösche und der BVB - das würde wohl passen wie die Faust aufs Auge. Doch der 45-Jährige kann einen derart großen und ambitionierten Verein nicht mal eben alleine auf Vordermann bringen. Dafür benötigt er weitere erfahrene und charakterstarke Köpfe an seiner Seite.

Sportdirektor

Eine interessante Lösung für den Posten des Dortmunder Sportdirektors wäre vermutlich Tim Steidten gewesen, doch der 46-jährige Kaderplaner heuerte erst vor kurzem beim 1. FC Köln an und ist somit vom Markt. Es braucht also eine Alternative in unserem Lösungsansatz und ein etwas gewagterer Blick fällt deshalb auf einen, der fast schon in Vergessenheit geraten zu sein scheint: Hasan Salihamidzic!

Hasan Salihamidzic
Hasan Salihamidzic | picture alliance/GettyImages

Der ehemalige Sportvorstand des FC Bayern München arbeitete vor seiner Beförderung drei Jahre lang durchaus erfolgreich als Sportdirektor der Münchner. Trotz einiger Kritik konnte er beeindruckende Personalentscheidungen über die Ziellinie bringen. Bei Starspielern wie Jamal Musiala, Alphonso Davies, Matthijs de Ligt oder auch Harry Kane hatte Salihamidzic seine Finger im Spiel. Immer wieder war zu hören, dass er in persönlichen Gesprächen einen bleibenden Eindruck hinterließ und Spieler für eine Rolle in München begeistern konnte. Das ginge auch in Dortmund.

Der bosnische Ex-Bundesligaprofi verfügt über ein breites Netzwerk und gute Kontakte zu zahlreichen Spieleragenturen, Beratern und Topklubs aus dem europäischen Ausland. Zwar stand Brazzo wegen großer Transfers, die am Ende wenig Ertrag brachten, wie etwa bei Sadio Mané oder Lucas Hernández, auch in der Kritik, doch zur Wahrheit gehört auch, dass man diesen Spielern den FC Bayern derart schmackhaft machen konnte, dass sie sich gegen andere namhafte Klubs entschieden und lieber voller Überzeugung an die Säbener Straße wechselten. Auf den ersten Blick wäre der 49-Jährige vielleicht keine vollkommen logische Personalie für den BVB und auch keine, die gleich zu Beginn auf große Gegenliebe stoßen würde. Aber dennoch eine, über die man nachdenken sollte.

Mit Markus Krösche als großem Entscheider und Hüter über den Dortmunder Geldbeutel davor, könnte Salihamidzic eine spannende Option sein – trotz der großen Rivalität zwischen dem BVB und seinem Ex-Klub FC Bayern. Auch, weil sich Salihamidzic in Dortmund direkt mit seinem ehemaligen Arbeitgeber aus München messen und sich neu beweisen könnte. "Brazzo" wäre eine selbstbewusste Alternative für den Posten des Sportdirektors und könnte mit Markus Krösche ein schlagkräftiges Gespann bilden. Doch der BVB bräuchte weitere helfende Hände um zurück in die europäische Elite zu gelangen.

Kaderplaner & Scoutingchef

Die Aufgabenstellungen für die Kaderplanung eines Topklubs mit großen Ambitionen, aber einem begrenzten finanziellen Handlungsspielraum, sind auch für den BVB eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, auf dem Transfermarkt schneller und zielsicherer als die Konkurrenz auf Augenhöhe zu agieren. Eine Rolle als Unterbau für Sportchef und Sportdirektor ist ein Bereich, den man in Dortmund vielleicht neu gestalten müsste.

Hierzu bräuchte es einen anerkannten und erprobten Kaderplaner mit einem starken Scoutingteam. An der Spitze dieser Ebene wäre in meinen Augen Marco Neppe ein durchaus interessanter Name.

Marco Neppe könnte dabei helfen den BVB neu aufzustellen
Marco Neppe könnte dabei helfen den BVB neu aufzustellen | ALEX MARTIN/GettyImages

Der ehemalige Kaderplaner kommt wie Hasan Salihamidzic aus dem Lager der ehemaligen Mitarbeiter des FC Bayern und ist aktuell als Sportdirektor beim französischen Erstligisten Paris FC tätig. Für eine starke Rolle bei Borussia Dortmund, einem anerkannten, aber aktuell schwächelnden Topklub in einer der bedeutendsten Ligen Europas, könnte er sich jedoch vielleicht zu einem Schritt zurück überzeugen lassen. Seine Verpflichtung wäre aufgrund seines visionären Auges für Fußballjuwelen und versteckte Stars ein erheblicher Zugewinn für den BVB und könnte den Verein weiter stärken, sollte es zu einem Umbruch in der Führungsetage kommen. Man sollte dem 39-Jährigen dann aber ein modernes Scoutingteam mit einem auf den BVB zugeschnittenen Netzwerk unterstellen.

Marco Neppe als Dortmunder Perlentaucher, der Hasan Salihamidzic seine Geheimtipps zusteckt und ihn von einem Wechsel zum BVB überzeugen kann. Am Ende dieser neuen, starken Linie steht Markus Krösche, der weiß, wie man diese Spieler gewinnbringend weiterverkaufen kann. Das klingt nach keinem schlechten Ansatz, oder? Allerdings darf man dabei eine entscheidende Personalie nicht vergessen: den Trainer.

Kommt es zum Knall in der Spitze, geht es auch um den Trainer

Unter Niko Kovac kann Borussia Dortmund seine bislang erfolgreichste Saison seit Jahren spielen, doch echte Titelchancen sind unter dem gebürtigen Berliner ebenfalls Fehlanzeige. Viele Fans werfen Kovac vor, dass das Spiel der Borussen nicht zum Anspruch des BVB passt. Nicht wenige bezeichnen die Art, wie Dortmund Fußball spielt, abwertend als "Terrorball”.

Zugegeben, sonderlich ansehnlich tritt die Kovac-Elf selten auf. Vermutlich könnte man bei einem Schnitt in der Führungsetage auch beim Cheftrainer ansetzen – unabhängig von dessen Punkteschnitt.

Wird es am Ende auch für Niko Kovac eng?
Wird es am Ende auch für Niko Kovac eng? | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Dann bräuchte es aber auch einen neuen starken Mann auf der Trainerbank des BVB. Passend zu einer Neuausrichtung der großen Entscheider und Macher bräuchte man einen Trainer, der die spielerischen Sehnsüchte der Fans erfüllt, bestenfalls die Liga und den deutschen Fußball kennt, zeitgleich aber auch Ergebnisse liefert und Spieler weiterentwickelt - und idealerweise auch menschlich nach Dortmund passt. Dafür kämen vor allem zwei Namen in Frage, die diesem Profil gut entsprechen würden.

Spannende Trainerkandidaten bei einem Kovac-Aus:

Spannender Name: Sebastian Hoeneß

Da wäre zum einen Sebastian Hoeneß, Cheftrainer des VfB Stuttgart. Der 43-Jährige hat die Schwaben in Windeseile von einem Team aus dem erweiterten Kreis des Klassenerhaltskampfes zu einem stabilen Bundesligisten zurückgeformt und dabei auch noch in Sachen Titel einen dicken Fisch an Land gezogen. Unter Hoeneß nahmen aber auch einige Spieler beeindruckende Entwicklungen – Nick Woltemade steht dabei als wohl bekanntestes Beispiel im Raum, das die Kassen hat klingeln lassen.

Sebastian Hoeneß wäre ein spannender Trainerkandidat beim BVB
Sebastian Hoeneß wäre ein spannender Trainerkandidat beim BVB | DeFodi Images/GettyImages

Allerdings ist Hoeneß in Stuttgart noch bis 2028 vertraglich gebunden und scheint sich dort auch wohlzufühlen. Dass der VfB in Verhandlungen hartnäckig und überzeugt auftreten kann, ist mittlerweile ebenfalls bekannt. Wenn überhaupt, bekäme der BVB bei Hoeneß wohl nur einen Fuß in die Tür, wenn dieser auf einen Wechsel nach Dortmund pochen und die VfB-Bosse um seine Freigabe bitten würde. Das wäre dann aber sicherlich auch mit einer satten Ablösesumme verbunden, und Dortmund braucht das Geld eigentlich für Spieler.

Die Königslösung: Roger Schmidt

Eine ebenfalls spannende Option wäre in diesem Zusammenhang sicherlich auch Roger Schmidt, der in der Bundesliga bereits bei Bayer 04 Leverkusen Eindruck hinterlassen konnte und mit internationalen Topteams wie der PSV Eindhoven, RB Salzburg oder Benfica Titel gewann. Schmidt wurde in Österreich, den Niederlanden und Portugal Meister und gewann noch eine Hand voll anderer Titel. Darüber hinaus hat Roger Schmidt auch hochveranlagte Spieler weiterentwickelt und könnte den Dortmunder Weg mit attraktivem Offensivfußball gewinnbringend weiterentwickeln.

Wäre Roger Schmidt einer für den BVB?
Wäre Roger Schmidt einer für den BVB? | DeFodi Images/GettyImages

Darüber hinaus muss man bedenken, dass Schmidt bei all den Klubs, bei denen er Titel gewann, auch immer in Strukturen tätig war, in denen der eigene Nachwuchs eine bedeutende Rolle einnahm. Sowohl Red Bull Salzburg als auch die PSV Eindhoven oder Benfica gelten weltweit als angesehene Top-Adressen für die Entwicklung von Talenten. Somit könnte auch der Dortmunder Nachwuchs mit Roger Schmidt endlich einen großen Förderer finden. Schmidt brachte in Leverkusen einst einen Kai Havertz und einen Benjamin Henrichs hervor, in Salzburg einen Sadio Mane oder Kevin Kampl, in Eindhoven Johan Bakayoko und in Lissabon einen Joao Neves, Antonio Silva, Enzo Fernandez oder David Neres.

Die BVB-Talenteschmiede hat in den letzten Jahren zahlreiche Titel abgeräumt. Den Durchbruch ins Profigeschäft in Dortmund schaffte aber selten jemand.
Ein ebenfalls nicht zu vernachlässigender Aspekt bei der Kaderzusammenstellung – gerade, wenn das Geld knapp ist. Von daher wäre Roger Schmidt vermutlich sogar die Königslösung für den BVB.

Derzeit ist der 59-Jährige als Global Sports Director in der japanischen J-League tätig, wäre aber sicherlich für ein Engagement als Cheftrainer des BVB zu begeistern. Vor allem, wenn er eine neue, starke Struktur um sich herum hätte.

Spannende Phase beim BVB

Die kommenden Monate bei Borussia Dortmund werden also in vielerlei Hinsicht spannend zu beobachten sein und bieten neben großen Spielernamen auch auf Führungsebene Entwicklungen mit Knallpotenzial. Möglicherweise kommt es dann sogar zu einem weitaus größeren Umbruch als nur im Kader des BVB. Falls Bedarf aufkommt, hätten wir unsere Vorschläge schon einmal vorgebracht.

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