Viele der 26 deutschen WM-Fahrer haben sich beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Folgerichtig ist davon auszugehen, dass Jürgen Klopp den ein oder anderen aus diesem Spielerkreis nicht für die kommenden Länderspiele nominiert. Selbst wenn im Vorfeld der Kader-Bekanntgabe gemunkelt wird, dass Klopp einen XXL-Kader berufen wird, um möglichst viele Spieler unter die Lupe nehmen zu können.
Bereits klar ist, dass die aus dem DFB-Team zurückgetretenen Manuel Neuer und Antonio Rüdiger fehlen werden. Zudem könnten zuletzt angeschlagene Spieler wie beispielsweise Nico Schlotterbeck oder Jamal Musiala noch außen vor sein.
Wir möchten allerdings einen Blick auf zehn Spieler werfen, die aus Leistungs- oder Perspektiv-Gründen nicht im Kader auftauchen könnten.
11. Deniz Undav

Das wäre natürlich ein Knaller! Eigentlich würde man meinen, dass sich die Chancen von Deniz Undav nach dem Nagelsmann-Aus eigentlich nur verbessern können. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Undav einen ziemlich holprigen Saison-Auftakt hinter sich hat. In fünf Pflichtspielen konnte Undav noch keinen Treffer erzielen.
Hinzu kommt, dass Undav inzwischen auch schon 30 Jahre alt ist und sich immer ein wenig die Frage stellt, auf welcher Position er im DFB-Team am besten aufgehoben ist. Sollte Klopp mit Undav einen Plan haben, dürfte er sicher dabei sein. Falls nicht, könnte es für den Stuttgarter durchaus knapp werden – zumindest mittel- bis längerfristig.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 5 Prozent
10. Alexander Nübel

Alexander Nübel hat bei Besiktas Istanbul einen guten Start erwischt und einige Matches zu Null bestritten. Dementsprechend gibt es eigentlich keinen Grund, ihn aus dem DFB-Kader herauszunehmen. Klar ist aber auch, dass sich die Karten auf der Torhüterposition neu mischen. Für Nübel ist zwischen Nummer-eins-Rolle und Nichtnominierung eigentlich alles möglich.
Es gibt in Deutschland zahlreiche Keeper, die den Sprung in den Kader schaffen könnten. Jürgen Klopp hat sich bislang noch nicht in die Karten blicken lassen, was die Torhüter-Position angeht. Die Tendenz dürfte lauten, dass Nübel im Kader auftaucht, jedoch haben zahlreiche andere Kandidaten hier etwas dagegen. Unter anderem dürfte auch Marc-André ter Stegen wieder in der Verlosung sein.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 10 Prozent
9. Malick Thiaw

Malick Thiaw war zwar bei der WM 2026 dabei, jedoch kam er nicht über zwei Joker-Einsätze hinaus. Der Newcastle-Verteidiger ist im Verein hingegen weiterhin gesetzt und zeigt ordentliche Leistungen. Thiaw hat den Vorteil, dass er nicht nur innen, sondern notfalls auch rechts hinten spielen kann. Mit seinen 25 Jahren ist Thiaw ein Spieler, mit dem man in Hinblick auf die nächsten Turniere planen kann.
Dementsprechend hat er auch gute Chancen auf eine Nominierung. Von hinten drücken aber auch andere Kandidaten, wie Finn Jeltsch und Yann Aurel Bisseck. Ganz sicher kann sich Thiaw seiner Sache nicht sein, zumal er ein Stück weit austauschbar wirkt.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 25 Prozent
8. David Raum

David Raum hat einen durchwachsenen Saisonstart hingelegt und sah insbesondere in der Champions League gegen Como 1907 nicht gut aus. Grundsätzlich ist man geneigt zu sagen, dass der Klopp-Fußball dem lautstarken und giftigen Raum durchaus in die Karten spielt. Auf der anderen Seite dürfte jedoch Brown gesetzt sein, weshalb es auf einen Zweikampf mit Maximilian Mittelstädt hinausläuft.
Der Stuttgarter hatte unter Nagelsmann zuletzt häufig das Nachsehen, hat aber den etwas besseren Saisonstart hinter sich und ist fußballerisch stärker. Demnach könnte Raum das Nachsehen haben, sollte Klopp nur zwei Linksverteidiger mitnehmen und Brown auch auf dieser Position sehen.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 30 Prozent
7. Nadiem Amiri

Gänzlich rund lief der Saisonstart für Nadiem Amiri beim FSV Mainz 05 definitiv nicht. Bei der 1:3-Pleite gegen Frankfurt verschoss der Mittelfeldspieler zudem einen Strafstoß.
Amiri ist ein grundsolider Fußballer, auf den absolut Verlass ist, jedoch stellt sich die Frage, was genau er in der Nationalmannschaft bewirken soll. Der Mainzer ist auf der Zehn am stärksten, jedoch kam er in dieser Rolle kaum zum Einsatz.
Berücksichtigt man die Leistungen von Amiri in der Vorsaison, könnte man sich für eine Nominierung aussprechen. Einige Prozentpunkte in Sachen Form scheinen trotzdem zu fehlen. Zudem bietet der Mainzer auf keiner Position den ganz großen Mehrwert. Dementsprechend könnte es knapp werden.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 35 Prozent
6. Jamie Leweling

Jamie Leweling hat zwar beim VfB Stuttgart in den letzten Saisons konstant seine Leistung gezeigt, jedoch blieb er in der Nationalmannschaft bislang eher blass. Zudem sieht seine Bilanz in der noch jungen Saison 2026/27 ziemlich mau aus. Bislang kam Leweling stets nur von der Bank und war auch noch an keinem Treffer beteiligt. Bedenkt man, dass es auf dem Flügel zahlreiche andere Optionen wie El Mala, Führich, Adeyemi oder Schade gibt, die bei der WM nicht dabei waren, dürfte es für Leweling sehr eng werden. Helfen könnte Leweling, dass er auch etwas defensiver als Schienenspieler oder gar Außenverteidiger auflaufen kann.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 40 Prozent
5. Nick Woltemade

Nach der dürftigen Rückrunde bei Newcastle United hat Nick Woltemade die Flucht ergriffen und ist derzeit als Leihspieler von Juventus Turin aktiv. Bei seinen ersten beiden Einsätzen kam Woltemade aber nur als Joker zum Zuge und blieb ohne Torbeteiligung. In der italienischen Presse wurden bereits negative Stimmen laut. Woltemade müsse sich erst an die Serie A gewöhnen.
Zwar hat Woltemade in der deutschen U21 und in der WM-Qualifikation absolut performt, jedoch ist sein Kredit inzwischen aufgebraucht. Woltemade droht definitiv eine Nichtnominierung, auch weil sich andere Kandidaten wie Nicolo Tresoldi, Dženan Pejčinović und Jonathan Burkardt aufdrängen. Letztlich muss man als Stürmer Tore liefern und diesbezüglich hat der Sturm-Riese schon lange keine Argumente mehr.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 40 Prozent
4. Pascal Groß

Pascal Groß hat zwar bei Brighton & Hove Albion wieder eine gute Verfassung erlangt, jedoch war seine WM-Nominierung schon auch der Tatsache geschuldet, dass Nagelsmann den Spieler und Menschen Pascal Groß enorm schätzt. Durch das Aus von Nagelsmann hat Groß seine bedeutsamste Trumpfkarte verloren.
Ob Groß genau jetzt aus dem Kader fliegt, kann allerdings als fraglich erachtet werden. Der 35-Jährige steht nach vier Premier-League-Spieltagen bei zwei Toren und drei Assists. Einen erprobten Spieler mit einer solchen Bilanz kann man kaum zu Hause lassen, selbst wenn man zukünftig womöglich auf andere Akteure setzen möchte.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 50 Prozent
3. Leroy Sané

Der Downfall von Leroy Sané scheint sich fortzusetzen. Bereits seine erste Saison im Trikot von Galatasaray Istanbul war nicht gut, weshalb es verwunderte, dass Nagelsmann immer wieder auf Sané setzte. Erwartungsgemäß konnte der 30-Jährige bei der WM auch keine Bäume ausreißen.
In der noch jungen Saison 2026/27 läuft es für den Ex-Münchner noch schlechter. Bislang stand er nur in 50 Prozent der Pflichtspiele in der Startelf und verzeichnete noch keine Torbeteiligung. Sieht man sich hingegen die Leistungen von deutlich jüngeren Konkurrenten wie Kevin Schade und Karim Adeyemi an, dürfte die Stunde geschlagen haben.
Sollte sich Klopp nicht als ähnlicher Sané-Liebhaber wie Nagelsmann erweisen, wird er bei den kommenden Länderspielen nicht dabei sein.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 75 Prozent
2. Oliver Baumann

Lange sah es so aus, als würde der TSG-Keeper als Nummer eins zur WM reisen. Bis das Neuer-Comeback die Hoffnungen des Routiniers zunichte machte. Mit 36 Jahren biegt Baumann in den Spätherbst seiner Karriere ein. Laut Bild plant Klopp vorerst nicht mehr mit ihm und soll das auch schon kommuniziert haben.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 80 Prozent
1. Leon Goretzka

Leon Goretzka hat bei der WM 2026 natürlich alles andere als eine gute Figur abgegeben. In Erinnerung bleibt vor allem seine Weigerung, im Elfmeterschießen gegen Paraguay anzutreten. Zudem kursieren einige Berichte, wonach Goretzka auch abseits des Platzes distanziert und schlecht gelaunt wirkte. Der ganz große Teamplayer scheint der Ex-Münchner jedenfalls nicht gewesen sein.
Mit Aston Villa hat er zwar einen Verein gefunden, bei dem er sich weiter für die Nationalmannschaft bewerben kann, jedoch darf man nicht vergessen, dass er nahezu die gesamte Saisonvorbereitung auf sich allein gestellt war. Für die erste Länderspielpause der neuen Saison kommt der 31-Jährige aufgrund einer Verletzung ohnehin nicht infrage. Auch darüber hinaus könnte seine Zeit im DFB-Team vorbei sein.
Wahrscheinlichkeit der Nichtberücksichtigung: 100 Prozent
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